Offenbar fremdenfeindlicher Hintergrund Vier Brandanschläge innerhalb weniger Stunden

In der Nacht und am Sonntag hat es in Deutschland kurz nacheinenander vier Brandanschläge mit offenbar fremdenfeindlichem Motiv gegeben. Im Landkreis Rostock und im baden-württembergischen Wertheim wurden Häuser angezündet, in die bald Flüchtlinge einziehen sollten. Im sächsischen Freital gab es einen Anschlag auf eine Flüchtlingswohnung und in Brandenburg wurden Autos einer Flüchtlingsinitiative angezündet. Verletzt wurde aber niemand.

Sporthalle in Wertheim zerstört

Auf eine geplante Notunterkunft für Flüchtlinge im baden-württembergischen Wertheim ist offenbar ein Brandanschlag verübt worden. Das teilte eine Sprecherin der Stadt am Sonntagmorgen mit. In der Sporthalle standen seit Samstag 330 Betten. Nun sei das Gebäude einsturzgefährdet und nicht mehr nutzbar. An der Rückseite der Halle fanden Polizisten Spuren, die auf einen Einbruch hindeuten. "Das Feuer brach in der Nacht zum Sonntag aus", sagte ein Sprecher der Polizei in Heilbronn. Die Feuerwehr rückte mit einem großen Aufgebot an und löschte die Flammen. Es gab keine Verletzten.

Bürgermeister: Helfer mit Kräften am Ende

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen am 20.09.2015 in Wertheim (Baden-Württemberg) einen Brand in einer geplanten Notunterkunft für Flüchtlinge.
Die Feuerwehr löscht den Brand in Wertheim. Bildrechte: dpa

Der Oberbürgermeister von Wertheim, Stefan Mikulicz (CDU), erklärte, er sei bestürzt und betroffen. Kürzlich hatte Mikulicz einen Hilferuf an die Landesregierung gerichtet. Es drohe der Kollaps, warnte er. Die ehrenamtlichen Hilfskräfte seien bei der Betreuung einer bereits bestehenden Notunterkunft "mit ihren Kräften absolut am Ende". Die Kleinstadt mit 22.500 Einwohnern sieht sich wie kaum eine andere Gemeinde Baden-Württembergs mit einem Zustrom von Flüchtlingen konfrontiert. 600 Migranten kamen in einem Ortsteil mit 900 Einwohnern unter. 400 weitere Asylsuchende sollten noch kommen.

Geplante Flüchtlingsunterkunft bei Rostock angezündet

Auch im Landkreis Rostock hat es am Sonntag einen Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft gegeben. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus bei Laage. Hier habe es auf dem Dachboden gebrannt. Ob das Gebäude immer noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann, sei noch unklar. Der Staatsschutz ermittelt wegen eines potenziell fremdenfeindlichen Hintergrundes.

Freital: Böller im Fensterbrett

Im sächsischen Freital wurde in der Nacht eine Flüchtlingswohnung beschädigt, als Unbekannte einen nicht zugelassenen Böller im Fensterbrett zündeten. Der Polizei zufolge wurde die Fensterscheibe zerstört. Vom Operativen Abwehrzentrum hieß es, wäre zum Zeitpunkt der Explosion jemand im Raum gewesen, wäre er durch Splitter verletzt worden. Man ermittle gegen Unbekannt. In der betroffenen Wohnung leben Asylbewerber aus Eritrea.

Autos von Flüchtlingsinitiative in Brandenburg angezündet

In Neuhardenberg in Brandenburg standen in der Nacht zwei parkende Autos von Angehörigen einer Flüchtlingsinitiative in Flammen. Nach Angaben der Polizei wurden die Fahrzeuge in der Nacht angezündet. Ein politischer Hintergrund liege nahe. An Haustüren und Laternen in der Umgebung seien Aufkleber und Wurfzettel mit der Aufschrift "Flüchtlinge nicht willkommen" entdeckt worden.

