Rechtsextremismus
Neonazis schlagen Demonstranten brutal zusammen
Neonazis haben vor und nach ihrem Aufmarsch in Dresden Gegendemonstranten angegriffen. Auf einem Rastplatz bei Jena wurden 40 Mitglieder des DGB und der Linkspartei überfallen. Bei Chemnitz wurden sieben Demonstranten verprügelt. Sie wollten sich in Dresden dem Protestzug gegen die Vereinnahmung der Kriegsopfer durch Neonazis anschließen.
Auf einem Rastplatz an der Autobahn 4 sind zwei Busse mit Reisegruppen aus Hessen und Nordrhein-Westfalen von Rechtsextremisten angegriffen worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein Mann mit einem Schädelbruch in die Uniklinik Jena eingeliefert. Er soll am Montag operiert werden. Vier weitere Personen erlitten Verletzungen im Gesicht und am Oberkörper. Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet.
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, forderte angesichts des Überfalls ein Verbot der NPD. Es sei unerträglich, dass so etwas über 60 Jahre nach den Brutalitäten der Nationalsozialisten gegenüber den Gewerkschaften wieder passieren könne. Die Täter müssten rasch zur Verantwortung gezogen werden, forderte Sommer.
Fünf Menschen verletzt
Die Opfer hatten am Sonnabend an einer Demonstration gegen Neonazis in Dresden teilgenommen. Die Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Linkspartei befanden sich auf dem Weg nach Hause und legten gegen 19:25 Uhr auf dem Rastplatz Teufelstal bei Stadtroda eine Pause ein. Zur gleichen Zeit steuerte eine Gruppe von Anhängern der rechten Szene, die ebenfalls aus Dresden kam, den Rastplatz an. Laut Polizei beschimpften die 41 Rechtsextremisten zunächst die Reisegruppe. Später hätten sie die Gruppe angegriffen. Steine und Flaschen flogen.
Neonazis aus Hessen und Schweden
Als die Polizei an der Raststätte eintraf, verließ der Reisebus der Rechtsextremisten geraden den Parkplatz. Die Beamten stoppten den Bus wenige Kilometer später. Unter den Businsassen befanden sich einschlägig bekannte Neonazis aus Hessen, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Schweden. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs.
Weiterer Überfall bei Chemnitz
Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, ereignete sich in der Nähe von Chemnitz ein weiterer Überfall. Sieben Personen aus Weimar, die auf dem Weg zum Protestmarsch in Dresden waren, wurden auf einem Rastplatz von Rechtsextremisten angegriffen. Sie erlitten Prellungen sowie Schnitt- und Platzwunden. Ihr Auto wurde beschädigt. Die Polizei nahm die Angreifer bis zum Ende der Demonstration in Dresden in Gewahrsam.
Dresdner haben Neonazis satt
Am Sonnabend hatten in Dresden tausende Menschen gegen einen Aufmarsch der Neonazis protestiert. Sie schlossen sich einem Sternmarsch an, der in drei Zügen zu einer Kundgebung auf dem Theaterplatz führte. Dazu aufgerufen hatte das Bündnis "Geh Denken", dem Kirche, Parteien und Gewerkschaften angehören.
Zur gleichen Zeit marschierten rund 6.000 Rechtsextremisten rund um den Dresdner Bahnhof. Seit Jahren nutzen Neonazis den Jahrestag der Bombenangriffe auf Dresden von 1945 für Aufmärsche in der Stadt. Auch dieses Mal gelang es der Stadt nicht, den Aufmarsch zu verbieten. Noch nie kamen so viele Neonazis an die Elbe wie in diesem Jahr.
Linksextreme greifen Polizisten an
Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei kam es bei einer Demonstration von Linksextremen. Rund 500 Anhänger der linken Szene wehrten sich aggressiv gegen die Trennung der Protestzüge durch die Beamten. Sie bewarfen die Sicherheitskräfte mit Flaschen und Steinen. Dabei wurden 30 Polizisten leicht verletzt. Zwei Polizeiwagen wurden umgeworfen und mindestens 18 beschädigt.
Die Polizei war mit rund 4.300 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz. Ihnen gelang es, ein Aufeinandertreffen der Rechtsextremisten und der Gegendemonstranten zu verhindern. Polizei-Präsident Dieter Hanitsch zog am Morgen danach eine überwiegend positive Bilanz. Die Taktik der Polizei habe sich als richtig erwiesen. Durch die strikte Trennung der Aufzüge konnten gegenseitige Provokationen und Auseinandersetzungen verhindert werden. Die Polizei nahm drei Menschen vorübergehend fest. 86 Teilnehmer wurden in Gewahrsam genommen, weil sie vermummt waren oder Schutzhelme getragen hatten.
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Beiträge zu rechtsextremen Überfällen
Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2009, 11:48 Uhr



