Hintergrund

Chronologie der Opel-Krise

06.10.2008: Zwangspause bei Opel in Eisenach

Im Opel-Werk im westthüringischen Eisenach werden die Bänder angehalten. Grund für den dreiwöchigen Produktionstopp ist nach Angaben des Unternehmens die schwierige Auftragslage. Opel will kein Auto mehr auf Halde produzieren.

07.11.2008: Keine Kreditversicherung für Ford und Opel

Das Drama um die maroden US-Autokonzerne spitzt sich zu: Kreditversicherer wie die Allianz Tochter Euler Hermes versichern keine Geschäfte mehr mit Ford und dem Opel-Mutterkonzern General Motors.

11.11.2008: Opel bittet Bundesregierung um Hilfe

Der Hersteller Opel hofft auf ein europäisches Konjunkturprogramm für die Autobauer und bittet Kanzlerin Merkel um ein 40-Milliarden-Euro-Programm. Opel schlägt zur Unterstützung eine Verschrottungsprämie für Altwagen sowie zinsgünstige Kredite für Autokäufer vor.

14.11.2008: Deutschland hilft - GM profitiert

Als erster Autobauer muss Opel den Staat um Hilfe bitten, um sein Überleben zu sichern. Die Ministerpräsidenten betroffener Länder schwören nun: "Wir lassen Opel nicht untergehen" - doch tatsächlich könnte ein großer Teil der deutschen Hilfe in die Kassen des taumelnden US-Mutterkonzerns GM fließen.

18.11.2008: Wirtschaftsweiser Bofinger fordert Verstaatlichung von Opel

Kanzlerin und Kabinett streiten, ob man Opel Staatshilfen gewähren soll - der Wirtschaftsweise Peter Bofinger macht einen radikaleren Vorschlag: Er rät der Regierung, den gebeutelten Autobauer für eine Weile ganz zu verstaatlichen.

19.11.2008: Solar World will Opel kaufen und holt sich eine Abfuhr

Für Überraschung und Verblüffung sorgt der Chef von Solar World, Frank Asbeck. Er will die deutsche Adam Opel GmbH von General Motors kaufen und das Unternehmen zu einem Ökomobilhersteller umbauen. Der Mutterkonzern lehnt ab.

27.11.2008: GM will sparen

Der Opel-Mutterkonzern General Motors stellt die Weichen für eine Sanierung des Autobauers. Nach Medienberichten ist das US-Unternehmen bereit, vier der acht in Amerika vertretenen Marken aufzugeben, um Geld zu sparen.

12.01.2009:Kurzarbeit bei Opel Eisenach

Opel kündigt für Ende Januar und Ende Februar weitere Kurzarbeit in seinem Werk in Eisenach an. Wegen der schlechten Auftragslage wurden bereits die Weihnachtsferien auf vier Wochen ausgedehnt. Auch der weltgrößte Autozulieferer Bosch hat wegen der Absatzkrise auf den internationalen Automärkten Kurzarbeit angemeldet. Am Standort in Eisenach sind rund 500 der insgesamt 1.500 Beschäftigten betroffen.

12.02.2009: GM lockt 22.000 Schichtarbeiter mit Abfindung

Die Not bei General Motors wird offenbar immer größer: Der angeschlagene US-Autobauer hat rund 22.000 älteren und vergleichsweise teuren Schichtarbeitern laut einem Zeitungsbericht Abfindungen angeboten.

14.02.2009: Opel verzichtet im März auf Kurzarbeit

Dank der Abwrackprämie kann das Opel-Werk in Eisenach auf weitere Kurzarbeit verzichten. Der Vizechef von General Motors in Europa, Alain Visser, sagte, angesichts der gestiegenen Nachfrage nach Kleinwagen werde in Eisenach auch die ersten drei Wochen im März durchgearbeitet. Der Betriebsrat war bisher davon ausgegangen, dass in Eisenach auch im März verkürzt gearbeitet wird.

18.02.2009: GM will 47.000 Stellen abbauen

Der amerikanische Autobauer GM legt einen Sanierungsplan vor. Der angeschlagene Konzern benötigt 30 Milliarden Dollar für seine Rettung und will weltweit 47.000 Jobs abbauen, davon 26.000 außerhalb der USA. Die Zukunft der Konzerntochter Opel ist ungewiss.

26.02.2009: Opel-Kapitalbedarf braucht neun Milliarden Euro

Ohne GM kann Opel nur mit staatlicher Unterstützung überleben. Die Höhe der benötigten Subventionen ist immer noch unklar. Einem Bericht zufolge, braucht Opel bis zu neun Milliarden Euro. Opel bestreitet diese Summe. In ganz Europa gehen tausende Opel-Mitarbeiter auf die Straße, um für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze zu demonstrieren.

27.02.2009: Eigene Patente von GM verpfändet

Opel-Mitarbeiter und Politiker fordern die Trennung Opels vom Mutterkonzern GM. Allerdings verfügt Opel nicht mehr über die Rechte an den selbstentwickelten Fahrzeugen. GM hat die Patente zur Sicherung von eigenen Forderungen an Banken verpfändet.

28.02.2009: Letzte Chance Staatshilfe

Nachdem Opel einen Maßnahmenkatalog zur Rettung des Konzerns präsentierte, ist klar, dass es ohne staatliche Unterstützung kein Weiterkommen mehr gibt. Grundsätzlich will die Bundesregierung Opel unterstützen, fordert aber ein tragfähiges Sanierungskonzept.

08.03.2009: Opel-Krise spaltet Große Koalition

Zwischen Union und SPD wird der Ton schärfer. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier wirft Kanzlerin Angela Merkel vor, im Fall Opel zu zögerlich zu sein. Die Politik müsse jetzt handeln und um jeden Arbeitsplatz kämpfen. Die Union bleibt dabei: sie will Zeit, um das Sanierungskonzept zu prüfen. Auch kommen Stimmen für eine Insolvenz von Opel auf.

09.03.2009: General Motors fordert Lohnverzicht

Der US-Autobauer General Motors fordert die Beschäftigten seiner deutschen Tochter Opel zum Lohnverzicht auf. Der Eisenacher Opel-Betriebsratschef Harald Lieske sagt, es gebe "Signale" des Arbeitgebers, dass der Verzicht in den zweistelligen Prozentbereich gehen solle.

30.03.2009: Führungswechsel bei General Motors

Der GM-Chef Rick Wagoner tritt von seinem Amt zurück. Wagoner beugt sich damit dem Druck der US-Regierung, die seinen Rücktritt zur Bedingung für weitere Staatshilfen gemacht haben soll. Wagoner stand seit 2003 an der GM-Spitze. Kritiker werfen ihm vor, zu spät auf die gestiegenen Ölpreise reagiert zu haben. Nachfolger Wagoners wird der bisherige Vizechef Fritz Henderson.

Zuletzt aktualisiert: 09. März 2009, 20:47 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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