Ärztemangel : Gesundheitsminister will Landärzte finden
Mit einer Kommission will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler dem zunehmenden Mangel an Ärzten in ländlichen Gebieten abhelfen. Der FDP-Minister sagte nach einer Sonder-Gesundheitsministerkonferenz mit den Ländern in Berlin, das Problem müsse gemeinsam gelöst werden. So sollten im Gremium Länder, Kassen und Ärzteverbände vertreten sein. Bis Mitte nächsten Jahres soll ein entsprechendes Gesetz entstehen, dass die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten in Zukunft absichern soll, kündigte Rösler an. Mehrere Länder zeigten sich vom Treffen jedoch enttäuscht, sie fordern mehr Mitsprache bei der ärztlichen Versorgung als bislang.
Wo lässt sich der Landarzt finden?
Besonders die neuen Bundesländer erleben schon jetzt einen Ärztemangel in den ländlichen Regionen. Der komme in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf ganz Deutschland zu, warnte Rösler. Der Minister will den Nachwuchs mit zusätzlichen Angeboten aufs Land locken. Es gehe hier nicht nur um mehr Verdienst, sondern auch um attraktivere Lebensbedingungen vor Ort, sagte Rösler. Auch müssten Hausbesuche besser honoriert werden. Im April hatte der Minister vorgeschlagen, die Zulassungsbeschränkungen beim Medizinstudium aufzuweichen, um Nachwuchs für unterversorgte ländliche Regionen zu finden. Ärzte hatten diese Idee jedoch abgelehnt.
Länder suchen nach eigenen Lösungen
In Thüringen sind über 40 Prozent der Ärzte bereits über 60 Jahre alt. Wenn sie in Rente gehen werden, wird der Ärztemangel noch akuter. In Sachsen suchen derzeit rund 130 Arztpraxen einen Nachfolger. Auf 100.000 Patienten kommen im Freistaat durchschnittlich 43 Allgemeinmediziner. Die Länder haben sich längst auf eigene Lösungssuche begeben. Sachsen zahlt beispielsweise Medizinstudenten eine Art Stipendium über 600 Euro im Monat. Das Geld dürfen sie aber nur behalten, wenn sie nach dem Studium in einer unterversorgten Region im Freistaat arbeiten.


