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Bildungspolitik : Gleiches Abitur ab 2017

Die Messlatte für Abiturienten soll in ganz Deutschland gleich hoch liegen. Die Schulminister aller 16 Bundesländer haben sich auf der Kultusministerkonferenz in Hamburg auf einheitliche Anforderungen in den vier Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch geeinigt.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ties Rabe, sagte, die einheitlichen Standards würden die "Qualität und Vergleichbarkeit des Abiturs weiter verbessern". Die Länder sollten nun mit der Umsetzung der Standards in ihren Bildungs- und Lehrplänen beginnen. Im Jahr 2016/17 würden dann bundesweit gleich schwere Abiturprüfungen in den zentralen Fächern eingesetzt. Rabe sprach von einem großen Schritt für das deutsche Schulwesen, der so noch vor einigen Jahren kaum für möglich gehalten worden sei.

Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wollen allerdings schneller handeln und in den Mathematik-, Deutsch- und Englisch-Prüfungen schon ab 2014 gemeinsam Aufgaben stellen.

Kurth: Naturwissenschaften müssen nachziehen

Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth sagte MDR INFO, gemeinsame Standards in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch seien ein wichtiger Schritt zur besseren Vergleichbarkeit der Abi-Prüfungen.

Dieser Weg müsse auch bei den Naturwissenschaften gegangen werden. Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Land müsse sich nicht verstecken. Es bleibe dabei, dass Schüler zum Erreichen der Hochschulreife einiges tun müssten. Den Ministern geht es nach eigenen Angaben nicht um ein Einheitsabitur.

Schüler: Standards sichern Abi-Qualität

Die Schüler-Union Deutschland erklärte, gemeinsame Standards sicherten die Qualität des deutschen Abiturs. Der Bundesvorsitzende Leopold Born schränkte ein, "allerdings dürfen dabei weder der Anspruch gesenkt, noch wichtige Lerninhalte wegfallen". Dennoch sollte die Schulpolitik weiter in Länderhand bleiben.

Lehrer-Abschlüsse bundesweit anerkannt

Um den Lehrermangel in verschiedenen Bundesländern besser abfedern zu können, sollen Lehrer künftig leichter von einem Bundesland zum anderen wechseln können: Die Kultusminister beschlossen in Hamburg die gegenseitige Anerkennung der Lehramtsabschlüsse. Wie der Präsident der Kultusministerkonferenz, Ties Rabe, sagte, sollen die entsprechenden Rechtsvorschriften in den einzelnen Ländern bis spätestens Ende 2014 sollen die Rechtsvorschriften in den einzelnen Ländern angepasst sein.

Zwar seien die Schulen insgesamt gut versorgt, dennoch gebe es große regionale Unterschiede. Diese müssten ausgeglichen werden, sagte Rabe mit Blick auf den Lehrermangel, der in einigen Bundesländern herrscht. Schon jetzt gebe es eine große Mobilität. Dennoch gebe es immer noch Probleme bei Fragen der Beförderung und der Verbeamtung.

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2012, 20:56 Uhr

3. Swaantje Thomm-Hermsdorf:
Das macht die Prüfung sicher besonders spannend, wenn an allen Schulen zur gleichen Zeit die gleichen Prüfungsfragen gelüftet werden. Viel wichtiger erscheint mir jedoch, dass die Schüler, die zukünftigen Studenten und Lehrlinge, allumfassend und gründlich auf ihre beruflichen Wege vorbereitet werden. Welche Methoden zu diesem Ziel führen, ist zweitrangig..."VIELE WEGE FÜHREN NACH ROM" und eine Gesellschaft mit vielen Individualisten ist bestimmt interessanter und vielseitiger L.G.
19.10.2012
13:01 Uhr
2. Westsachse:
Gibt es schon eine einheitliche Regelung ob die Kids nun 12 oder 13 Jahre in die Schule gehen? Da fängt es mit gleich an und hört dann erst bei den Fragen auf.
19.10.2012
10:40 Uhr
1. Wolf Singer:
Englisch und Französisch als Kernfächer zu bezeichnen ist ein Witz hoch zehn! Was ist mit Physik, Chemie oder Biologie? Kein Wunder, dass die Zahl der für das Berufsleben unfähigen [...]* ständig rapide zunimmt. Armes Deutschland... * Derbe, unangemessene Ausdrucksweise gelöscht - MDR.DE-Redaktion
19.10.2012
09:07 Uhr

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Wie werden die neuen Abituraufgaben erstellt?

Es soll ein Aufgabenpool mit wissenschaftlich überprüften und gleich schweren Abituraufgaben in den zentralen Fächern eingerichtet werden. Dieser Pool soll ab 2013 wachsen und den Ländern ab dem Schuljahr 2016/2017 zur Verfügung stehen.

Entwickelt wurden die Standards für die Allgemeine Hochschulreife vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen in Zusammenarbeit mit Fachexperten der Länder sowie Wissenschaftlern in Abstimmung mit der KMK. Diese Standards sollen definieren, was Schüler am Ende der 12. Klasse wissen müssen.

Im Pool befinden sich Beispielaufgaben, die illustrieren, was von den Jugendlichen erwartet wird und wie eine solche Prüfung aussehen könnte. Das Institut soll auch die Entwicklung von Standards für die Allgemeine Hochschulreife für die Fächer Biologie, Chemie und Physik verantworten. Bereits vorhanden sind sie in den Fächern Deutsch und Mathematik in der vierten Klasse, für Deutsch und Mathematik beim Hauptschulabschluss sowie bei Kernfächern beim mittleren Abschluss.

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