Geplanter Atomausstieg : Sachsen-Anhalt will kein weiteres Endlager
Sachsen-Anhalt wehrt sich gegen ein mögliches weiteres Atommüll-Endlager im Land. Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) sagte dem MDR, es gebe andere Regionen in Deutschland, die dafür sehr viel geeigneter seien. Dafür brauche man eine bestimmte Dichte und eine bestimmte flächenmäßige Ausdehnung. Das könne Sachsen-Anhalt nicht leisten. Insofern sollte sich die Suche auf andere Standorte konzentrieren, wo man nicht vergeblich suchen müsse. Der Minister begrüßte zugleich die Entscheidung der neuen grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg, das Land für Erkundungen nach neuen Lagerstätten zu öffnen.
Endlager Morsleben vor dauerhafter Schließung
Sachsen-Anhalt besitzt in Morsleben bereits ein Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Zurzeit läuft dort das Verfahren zur dauerhaften Schließung. Zum Stand des Verfahrens erklärte Aeikens in der Zeitung nur, dass die Behörden derzeit die etwa 15.000 Einwendungen bearbeiteten. Das Endlager Morsleben war zu DDR-Zeiten in einem Salzstock eingerichtet worden. Es diente zunächst der DDR und nach dem Mauerfall bis 1998 auch der Bundesrepublik als Lagerstätte für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Nach dem Willen der Bundesregierung soll Morsleben innerhalb der nächsten 20 Jahre stillgelegt werden.
Lieberknecht: Thüringen scheidet als Endlager aus
Auch Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht hat sich bereits gegen ein Endlager für Atommüll in Thüringen ausgesprochen. Der Freistaat sei aus geologischen Gründen dafür nicht geeignet, sagte sie am Freitag bei MDR INFO. Der Thüringer Umweltminister Jürgen Reinholz sagte dem MDR, Thüringen hätte nur Salzstöcke, die nicht vollständig dicht seien. Insofern scheide Thüringen eigentlich definitiv aus.
Atomausstieg bringt neues Endlagergesetz
Die Regierungskoalition in Berlin hatte sich vor einigen Tagen geeinigt, bundesweit nach einem Endlager-Standort zu suchen. Dabei soll auch der mögliche Standort in Gorleben weiter erkundet werden. Bis Ende des Jahres ist ein neues Endlagergesetz geplant, das vorsieht, ergebnisoffen nach weiteren Endlagermöglichkeiten zu suchen. Den Vorsitz dieser Verhandlungsrunde von Bund und Ländern hatte übrigens Aeikens Chef, der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, geführt.
Bevorzugt Salz, Ton oder Granit
Auch aus Bayern kamen Töne, die eine mögliche Endlagerstätte von vornherein ausschließen wollen. Umweltminister Markus Söder (CSU) sagte, der Freistaat sei von vornherein ungeeignet. Deshalb müsse man mit der Suche gar nicht erst beginnen.
Die Geologen bevorzugen bei der Endlagersuche drei Gesteinsformationen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften hält vorrangig Salzstöcke für geeignet. Geeignet scheinen auch Ton und nötigenfalls Granit.
Morsleben
Das Endlager Morsleben war zu DDR-Zeiten in einem Salzstock eingerichtet worden. Es diente zunächst der DDR und nach dem Mauerfall bis 1998 auch der Bundesrepublik als Lagerstätte für radioaktive Abfälle. Nach dem Willen der Bundesregierung soll Morsleben innerhalb der nächsten 20 Jahre stillgelegt werden.