Zuletzt aktualisiert: 20. September 2015, 22:23 Uhr

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33 Kommentare

21.09.2015 17:00 Martin Holgert 33

32. Irmela Mensah-Schramm: Rühmlich,deine Taten im Kampf gegen Brandschatzung und Terror.Du musst aber deinem Feindbild ein paar Anhänge hinzufügen.Ich gehe mal davon aus das du die aufgeführten Parteien wegen ihrer Kritik und Ablehnung gegenüber dem ungezügelten Zustrom von Asylanten mit Brand u Terror in direkten Kontakt bringst,also müsstest du CDU CSU SPD hinten an führen,denn auch von dort kommt Kritik. Mit Brandschatzung und Terror gegen Brandschatzung und Terror,das gab es schon mal,is schief gegangen,da hielten sich auch einige für die Guten Brandschatzer und Besseren Terroristen,is in die Hose gegangen,aber Einige von denen arbeiten jetzt für den ehemaligen Feind......

21.09.2015 14:52 Irmela Mensah-Schramm 32

Und ich gebe mit allergrößter Genugtuung hiermit bekannt: Nicht in vier Tagen, sondern in ganz wenigen Stunden habe ich fast 50 Mal die von neonazis mitbrauchte "Meinungsfreiheit" vollständig zerstört! Von NPD, Pro Deutschland und Der III. Weg! Weiter geht es auch mit der Propaganda der AfD selbstverständlich. Solange hierzulande mit Brandschatzung und Angriffen Menschen terrorisiert werden, muss deutlich gezeigt werden, was man von ihnen hält.

21.09.2015 14:01 Martin Holgert 31

30. Anna:...wie das Ifo-Institut München feststellte, sind die meisten Flüchtlinge nicht gut genug für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert. Ifo-Institut plädiert deshalb dafür, den Mindestlohn abzusenken, damit auch Zuwanderer schnell in bezahlte Jobs kommen... Und wenn Jemand seine Angst vor Jobverlust,bei Vielen Einer von Zwei oder Drei ausgeübten Minijobs,äußert wird das ins Lächerliche gezogen "hast wohl Angst weil du nicht so gut ausgebildet bist wie der ......" oder Ähnliches,nicht nur von in Foren präsenten "Guten Menschen" sondern auch von der Politik.Aus diesem Grund wird diese Toleranz gegenüber Linker und Rechter Randale und Brandstiftung zunehmen,nach dem Motto "die wehren sich wenigsten" Und die Politik kann weiter ihr Süppchen kochen und die Wirtschaft reibt sich die Hände.Auch hier wieder der Hinweis:Es geht nicht um Kriegsflüchtlinge..

21.09.2015 13:25 Anna 30

Am WE kamen wieder Tausende Einwanderer über Österreich nach Bayern. Ein Flüchtling aus Damaskus war sehr enttäuscht, dass er mit seiner Frau und Kind in einem Zelt nächtigen sollte. "Er habe sich das nicht so vorgestellt, er hätte ein Haus erwartet". Solche Äußerungen enttäuschen die vielen freiwilligen Helfer, und natürlich auch die Menschen, die zwar nicht direkt aber dennoch indirekt diesen Flüchtlings- und Auswandererstrom unterstützen. Da macht sich dann schon Abneigung breit. Weiterhin haben auch viele Mitbürger, die um unteren Lohnsegment arbeiten große Angst um ihren Arbeitsplatz. Denn wie das Ifo-Institut München feststellte, sind die meisten Flüchtlinge nicht gut genug für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert. Ifo-Institut plädiert deshalb dafür, den Mindestlohn abzusenken, damit auch Zuwanderer schnell in bezahlte Jobs kommen, um nicht den Steuerzahler dauerhaft zu belasten. Es ist daher verständlich, dass aus Angst auch Abneigung wird.

21.09.2015 12:08 Pfingstrose 29

Dies ist nicht in Ordnung.

