Zitat-Sammlung : Stimmen zum Berliner Flughafen-Desaster
Die politischen Protagonisten beim Flughafen-Desaster sind Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit als Vorsitzender des Aufsichtsrates und der Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck als Vizechef des Kontrollgremiums. Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer trägt Verantwortung, da der Bund mit 26 Prozent am Milliardenprojekt beteiligt ist. Für die Bau-Pannen verantwortlich sind zudem: Der inzwischen entlassene Technikchef der Flughafengesellschaft, Manfred Körtgen. Sein Nachfolger ist Horst Amann. In Dauerkritik steht auch Flughafenchef Rainer Schwarz. Zahlreiche Aussagen illustrieren die Fehleinschätzungen der Verantwortlichen beim Bau des Willy-Brandt-Airports.
"Wir werden beweisen, dass drei öffentliche Eigentümer so ein Projekt bauen können."
Wowereit und Platzeck beim Spatenstich in Schönefeld 2006
"Es gibt keine Notwendigkeit, das Finanzkonzept zu ändern."
Wowereit verteidigt 2007 die dritte Ausschreibungsrunde für den Flughafenneubau.
"Der Inbetriebnahmetermin 3. Juni 2012 ist unwiderruflich."
Flughafen-Geschäftsführer Manfred Körtgen im November 2011
"Diesen Dilettanten darf man nicht die Führung der Stadt überlassen."
Aufsichtsratschef Wowereit 2011 vor der Berlin-Wahl an die Grünen gerichtet, weil diese das Projekt abspecken wollten.
"Sicherheit hat Vorrang!"
Wowereit Anfang April 2012 bei der überraschenden Absage des Eröffnungstermins wegen Problemen an der Brandschutzanlage.
"Die großen Probleme waren Mitte des Jahres 2010 klar." Die Verantwortlichen "haben sich irgendwann mal eingeigelt, wollten nur noch Sachen hören, die in den Kram passten."
Der brandenburgische SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert im Mai 2012. Er war nach eigener Aussage dreimal mit seinen Warnungen abgeblitzt, dass der Flughafen nicht rechtzeitig fertig werde.
"Offenbar gibt es heute bei großen Bauprojekten einen Komplexitätsanspruch, der Planer und Ausführer gegenseitig überansprucht."
Platzeck im August 2012
"Wir sind hier gut beraten, keinen Druck zu machen." ... "Es ist klar, dass ein hoher Verlässlichkeitsgrad da sein muss."
Wowereit im August 2012 zur neuen Terminfindung. Als Ziel war dann der 17. März 2013 fixiert worden.
"Ich gehe davon aus, dass der Eröffnungstermin im Herbst 2013 auch gehalten wird. Eine nochmalige Verschiebung können wir uns auch für das Image des Landes nicht leisten."
Platzeck am 22. September 2012
"Die können ja nicht einmal einen Flughafen bauen!"
Bayerns Ministerpräsident Seehofer im Oktober 2012 bei seiner Kritik am Länderfinanzausgleich:
"Nach der jetzigen Planung startet er am 17. März 2013. Aber wir sind dabei, das noch mal abzuchecken." … "Ich sehe nicht, welchen konkreten Vorwurf man dem Aufsichtsrat machen müsste".
Wowereit am 30. Juni 2012
"Es bestand kein vitaler Projektprozess mehr."
Aus dem Bericht BER der Berliner Flughafengesellschaft vom September 2012. Konkret hieß das, dass auch der Termin für die Inbetriebnahme am 17. März 2013 geplatzt ist.
"Wenn es nach dem Bundesverkehrsminister allein ginge, wäre der Vorsitzende und die Geschäftsführung schon längst weg."
Verkehrsminister Ramsauer am 16. Dezember 2012
Momentan gebe es "keine Aspekte, die eine Zeitverschiebung nötig machen".
Technikchef Amann Mitte Dezember 2012


