Sachsen-Anhalt : Neues Programm für bessere Kinderbetreuung
Sachsen-Anhalt will die Qualität der Kinderbetreuung mit einem neuen Bildungsprogramm verbessern. Wie Sozialminister Norbert Bischoff am Donnerstag in Magdeburg sagte, soll dabei die natürliche Neugier des Kindes, die Welt zu entdecken, im Mittelpunkt stehen und gefördert werden. Zentrales Ziel des Programms sei es, die Bildung vor die Betreuung des Kindes zu stellen.
Das Programm steht unter dem Motto "Bildung: elementar - Bildung von Anfang an" und ist eine Fortschreibung eines Programms aus dem Jahr 2004. Es umfasst 160 Seiten, die innerhalb von zwei Jahren erarbeitet wurden. Das Programm soll künftig für alle Einrichtungen - von der Krippe über den Kindergarten bis zum Hort - verbindlich sein. Laut Bischoff soll der Entwurf jedoch zuvor noch öffentlich diskutiert werden. Dazu seien Foren in allen Regionen des Landes geplant. Noch in diesem Jahr soll das Programm dann fertig sein.
Kita-Leben soll kindorientiert und vielfältig sein
Die Leiterin des Instituts Bildung: elementar, Ursula Rabe-Kleberg, betonte, dass bei dem neuen Bildungsprogramm das Kind im Mittelpunkt steht. Ausgehend von den Rechten, Wünschen und Bedürfnissen der Kinder seien Leitlinien für Kitas abgeleitet worden. Beispielsweise sollen Erzieherinnen nicht Führerinnen der Kinder sein, sondern deren Begleiterinnen und Unterstützerinnen.
Zudem sollen Kinder vielfältige Anregungen erhalten. Neben der Musik sollen acht weitere sogenannte Bildungsbereiche besonders gefördert werden. Dazu zählen Körper, Grundthemen des Lebens, Sprache, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Mathematik, Natur und Technik.
Das Programm richtet sich an Erzieher. Es stellt die Bedeutung dieser Bereiche heraus, ebenso die möglichen Interessen der Kinder und die Schlussfolgerungen für das Handeln der Erzieher. Um eine Art Lehrplan handele es sich dabei nicht, stellte der Sozialminister klar. Vielmehr gehe es darum, die Freude am Lernen zu entdecken.
Wieder Ganztagsanspruch ab August 2013
Das Land Sachsen-Anhalt hat ab August 2013 für alle Kinder zwischen 0 und 14 Jahren den Ganztagsanspruch auf Betreuung außerhalb des Elternhauses wieder eingeführt. Zuvor konnten Kinder von Erwerbslosen nur halbtags betreut werden. Die Arbeit an der Qualität der Kindereinrichtungen soll die Betreuung insgesamt verbessern.



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