Istanbul
Umweltschützer: Wasserforum Schlag ins Wasser
Der Traum von einem Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser ist vorerst geplatzt. Das Weltwasserforum in Istanbul endete mit einem Appell für eine bessere Trinkwasserversorgung. Die Abschlusserklärung sparte aber die von Frankreich, Spanien und mehreren Ländern Afrikas sowie Lateinamerikas geforderte Menschenrechtsdefinition aus. Diese war schon vor drei Jahren beim
Weltwasserforum in Mexiko gefordert worden und kam auch diesmal nicht zustande.
In dem Abschlussdokument fordern die Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern, Konflikte um Wasser gemeinsam zu lösen. Außerdem setzen sie sich für ein gemeinsames Vorgehen gegen Überschwemmungen und Dürren sowie eine bessere Nutzung und Verteilung des Wassers ein. Der türkische Umweltminister Veysel Erogul sprach von einem wichtigen Dokument. Es werde künftig als Richtschnur auf Regierungsebene dienen.
Abschlusserklärung in der Kritik
Umweltschützer indes kritisierten das Abschlusspapier. Der Wasserexperte von WWF Deutschland, Martin Geiger, sprach von einer Ansammlung unverbindlicher Plattitüden. Es fehle die Definition des Menschenrechtes auf Trinkwasser und sie enthalte keine Erklärung zum Erhalt frei fließender Flüsse. Wer die Wasserkrise bekämpfen wolle, müsse aber Ökosysteme wie Flüsse, See, Auen und Moore schützen. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) erklärte, die Minister müssten sich mehr auf den Schutz der Umwelt und nicht so stark auf technische Lösungen konzentrieren.
Zugang zu sauberem Wasser als zentrales Thema
Zentrales Thema der einwöchigen Konferenz in Istanbul war der Zugang zu sauberem Wasser – der weltweit einer Milliarde Menschen fehlt. Ebensoviel Menschen verfügen über keine Abwasserentsorgung. Nach UN-Angaben sterben wegen dieser Missstände jährlich 1,5 Millionen Kinder. Experten schließen nicht aus, dass angesichts des Bevölkerungswachstums in Entwicklungs- und Schwellenländern und des Klimawandels Wasserkriege geführt werden könnten.
Außerdem berieten die rund 20.000 Fachleute, Politiker und Wasserexperten aus aller Welt über den Bau neuer Staudämme – ein Dauerstreitthema. An der Konferenz hatten bis zu 25.000 Fachleute teilgenommen.
Zuletzt aktualisiert: 22. März 2009, 21:46 Uhr
Weltwassertag
Weil sauberes Wasser lebensnotwendig ist, haben die Vereinten Nationen den 22. März zum Weltwassertag erklärt. Viele nichtstaatliche Organisationen nutzen den Tag, um auf den Wassermangel hinzuweisen.


