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Engpässe bei Arzneimitteln : Pharmaverbände schlagen Alarm

Die Arzneimittelhersteller haben Lieferschwierigkeiten bei bestimmten Medikamenten eingeräumt. Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" schrieben die Fachverbände einen gemeinsamen Brief an die Gesundheitspolitiker des Bundes und der Länder. Darin heißt es, Engpässe könnten "kurzfristig sein und nur wenige Tage dauern, aber auch längere Zeiträume umfassen". Als Ursachen nennt die Pharmabranche eine unerwartet hohe Nachfrage und eingeschränkte Produktionskapazitäten. Wegen des hohen Kostendrucks gebe es nur wenige Hersteller. Die Fachverbände betonen jedoch, dass nicht jede Lieferschwierigkeit die medizinische Versorgung gefährde. Meistens gebe es Alternativmedikamente.

Bestimmte Antibiotika und Krebsmittel fehlen

Medikamente
Führt der Kostendruck zum Medikamentenmangel?

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) spricht von Engpässen bei Arzneimitteln - darunter lebenswichtige wie Antibiotika und Krebsmittel. Die Kliniken mahnten, "bei einer weiteren Verschärfung der Situation könne die Versorgung von schwerstkranken Patienten mit den notwendigen Arzneimitteln nicht mehr sichergestellt werden". In jedem fünften Fall mussten demnach Patienten auf medizinisch schlechtere Mittel umgestellt werden.

Die DKG schlug nach einer repräsentativen Erhebung in rund 100 deutschen Kliniken Alarm. Demnach stehen rund fünf Prozent der eingesetzten Medikamente nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Meist seien die Engpässe plötzlich, ohne Vorwarnung durch den Hersteller aufgetreten.

Zentrales Melderegister gefordert

Als Ursachen der Versorgungsengpässe sieht die Krankenhausgesellschaft neben geringen Produktionskapazitäten, die geringere Lagerhaltung, Probleme bei der Wirkstoffbeschaffung und höhere Qualitätsanforderungen der Aufsichtsbehörden. Als Konsequenz verlangte die DKG ein Melderegister und zentrales Risikomanagement für knappe Arzneien. Außerdem sollen Hersteller gesetzlich zur ausreichenden Lagerhaltung von lebenswichtigen Arzneimitteln verpflichtet werden. Um gegenzusteuern, hat das Bundesgesundheitsministerium Gespräche mit Apothekern, Ärzten und Pharmabranche aufgenommen.

Pro Generika und Gesundheitsministerium sprechen von Einzelfällen

Der Branchenverband Pro Generika warnte vor Panikmache. Geschäftsführer Bork Bretthauer sagte MDR INFO, er sehe in Deutschland keine systematischen Versorgungsengpässe. Es handele sich um Einzelfälle. Auch sei das Problem nicht neu. Die Produktion bestimmter Wirkstoffe erfordere inzwischen viel High Tech. Die Hersteller spezialisierten sich auf bestimmte Arzneien. Falle einer aus, sei das ganze System gestört. Auch das Bundesgesundheitsministerium beschwichtigte und sprach von einer flächendeckenden "sehr guten Arzneimittelversorgung". Man werde im neuen Jahr aber mit allen Beteiligten weitere Gespräche zu diesem Thema führen.

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2012, 21:05 Uhr

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