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Machtkampf unter Rockern : Magdeburger Bandidos auf dem Rückzug

In die Rockerszene in Sachsen-Anhalt kommt Bewegung. Die Bandidos haben ihre Ortsgruppe Magdeburg überraschend aufgelöst. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Gleichzeitig hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der konkurrierende Rockerclub Hells Angels in der Landeshauptstadt die Kontrolle über die Türsteherszene, über Glücksspiel und Prostitution übernehmen will.

Polizei hat keine Erklärung

Stefan Brodtrück vom Landeskriminalamt bestätigte MDR SACHSEN-ANHALT, dass die Bandidos in Magdeburg ihre Tätigkeit eingestellt haben. Brodtrück sagte, ein relativ untrügliches Zeichen dafür sei das Ablegen der Insignien an den Westen, aber auch die Außendarstellungen an Klubhäusern oder Ähnlichem. In diesem Fall in Magdeburg sei das so geschehen. Die Magdeburger Bandidos hatten ihr Klubhaus im Stadtteil Alt-Fermersleben, mit angrenzender Table-Dance-Bar und Spielcasino. An der Hausfassade steht auf Englisch noch der Leitsatz der Rocker: "Gott vergibt, die Bandidos nicht." Alle anderen Symbole sind verschwunden.

Warum die Magdeburger Bandidos den Rückzug angetreten haben, ist aber auch dem Landeskriminalamt nicht klar. Insider sprechen von internen Konflikten. Andere behaupten, die Rocker hätten aufgegeben, um dem Verfolgungsdruck der Polizei zu entgehen. Im Oktober vergangenen Jahres hatten Spezialeinsatzkommandos der Polizei das Klubhaus und Wohnungen der Bandidos durchsucht. Sie fanden zehn Kilogramm Haschisch, Schlagringe, Macheten und Kleinkalibermunition.

Machtdemonstration der Hells Angels

Ein Experte für die Rockerszene, der Landesvorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter in Niedersachsen, Ulf Küch, hat aber noch eine andere Erklärung. Der konkurrierende Rockerclub "Hells Angels" hat nach seinen Angaben eine Ortsgruppe mit dem Namen Eastgate Magdeburg gegründet. Küch wertet dies als Machtdemonstration gegenüber den Bandidos in Sachsen-Anhalt. Er vermutet, dass die Hells Angels sich in Magdeburg ansiedeln werden. Was genau passiert ist, kann Küch noch nicht sagen. Irgendwann würden sich aber die Hells Angels in Magdeburg zeigen. Dann werde man sehen, wer dazu gehört und welche Geschäftsbereiche übernommen wurden.

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2013, 05:00 Uhr

6. Hartwich:
Oh jeh was sagt man dazu die Polizei weiss nicht genau warum und was dahinter steckt. Nun das geht sie ja auch gar nichts an. Auf Nachfrage kein Kommentar? Die wären ja auch blöd diesen Typen eine Auskunft zu geben. Ich hoffe die zeigen es denen mal so richtig,aber so das den Saubermännern die Klappe runter fällt.
19.01.2013
22:48 Uhr
5. Pascal H.:
Interessant wie wenig sich Ulf Küch als Sprecher in der Szene auskennt. Der 1%er-Begriff wurde 1947 in Hollister geprägt. Zu dieser Zeit gab es weder Hells Angels noch Rolling Stones. Wie gewohnt gut recherchiert... Bravo! [...] [Löschung einer Unterstellung - MDR.DE_Redaktion]
19.01.2013
19:04 Uhr
4. Rolf:
Alles kein Problem, Innenminister Stahlknecht hat doch tausende Stellen bei der Polizei neu geschaffen, da kriegt man die Rocker schnell in den Griff. *Ironie aus*
19.01.2013
12:51 Uhr
3. toni der assi:
in Ottersleben gibts den Rockerclub Red Devils größter Support club der Hells Angels und die werden hier auch was übernehmen mit den Hells Angels zusammen
18.01.2013
14:24 Uhr
2. Guido Haase:
Egon der war Gut! Daumen hoch!!!
18.01.2013
12:50 Uhr
1. Egon W.:
Welche Polizei ist alarmiert? Es gibt doch kaum noch Polizei und es wird noch weiter abgebaut. Betrug am Steuerzahler nenn eich das!
18.01.2013
08:30 Uhr

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Rockerbanden in Sachsen-Anhalt

Laut Innenministeriums gibt es in Sachsen-Anhalt etwa 200 organisierte Mitglieder von Rockerbanden. Nach der Auflösung des Magdeburger Untervereins (Chapter) haben die Bandidos in Sachsen-Anhalt noch 40 Mitglieder. Sie sind in den Chaptern Halle, Halberstadt und Haldensleben organisiert. Hinzu kommen Unterstützer (Supporter):

Black Rain (Magdeburg, Halberstadt, Haldensleben, Burg)
Chicanos (Halle und Merseburg)
Darkrage (Haldensleben)

Die Hells Angels sind bisher in Sachsen-Anhalt ausschließlich durch ihre Unterstützer vertreten:
Red Devils (Halle, Zeitz und Salzwedel)

Die Underdogs verstehen sich als eigenständiger Club (Halle, Eisleben, Bernburg, Staßfurt)

Das Innenministerium verfügt über Erkenntnisse, die auf eine Verbindung der Rockerbanden Red Devils (Salzwedel), Chicanos und Underdogs mit der rechten Szene hinweisen.

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