Nach der Bundespräsidentenwahl
Umfrage: Wulff schneidet gut ab, Blamage für Merkel
Mehr als zwei Drittel der Deutschen halten Christian Wulff für eine gute Wahl als Bundespräsidenten. 72 Prozent der Befragten im ARD-DeutschlandTrend von Infratest dimap waren dieser Meinung. Nur 13 Prozent erwarten keine gute Arbeit. 58 Prozent sagten auch, dass Wulff am Ende der richtige Kandidat gewesen sei. Nur 35 Prozent fanden, dass der DDR-Bürgerrechtler Gauck der bessere Präsident geworden wäre. Zudem begrüßten 79 Prozent, dass ein jüngerer Kandidat ins Amt gewählt wurde.
Zwei Drittel glauben an vorzeitiges Aus
Der Umfrage zufolge stehen der Regierung turbulente Zeiten bevor. Fast zwei Drittel der Deutschen sehen das Ende der Koalition kommen: 62 Prozent sagten aus, dass "die Koalition aus Union und FDP nicht mehr lange halten wird". Als jüngstes Anzeichen dafür gilt der Ablauf zur Präsidentenwahl. 68 Prozent sind der Meinung, dass es eine "Blamage" für die Kanzlerin Angela Merkel sei, "dass Wulff so viele Stimmen aus dem eigenen Lager nicht bekommen hat".
Sieg nach drei Wahlgängen
Der bisherige niedersächsische Ministerpräsident Wulff hatte sich am Mittwoch nach einem mehrstündigen Abstimmungsmarathon gegen den Kandidaten von SPD und Grünen, Joachim Gauck, durchgesetzt. Zwei Mal verpasste Wulf die erforderliche absolute Mehrheit, obwohl Union und FDP in der Bundesversammlung die nötige Anzahl an Wahlleuten hatten. Erst als im dritten Durchgang eine einfache Mehrheit ausgereicht hätte, erhielt Wulff mit 625 Stimmen die absolute Mehrheit. Die Wahl war notwendig geworden, weil Amtsvorgänger Köhler im Mai überraschend zurückgetreten war.
Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2010, 15:47 Uhr


