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Reaktionen auf Bildungsstudie : Lob für Lehrer und Warnung vor Lehrermangel

Nach den guten Ergebnissen der mitteldeutschen Länder beim jüngsten Bildungstest haben Bildungspolitiker das Engagement der Lehrer und Lehrerinnen gelobt. Ihr Einsatz habe zu den guten Platzierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geführt. Zugleich warnten sie vor Euphorie.

Alter der Lehrer ein Problem

Christoph Matschie
Thüringens Kultusminister Matschie warnt vor Folgen des Lehrermangels.

Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie wies auf das hohe Durchschnittsalter der Lehrer im Freistaat hin. Matschie sagte, das Alter der Lehrer sei vor allem an den Grundschulen ein Problem. Thüringen werde deshalb in den nächsten zwei Jahren insgesamt 800 Lehrer einstellen, viele von ihnen für die Klassen 1 bis 4. Der SPD-Politiker warf der Vorgängerregierung vor, die notwendigen Einstellungen hinausgeschoben zu haben.

Ähnlich äußerte sich der langjährige bildungspolitische Sprecher der sächsischen CDU-Fraktion, Thomas Colditz. Bei MDR INFO nannte er die Schulstudie eine Momentaufnahme, von der man sich nicht blenden lassen dürfe. Werde der Lehrerbedarf in Sachsen gerade im Grundschulbereich künftig nicht gedeckt, sei das derzeitige Niveau nicht zu halten. Die Studie sei kein Anlass, sich darin zu sonnen und so zu tun, als sehe man keinen Handlungsbedarf. Die schwarz-gelbe Koalition in Sachsen stehe hier in der Verantwortung und müsse mehr tun.

Viel Lob - Lehrer wollen mehr Geld

Für Colditz ist das gute sächsische Ergebnisse dem Engagement der Lehrerinnen und Lehrer vor Ort zu verdanken. Doch dieser Einsatz werde gerade im Grundschulbereich nicht ausreichend honoriert. Colditz führte das gute Abschneiden Sachsens auch auf die Klassenstärken im Freistaat zurück, die nicht so hoch wie in anderen Bundesländern seien. Auch die Lehrplaninhalte seien im Freistaat mittlerweile sehr anspruchsvoll.

Brunhild Kurth
Sachsens Kultusministerin Kurth würdigte die Arbeit der Lehrer.

Sachsens Kultusminister Brunhild Kurth würdigte ebenfalls die Arbeit der Lehrer. Sie schaffe die Grundlage für schulische Erfolge. Als weitere Gründe für die sächsischen Erfolge nannte sie die gute Schulvorbereitung in der Kita sowie die intensive Sprachförderung in der Grundschule. Handlungsbedarf sieht die parteilose Politikerin beim Zuhören und einer gezielten Förderung von Jungen und Mädchen. Auf den Lehrermangel in Sachsen ging sie in ihren Reaktionen bislang nicht ein.

Dagegen bemängelte der Vorsitzende des sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, dass sich die gute Arbeit der Pädagogen nicht in der Bezahlung widerspiegele. "Unsere Grundschullehrer arbeiten ein, zwei Gehaltsgruppen unter dem, was in anderenBundesländern Standard ist."

Lob für die eigene Politik

Stephan Dorgerloh
Sachsen-Anhalts Kultusminister sieht auch die eigene Arbeit bestätigt.

Ministerliches Lob bekamen auch Sachsen-Anhalts Lehrer. Kultusminister Stephan Dorgerloh sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Grundschullehrer würden tagtäglich Tolles leisten. Er freue sich, dass das nun auch durch die Studie bestätigt werde. Zugleich sieht er die Arbeit der Politik belohnt. Die Bemühungen, die Kompetenzen der Schüler zu stärken und sie individuell zu fördern, trügen jetzt Früchte. Konkret nannte er die Einführung des kompetenzorientierten Lehrplans, eine Verstärkung der vorschulischen Ansätze, die sogenannte Sprachstandsfeststellung und die Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Grundschulen.

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2012, 16:15 Uhr

2. Eine Mutter:
Thüringen will also demnächst pro Jahr 400 LehrerInnen einstellen, Sachsen-Anhalt aber nach aktuellen Informationen nur 150. Der Aufstand der aufgebrachten LehrerInnen und Eltern ist also dort - wie momentan in Sachsen - in wenigen Jahren vorprogrammiert... man kann sich über diese Politik nur wundern. Umso mehr muss man die Arbeit der Lehrerschaft loben. Sie leisten Vorbildliches trotz hoher Belastung und niedrigen Gehaltes.
05.10.2012
17:56 Uhr
1. master:
Wie sagte doch die FDP. "Arbeit muss sich wieder lohnen und Leistung muss honoriert werden". Lieber Herr Zastrow, vielleicht sollten Sie diese Sprüche auch mal auf die sächsischen Lehrer anwenden. Bundesweit beste Leistungen aber schlechteste Bezahlung. Naja scheinbar muss man Verteidigungsminister, Europaabgeortnete oder Bundespräsident sein, da [...]. Egal ob man lügt oder betrügt. [...] Löschung wegen unbelegter Behauptung MDR.DE_Redaktion
05.10.2012
16:10 Uhr

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