Polizei geht von Brandanschlag aus Feuer in geplanter Flüchtlingsunterkunft in Thüringen

In Thüringen hat es in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft gebrannt: Nach Angaben der Polizei standen in Rockensußra im Kyffhäuserkreis die Dachstühle von drei unbewohnten Wohnhäusern in Flammen. Sie sollten für Asylbewerber hergerichtet worden. Inzwischen ist das Feuer weitgehend gelöscht. Nach Polizeiangaben gibt es keine Verletzten. Gemeldet worden war das Feuer in der Nacht zum Montag gegen 3:30 Uhr.

Brandanschlag wird vermutet

Die Polizei geht von einem politisch motivierten Brandanschlag aus. Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin. Schon in der Nacht sei mit einem Hubschrauber und Fährtenhunden nach mutmaßlichen Tätern gesucht worden. Eine Sonderkommission des Landeskriminalamts übernehme die Ermittlungen. Das Inneministerium veröffentlichte bei Twitter diese Aussage von Minister Poppenhäger: "Es gibt gute Chancen, die Täter zu fassen."

Der Schaden wird derzeit auf 300.000 Euro geschätzt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erklärte, er sei erschüttert und empört. Für Flüchtlinge bestimmte Häuser anzuzünden sei ebenso hinterhältig und feige wie der Terror, vor dem die Menschen geflüchtet sind. Landtagspräsident Christian Carius (CDU) erklärte, obwohl jeder wisse, welch schweres Schicksal gerade die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien durchlitten haben, schienen den Tätern Mitgefühl und Anteilnahme fremd zu sein. CDU-Landes- und Landtags-Fraktionschef Mike Mohring sagte im ZDF: "Wer gegen Ausländer hetzt und Asylbewerberunterkünfte anzündet, beschmutzt den Namen Deutschlands." Auch die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag verurteilte Brandanschläge auf Asylbewerberheime als inakzeptabel. Der migrationspolitische Sprecher Stefan Möller sagte, solche Brandanschläge verstärkten nur den Druck auf die Kommunen und das Land, noch mehr Objekte zu finden.

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen wollte der Landkreis in den Gebäuden Asylbewerber unterbringen. Ein Sprecher sagte, ein entsprechender Beschluss sollte noch in dieser Woche gefasst werden. Landrätin Antje Hochwind sagte dem MDR, am Montagabend hätte es Gespräche mit dem Ortsteilrat geben sollen. In Rockensußra sind seit mehreren Jahren 90 Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht.

In Sondershausen versammelten sich am Montagabend rund 100 Menschen zu einer Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit und Hetze. Sie zeigten auf dem Marktplatz ihre Solidarität mit dem 20 Kilometer entfernten Rockensußra. An der Demo nahmen auch zahlreiche Bürgermeister aus dem Kyffhäuserkreis teil. Initiiert wurde sie von dem Verein "Sondershausen ist bunt". Auch Flüchtlinge waren zu der Kundgebung gekommen und teilten auf Plakaten ihre Dankbarkeit mit.

Fünf Verletzte in Baden-Württemberg

Ebenfalls in der Nacht zum Montag war in einem Wohncontainerdorf für Flüchtlinge in Baden-Württemberg aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben der Polizei gab es dabei fünf Verletzte: Zwei Menschen verletzten sich beim Sprung aus dem Fenster. Drei weitere hätten sich eine Rauchvergiftung zugezogen. Vier von ihnen hätten zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Etwa die Hälfte der 56 Wohncontainer war laut Polizei in Brand geraten, auch die übrigen sollen jetzt unbewohnbar. In dem Containerdorf lebten mehr als 80 Menschen.

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2015, 20:49 Uhr

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85 Kommentare

08.09.2015 00:42 cj 85

Tja, da bleibt den "besorgten Christen" wohl nicht viel mehr übrig als sich mit Ihrem winzigen Geiste gegen "die Veränderung" zu stemmen, im vollem Bewusstsein, BERECHTIGT zu sein, dass die Welt sich um das eigene Leid drehe, dass ja so unendlich groß zu sein scheint (winziger Geist, ne).
Tja und das Einzige was am Ende übrig bleibt (denn die Veränderung wird stattfinden), ist das Verbittere Dasein zu pflegen. Und bitte jede Gelegenheit nutzen, die Anderen darauf Aufmerksam zu machen, dass "Multikulti" nicht funktioniert." Kreuzberg, Neukölln Ghetto? wir werden Einen Grund finden! Denn immerhin liegt es ja klar auf der Hand, dass dieses "Multikulti" nicht funktioniert. Die Beweise sind ja überall, nisch?!
Und dann kann ich sagen "Siehste ma, wusste doch, dass das alles nur schief gehen kann"
Eine Frage an die "Besorgten und Kritiker"
warum ist dein Leben so unendlich viel mehr Wert als das eines Mannes aus Afghanistan, einer Frau aus Syrien, oder eines Kindes aus dem Irak?

