Atomenergie

AKW Krümmel steht wieder still

Im schleswig-holsteinischen Atomkraftwerk Krümmel hat es die dritte Panne in zwei Wochen gegeben: Das Kernkraftwerk schaltete sich wegen eines Defektes in einem der Transformatoren automatisch ab. Wegen des Spannungsabfalls fielen in Kiel und Hamburg fast alle Ampeln aus. Die Anlage war nach einem Brand vor zwei Jahren erst vor zwei Wochen wieder in Betrieb gegangen.

Im Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht in Schleswig-Holstein hat es erneut eine Panne gegeben. Wie die Aufsichtsbehörde, das Sozialministerium in Kiel, mitteilte, wurde der Reaktor um 12:02 Uhr kurz nach dem Hochfahren automatisch abgestellt.

Das Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht
Das Atomkraftwerk Krümmel

Der Betreiber Vattenfall Europe begründet den Störfall mit einem Problem in einem der beiden Maschinentransformatoren der Anlage. Diese Maschinen sorgen dafür, dass die richtige Spannung ins Stromnetz eingespeist wird.

Vattenfall zufolge befindet sich das AKW derzeit in einem stabilen Zustand. Es werde über das Fremdnetz mit Strom versorgt. Die Anlage, die nach einem Zwischenfall am Mittwoch schon einmal vom Netz musste, sollte über das Wochenende wieder komplett hochgefahren werden.

Viele Ampeln ausgefallen

Wegen des plötzlichen Spannungsabfalls waren in Hamburg und Kiel fast drei Viertel aller Ampelanlagen ausgefallen. Auch Einkaufszentren sowie Stahl- und Alumiumwerke standen ohne Strom da.

Wenngleich ersten Messungen zufolge keine erhöhte Radioaktivität ausgetreten sei, sprach das Sozialministerium dennoch von einem gravierenden Problem. Vor allem kritisierte es die Informationspolitik des Unternehmens. Nicht Vattenfall habe die Atomaufsicht informiert, sondern das Innenministerium.

Feuerwehrleute löschen einen Brand an einem Trafohaus auf dem Gelände des Atomkraftwerks Krümmel bei Geesthacht.
Feuerwehrleute löschen 2007 einen Brand an einem Trafohaus des AKW.

Nach Brand wieder hochgefahren

Das umstrittene AKW war nach fast zwei Jahren Zwangspause wegen eines Transformatorenbrandes sowie nach mehreren Pannen erst vor zwei Wochen wieder in Betrieb gegangen. Kurz danach wurde ein erster Defekt der Elektronik gemeldet. Wenige Tage später, am Mittwoch, schaltete sich der Reaktor nach einem Problem in dem Transformator ab, der für den Eigenbedarf verantwortlich ist. Mit verminderter Leistung wurde es aber dennoch mit niedriger Leistung weiterbetrieben.

Umweltschützer: Krümmel muss vom Netz

Umweltschützer und Grüne fordern, den anfälligen Reaktor wieder vom Netz zu nehmen. Erst am Freitag hatten rund 120 Atomkraftgegner gegen die weitere Nutzung des AKWs protestiert. Vattenfall behaupte, ein komplett überholtes AKW ans Netz zu bringen, nun komme es zu schweren Zwischenfällen, erklärte einer der Demonstranten. Die Öffentlichkeit werde offensichtlich belogen und betrogen.

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2009, 22:42 Uhr

 

 
 
 
 
 

 

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