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Atommüll : Bürger sollen bei Endlagersuche beteiligt werden

Bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll sollen die Bürger mitwirken können. Darauf verständigte sich am Donnerstagabend Bundesumweltminister Norbert Röttgen mit Vertretern der 16 Bundesländer.

"Nicht nur informieren - auch beteiligen"

Im Anschluss an das Treffen sagte Röttgen, es sei wichtig, die Menschen nicht nur zu informieren, sondern auch zu beteiligen. Daher sollen in den Entwürfen für das Gesetz zur Endlagersuche die Passagen zur Bürgerbeteiligung grundlegend überarbeitet werden. Die Bürgerbeteiligung war vor allem von den Grünen angemahnt worden.

Weiter Streit um Gorleben

Bisher ist das niedersächsische Gorleben die einzige geprüfte Variante für ein atomares Endlager. Wann und wie der Salzstock mit alternativen Standorten verglichen wird ist weiterhin unklar. Röttgen betonte jedoch, dass es weder einen politischen Vorabausschluss noch eine Sonderbehandlung für Gorleben gebe. Umweltschützer hatten ein sofortiges Aus für Gorleben gefordert, weil der Salzstock für die Endlagerung ungeeignet sei. Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl kritisierte im Anschluss an die Beratungen, das Festhalten an Gorleben. Riedl sagte: "Dass Röttgen dennoch den ungeeigneten Salzstock im Verfahren lassen will, beweist, dass er den Neustart in der Atommüllfrage nicht ernst meint."

Allerdings haben sich auch SPD und Grüne grundsätzlich dafür ausgesprochen, Gorleben als Kandidaten beizubehalten, obwohl beide Parteien als Endlager ablehnen. Sie halten den Salzstock nach den Debatten um seine Sicherheit in den vergangenen Monaten für nicht mehr tragbar. Sie befürchten aber, dass die Wahl eines anderen Standortes juristisch angefochten wird, falls Gorleben von vornherein bei der Suche ausgeschlossen wird.

Salzgestein, Ton oder Granit

Einigkeit bestand bei dem Treffen in Berlin darin, dass ein mögliches Endlager in tiefen geologischen Schichten errichtet werden soll. Dafür kommen Salzgestein, Ton und Granit infrage. Im November hatten Bund und Länder vereinbart, bei der Endlager-Suche von vorn zu beginnen. Sie wollen in ganz Deutschland mögliche Standorte erkunden, in denen hochradioaktive Abfälle endgültig gelagert werden können.

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2012, 22:17 Uhr

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