Kriminalität
Jugendliche randalieren in Leipzig
Eine offenbar spontan organisierte Demonstration von Linksextremen hat am Freitagabend die Polizei in Leipzig in Atem gehatlten. 200 zumeist Jugendliche demonstrierten ihre Sympathie mit der Erfurter Hausbesetzerszene. Unterdessen kündigte Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz an, ab 2010 die Polizeipräsenz in der Stadt aufstocken zu wollen.
Im Leipziger Stadtteil Connewitz haben am Freitagabend rund 200 Jugendliche randaliert. Nach Angaben der Polizei zündeten sie drei Papiercontainer an, warfen mehrere Container um und schmissen Baumaterialien auf die Straße. Zudem hätten sie die Polizisten mit Steinen beworfen, wodurch zwei Polizeiautos beschädigt worden seien. Vier Personen wurden vorläufig festgenommen. Sie müssen sich wegen Landfriedensbruchs und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. Von 136 Teilnehmern wurden die Personalien aufgenommen sowie 161 Platzverweise ausgesprochen.
Sympathisanten der Erfurter Hausbesetzerszene
Wie die Polizei weiter mitteilte, hatte sich die Gruppe gegen 19 Uhr zu einer nicht angemeldeten Demonstration zusammengefunden. Aufforderungen der Polizei, einen Versammlungsleiter bekanntzugeben, kamen sie nicht nach. Stattdessen teilte sich der Demonstrationszug in mehrere kleine Gruppen, die in unterschiedliche Richtungen zogen. Bei den meist jugendlichen Demonstrationsteilnehmern handelt es sich laut Polizei vermutlich um Sympathisanten der Erfurter Hausbesetzer. Am Donnerstag hatte die Polizei in Erfurt ein besetztes Haus auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Firma Topf & Söhne geräumt. Daraufhin hatte es in zahlreichen deutschen Städten Aktionen von Sympathisanten gegeben, darunter auch in Dresden.
Mehr Polizisten für Leipzig geplant
Unterdessen kündigte Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz in der "Leipziger Volkszeitung" an, die Polizeipräsenz in Leipzig zu erhöhen. Die Stadt dürfe nicht aus dem Ruder laufen, sagte er angesichts der hohen Zahl der Straftaten. 2010 würden die ersten zusätzlichen Kräfte in Leipzig eingesetzt. Wie hoch deren Zahl ist, sagte Merbitz nicht. Zuvor müsste das Innenministerium die Stellenverteilung regeln. Zum großen Teil würden Bereitschaftspolizisten in die Reviere wechseln. Noch im März hatte eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion ergeben, dass das Innenministerium trotz der brisanten Kriminalitätslage Planstellen in Leipzig streichen wollte. Die Stadt gilt als Kriminalitätshochburg in Sachsen. Schwerpunkte sind der sogenannte Diskokrieg, Motorradgangs, Drogenkriminalität und die autonome Szene. Diese hat sich nach dem jüngsten Bericht des Sächsischen Verfassungsschutzes vor allem im Hinblick auf den "Antifaschismuskampf" herausgebildet. Neben Aktionen gegen geplante Neonazi-Aufmärsche in Leipzig "bekämpft" die autonome Szene auch Einrichtungen oder Personen, die ihrer Meinung nach Rechtsextreme unterstützt.
Zuletzt aktualisiert: 18. April 2009, 14:40 Uhr


