Kampf gegen Billigkonkurrenz : Altmaier sagt Solarbranche Unterstützung zu
Bundesumweltminister Peter Altmaier will der angeschlagenen deutschen Solarbranche im Kampf gegen chinesische Billigkonkurrenz den Rücken stärken. Der CDU-Politiker sagte am Freitag bei seinem Antrittsbesuch in Sachsen-Anhalt, wenn es Hinweise auf Wettbewerbsverzerrungen gebe, werde er entsprechende Maßnahmen unterstützen. Der Minister reagierte damit auf Forderungen deutscher Solarfirmen, ein Antidumping-Verfahren gegen China zu eröffnen. Er gab jedoch zu bedenken, dass darüber nicht die Bundesregierung, sondern die EU-Kommission in Brüssel entscheide.
Dumpingpreise setzen deutschen Firmen zu
Die Solarindustrie in Deutschland kämpft seit geraumer Zeit mit Überproduktion, Preisdruck und sinkenden Subventionen. Zahlreiche Firmen wie das Thalheimer Unternehmen Sovello, Solar Millennium oder Solon haben mittlerweile Insolvenz angemeldet. Auch der frühere Branchenprimus Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen hat seine Zahlungsunfähigkeit erklärt. Den chinesischen Unternehmen wird vorgeworfen, ihre Produkte mit Hilfe besserer Kreditbedingungen im Land zu Dumpingpreisen auf den Markt zu werfen und so die Konkurrenz zu verdrängen. Vertreter der deutschen Solarbranche fordern, dagegen mit Einfuhrzöllen vorzugehen. So arbeitet das Photovoltaikunternehmen Solarworld derzeit an der Vorlage einer Antidumping-Klage in Brüssel, die allerdings mindestens ein Viertel aller europäischen Solarfirmen unterstützen müsste.
Altmaier spricht von nationalem Interesse
Altmaier kündigte bei einem Besuch des Fraunhofer-Instituts für Silizium-Photovoltaik in Schkopau an, das Problem während der China-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende August anzusprechen. Er werde alles dafür tun, dass sich die deutsche Solarbranche auch künftig im umkämpften Weltmarkt behaupten kann. Das Überleben der Photovoltaik- und Solarindustrie sei keine allein regionale Aufgabe, sondern von nationalem Interesse, sagte der Minister. Direkte Staatshilfe für das insolvente Unternehmen Q-Cells mit 1.300 Arbeitsplätzen lehnte er jedoch ab. Er hoffe, dass sich viele Probleme lösen, wenn die Weltmarktnachfrage stärker anspringt. Zugleich rief Altmaier zu mehr Zuversicht auf. Die Zukunft der Branche könne sich nicht an der Höhe der Förderung für Solarstrom entscheiden. Der Vorsprung deutscher Firmen werde weniger im Preis liegen können, sondern in der Qualität.
"Vorreiter bei erneuerbaren Energien"
Sachsen-Anhalt sieht Altmaier trotz aller gegenwärtigen Probleme weiterhin als einen Vorreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland. Das Land habe allein schon aufgrund seiner geographischen Lage bei der Energiewende eine strategisch wichtige Rolle inne. Zudem habe man frühzeitig die enormen Chancen in diesem Bereich erkannt und sei gut aufgestellt. Wichtig sei nun, die Energiewende im nationalen Maßstab gemeinsam mit den anderen Ländern zu koordinieren.
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Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik
Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Schkopau war im September 2011 in Betrieb gegangen. Dort können auf rund 2.000 Quadratmetern neuartige Verfahren unter anderem zur Kunststoffverarbeitung sowie zur Aufbau- und Verbindungstechnik entwickelt werden. Das Zentrum, in dem 70 Chemiker, Physiker und Techniker arbeiten, steht Solarmodul-, Geräte- und Materialherstellern als anwendungsorientierter Forschungsdienstleister zur Verfügung. Es ist Teil des Fraunhofer-Instituts für Silizium-Photovoltaik in Halle, in das insgesamt 60 Millionen Euro investiert werden.