08.09.2015 00:35 cj 84

Soso, die "rechte Propaganda" schlägt auch hier massiv umher.
Ich hoffe doch, dass es noch einige vernünftige Menschen gibt, die das alles wohl sehr gut durchschauen! Was in der letzten Zeit verstärkt hinsichtlich Kommentaren in allen Möglichen Netzwerken angeht, lässt nur darauf schließen, dass es sich hier um gezielte Kampagnen handelt! Tja, wenn man sonst nichts besseres mit seinem Leben anfangen kann..
Anderseits, ist es sogar Möglich, dass einige Kommentare ernst gemeint sind und das ist wirklich schockierend! Denn, wie kann man einen Satz mit "ich bin ja gegen das Anzünden von Flüchtlingsheimen, aber.."..anfangen! Aber?! Aber???!!! Hier gibt es kein Aber!!! Und sich hinter "christlichen Ängsten" zu verstecken ist einfach nur lächerlich! Jesus, wäre der Erste gewesen, der ohne mit der Wimper zu zucken Flüchtlingen geholfen hätte!! Es scheint mir, dass die sogenannten "Christen" hier, wirklich gar keinen Plan haben...


08.09.2015 09:07 R.k 83

zu69 und 74 genau so sieht es aus,bin ganz ihrer meinung

08.09.2015 08:39 m. 82

@78 Vielleicht stehen auch noch irgendwo Einfamilienhäuser leer. Oder liegt in diesen Dörfern der Hund begraben. Vielleicht standen dort zu wenig Spalier.

08.09.2015 04:58 steamtrain 81

@64 - Jene die für den Waffenexport verantwortlich sind fallen doch nicht einfach so vom Himmel, sie sind mehrheitlich vom Volk gewählt. Somit sind auch WIR für ihr tun und treiben verantwortlich. Es wird gegen Flüchtlinge und manchmal auch gegen Arbeitsplatzverlust , für ein rein "christliches" D demonstriert aber so gut wie nie gegen Steuerverschwendung (Bankenrettung, Prestigebauten usw.), Korruption und Kriegstreiberei. Man droht uns ständig mit Arbeitsplatzverlusten, doch es bedarf mehr Personal zum Bau von anständigen Straßen, dem Ausbau und Betrieb des ÖPNV, zum Häuserbau usw.

07.09.2015 00:50 HOPF L. 80

@7 Thüringer Sehr aufmerksam verfolge ich Eure Diskussion.Ich ver-
urteile wie Sie diese Brandanschläge.Ich will einmal einen
Lehrer in hart aber fair zitieren."Die Medien(incl.HAF)sind geradezu
besessen davon,dem deutschen Bürger die Asylantenflut schmack-
haft zu machen.Wenn der Bürger das nicht einsieht,dann ist er eben
ein Rechter.Dieser Lehrer hat den Nagel auf den Kopf getroffen.Um
diese Flüchtlings-Euphorie nicht zu gefährden,werden die deutschen
Bürger wissentlich,nicht über die Vergehen der syrischen Flüchtl.
in anderen EU-Ländern informiert.Da ich mir das Schweizer bzw.
das österreichische Fernsehen ansehe,bin ich dem deutschen
Bürger,immer einiges voraus.Die Türkei gewährt den Syrer ledig-
lich einen temporären Schutzstatus und erkennt sie nicht als Asyl-
suchende an.Die Flüchtlinge erhalten demnach keine Arbeits-
erlaubnis.

07.09.2015 00:01 Maria 79

Ich kann nicht nachvollziehen wie man so böse u zugleich noch dumm sein kann. Vielleicht sollte man eine größere Kampagne starten um Mitläufer zumindest wieder zu normalisieren.

07.09.2015 22:46 M.W. 78

Jegliche Brandstiftung verurteile ich zutiefst und hoffe auf einen schnellen Fahndungserfolg.
Aber, warum darf die Nachricht nicht kommentiert werden, das Asylbewerber nicht in die Turnhalle in Friemar wollen, sondern in Wohnungen.
Dann schlage ich vor, das die gesamte Landesregierung als Zeichen des guten Willens, ihre Privatwohnungen den Flüchtlingen zur Verfügung stellt und in die Turnhalle zieht.
Das schafft Nähe und kurze Kommunikationswege.
Außerdem kann man dann über den Thüringer Schuldenstand und deren Tilgung nachdenken.



07.09.2015 22:13 Webcrawler 77

Dass Asylbewerberheime brennen verurteile ich auf’s Schärfste! Ob von rechten Dumpfbacken angezündet oder von ihren Bewohnern selbst. Dies mit Pegida zu vermischen ist allerdings einfach nur platt. Die Gewaltfreiheit dieser Bewegung wird nicht nur an jedem Montag betont sondern auch vorgelebt, anders als in Leipzig oder FFM. Die Waffenexporteure müssen allesamt in die Pflicht genommen werden, genauso wie diejenigen, die diese Exporte genehmigen. Die Kriegsgewinnler, wie man diese schon damals nannte, dürfen nicht ungeschoren davon kommen und müssen einen Teil dieser Lasten tragen. Aber auch die Politriege, die dem Kriegstreiber USA aus der Hand frisst, muss zur Verantwortung gezogen werden. @61, was ich nicht verstehe, wen meinen Sie mit „…ihr Hirn aus der Bierflasche beziehen…“? Am letzten Montag konnte ich einige von Ihnen vor und während einer Podiumsdiskussion im Bürgersaal einer thüringischen Stadt beobachten, zu der eine Landtagsabgeordnete der Linken geladen hatte.

07.09.2015 22:13 Fred 76

Da haben die V-Leute vom Verfassungsschutz ja wieder ganze Arbeit geleistet. Und alle können fleißig auf die bösen Rechten schimpfen.

Die Einwohner von Rockensußra zünden jedenfalls nicht ihre eigenen Häuser an...