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Dittersdorf - Schleiz : A9 wegen Bauarbeiten zeitweise vollständig gesperrt

Die Autobahn 9 ist zwischen Dittersdorf und Schleiz die ganze Nacht voll gesperrt gewesen. Nach Angaben der Straßenverkehrsbehörde wurden auf dem Abschnitt zwei Brücken abgerissen. Autofahrer mussten seit Sonnabendabend über Bundes- und Landesstraßen ausweichen. Die Umleitungsstrecke führte direkt durch Schleiz. Winterliche Straßenverhältnisse führten zu zusätzlichen Problemen. Seit dem Sonntagvormittag ist die Autobahn aber wieder frei.

Der sechsspurige Ausbau dauert zwei Jahre

Karte Lückenschluss A9 zw. Triptis und Schleiz
Lückenschluss zwischen Triptis und Schleiz auf der A9

Der Abriss der beiden Brücken war nötig, weil die Autobahn auf den knapp 19 Kilometern zwischen Dittersdorf und Schleiz auf sechs Spuren erweitert wird. Damit soll das letzte "Nadelöhr" auf Thüringens Autobahnen verschwinden: Die Strecke ist im Moment noch vierspurig ohne Standstreifen. Die Bauarbeiten sollen insgesamt rund zwei Jahre dauern. Deshalb wird es auch in den kommenden Monaten immer wieder zu Behinderungen kommen. Die Kosten sind mit 120 Millionen Euro veranschlagt.

Bauträger ist ein privates Konsortium namens Via Gateway Thüringen, eine Projektgesellschaft mit Eigentümern aus Bayern, Baden-Württemberg und Frankreich. Damit wird zum zweiten Mal in Thüringen ein Autobahnabschnitt in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP; auch Public Private Partnership PPP) gebaut. Der Privatinvestor finanziert das Projekt vor, baut die Strecke aus und betreut diese und weitere rund 30 Kilometer südlich des Hermsdorfer Kreuzes über 20 Jahre. Das Geld wird vom Bund schrittweise zurückgezahlt.

Erfahrungen mit ähnlichem Projekt auf der A4

Der erste Auftrag dieser Art in Thüringen betraf die Hörselbergumfahrung auf der Autobahn 4 bei Eisenach. Während der Privatinvestor auf der A4 über 30 Jahre die Einnahmen aus der Lkw-Maut erhält, wird das Konsortium auf der A9 nach Qualitätsstandards bezahlt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sagte, mit Hilfe öffentlich-privater Partnerschaften könnten Verkehrswege schneller umgebaut werden, als wenn der Bau aus laufenden Haushaltsmitteln finanziert würde.

Zuletzt aktualisiert: 29. Januar 2012, 10:41 Uhr

Public Private Partnership (PPP)

Das Projekt läuft meist so, dass der private Unternehmer auf Basis einer ihm nach öffentlicher Ausschreibung erteilten Konzession ein Infrastrukturprojekt weitestgehend im eigenen Risiko plant, errichtet, finanziert und betreibt. Er hat auch die Bauherreneigenschaft und trägt das wirtschaftliche Risiko. Die Refinanzierung erfüllt der öffentliche Auftraggeber. Die Verträge haben oft Laufzeiten zwischen 20 und 30 Jahren.

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