Schweinegrippe

Immer mehr Schulen geschlossen

In Sachsen-Anhalt werden immer mehr Schulen wegen der Schweinegrippe geschlossen. Allein am Mittwoch haben drei Schulen den Unterricht eingestellt: die Lessing-Grundschule in Braunsbedra, die Albert-Schweizer-Grundschule in Aschersleben und das Gymnasium Carolinum in Bernburg. Die Schulen bleiben eine Woche, also bis kommenden Mittwoch, geschlossen.

Schweinegrippe
Wegen der Schweinegrippe bleiben derzeit einige Schulen leer.

Süden Sachsen-Anhalts ist Brennpunkt

Alle bislang geschlossenen Schulen befinden sich im Süden Sachsen-Anhalts: Am Dienstag war bereits die Evangelische Grundschule in Bernburg geschlossen worden, wo acht Kinder erkrankt sind. Auch im Landesgymnasium in Halle fällt der Unterricht seit Dienstag komplett aus. Dort hatten sich 13 Schüler und ein Lehrer infiziert. Zudem gingen 40 Schüler aus Angst vor Ansteckung erst gar nicht zur Schule. Am Montag war als erste Schule in Sachsen-Anhalt das Gymnasium in Laucha geschlossen worden. Hier haben 42 Schüler das Virus.

In Bernburg wird ab kommenden Dienstag wieder unterrichtet, in Halle ab Montag. Ob auch die Schule in Laucha nach dem Wochenende wieder öffnet, will das zuständige Gesundheitsamt am Freitag entscheiden.

Kinder in einer Schulklasse
Gemeinsames Lernen im Klassenraum ist mancherorts nicht mehr möglich

Grippefrei in Thüringen

Auch in einer Schule in Thüringen ist wegen der Schweinegrippe teilweise die Schule ausgefallen. Die Fünftklässler einer Regelschulklasse in Gera wurden am Dienstag für eine Woche nach Hause geschickt, nachdem bei sechs von ihnen das H1N1-Virus nachgewiesen worden war. In Thüringens Nachbarland Bayern gab es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bis Ende Oktober die höchste Dichte an neuen Schweingrippefällen. Thüringen erwartet für die kommenden Wochen ein Überschwappen der Schweinegrippe-Welle: "Wir rechnen damit, dass sie innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen auch den Freistaat erreicht", sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz.

Impfen bald auch in Thüringen und Sachsen möglich

In Thüringen und Sachsen kann sich die Bevölkerung ab kommenden Montag kostenlos impfen lassen. In Sachsen-Anhalt gibt es diese Möglichkeit schon seit dieser Woche. Aus Sicht der kassenärztlichen Vereinigung verlief der Impfstart verhalten. Eine Umfrage von MDR INFO ergab, dass die Mehrzahl der niedergelassenen Ärzte über ausreichende Mengen des Impfstoffs verfügt. Lediglich im Landreis Börde und Anhalt-Bitterfeld sind noch nicht alle Mediziner genügend versorgt.

Ärzte raten, auch Kleinkinder zu impfen

Angesichts der zunehmenden Fälle von Schweinegrippe in Deutschland raten Ärzte, auch Kinder unter drei Jahren impfen zu lassen. Diese Empfehlung gab der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, bei MDR INFO ab.

Damit revidierte der Mediziner vorherige Ratschläge. Eltern sollten nicht länger warten. Die Grippewelle rolle. Mittlerweile stehe man mit dem Rücken zur Wand. Er selbst habe in seiner Praxis an einem einzigen Tag 15 infizierte Kinder gehabt. Hartmann zufolge könnten Kinder ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat immunisiert werden. Zuverlässige Studiendaten zeigten, dass bereits sehr junge Kinder die Impfung ohne schwerwiegende Probleme vertragen würden. Am nötigsten sei sie aber bei Kindern mit chronischem Leiden wie Asthma, einem Herzfehler oder Stoffwechselerkrankungen. Zugleich forderte er, den "verbesserten Impfstoff" ohne Wirkungsverstärker und Konservierungsstoffe schnellstmöglich für Kinder freizugeben.

Kinder am häufigsten im Krankenhaus

Eine US-Studie ergab inzwischen, dass Kleinkinder am ehesten so schwer an der Schweinegrippe erkranken, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Im US-Bundesstaat Kalifornien war der Untersuchung zufolge das Risiko, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, bei Babys unter zwei Monaten am höchsten. Die Sterblichkeitsrate allerdings war bei Kindern deutlich niedriger als bei Erwachsenen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starben seit April weltweit mehr als 5.700 Menschen an der Schweinegrippe. Die meisten Todesfälle wurden mit mindestens 4.175 in Nord- und Südamerika registriert.

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2009, 18:37 Uhr

 

 
 
 
 
 

 

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