21.09.2015 11:23 Randbemerkung 28

@26. Rein rechtlich betrachtet findet die Meinungsfreiheit ihre Grenzen in verschiedenen gesetzlichen Normen, z.B. wenn diese die Tatbestände der Beleidigung (§ 186 StGB), der üblen Nachrede (§ 186 StGB) oder der Volksverhetzung (§ 130 StGB) erfüllen. Um seine Meinung zu äußern, sollte aber auch eine gewisse Gesprächskultur gepflegt werden. Leider ist dies selbst im politischen Alltag kaum noch möglich. Seinen Anfang nahm dieser Duktus in der Politik nicht erst mit den Beschimpfungen im Rahmen der Asyldebatte, sondern begann mit den Äußerungen des damaligen Kanzleramtsministers Profalla, als dieser 2011 zu Herrn Bosbach folgendes sagte:.. „Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen. Ich kann Deine Scheiße nicht mehr hören“... Mittlerweile scheint das der Umgangston der Bundesregierung sowohl im Innenverhältnis als auch gegenüber Kritikern im Außenverhältnis zu sein. Verwunderlich ist es daher nicht, dass dieser Duktus dann ebenso von Teilen der Bevölkerung übernommen wird.

21.09.2015 09:41 Ossi 27

@#8: Na raten Sie mal wer die Kosten trägt. Dieses Jahr 1 Million Flüchtlinge, dazu die die schon 2014 gekommen sind, dazu rund eine halbe Million Abgelehnter die sich in Deutschland noch aufhalten.... dazu das, was uns 2016 noch erwarten wird.... hier werden nächstes Jahr durch direkte und indirekte Kosten zwischen 25 und 30 Milliarden auf den Steuerzahler zukommen. Das sind 10% des gesamten Bundeshaushaltes.... Es gibt täglich viele Sendungen aber das Thema der Finanzierung wird wohlwissend totgeschwiegen. Mit der Niedrigzinspolitik wird auf Kosten der Sparer schon das Euro-Kartenhaus am Leben gehalten... spätestens nach der Bundestagswahl 2017 wird die neue Regierung die Karten auf den Tisch legen.... mal sehen ob sich dann Einige von den Bürgern immer noch in München mit Fähnchen an den Bahnhof stellen.

21.09.2015 09:38 KritischerFrank 26

Es ist immer wieder sehr interessant die unterschiedlichen Meinungen zu lesen, auch wenn es m.E. keine Meinungsfreiheit mehr in D gibt! Hetze und Hass ist (lt. Gesetz) falsch aber halt Ausdruck der Meinung. Aber da wird vom MDR schön zensiert! Was nicht Mainstream oder vertretbar ist wird gestrichen! Wenn ein Deutscher mal was Negatives schreibt und tut ermittelt gleich der Staatsschutz! Die Stasi läßt grüßen! Ich verurteile auch jegliche Gewalt, aber ob die Steinewerfer beim Fußball oder in Heidenau Steine werfen ist denen doch sch…egal! Es waren aber natürlich alles Nazis! Die Regierung ist einfach unfähig und überfordert bzw. fremdgesteuert. Merkel und Co. werden in die Geschichte als diejenigen eingehen welche den Krieg nach Europa zurückholten! Europa wird daran zerbrechen (wie viele andere große Reiche der Geschichte).

21.09.2015 08:42 Martin Holgert 25

17. Randbemerkung:RICHTIG!! Auch wenn hier der Ein oder Andere,aber besonders der Eine,seine Hasspredigten und Beschimpfungen gegen ein Bundesland,Östliche Neudeutsche, und Kritiker der Politik loswerden darf,so ist die Zensur überaus großzügig,im Vergleich zu anderen Vertretern der Medien.Ich bin froh das hier versucht werden darf seine Meinung darzulegen,ohne auf solche Mittel wie die "Brandstifter" (nicht vergessen wie oft Autos,Polizeiwachen,Bahnanlagen gebrannt haben und fingierte Naziübergriffe aufgeflogen sind) zurückgreifen zu müssen.Das sollte unsere Politik mal versuchen,einfach mal erklären was sie vor haben....

21.09.2015 08:29 Martin Holgert 24

13. Mustermann:....Jetzt ist das schöne u. einfache Feindbild (die bösen ausländerfeindlichen Sachsen) dahin.... Das hätte schon lange dahin sein können wenn die Medien von Allen Brandstiftungen berichtet hätten.Durchforstet man das I-Net findet man einige Berichte über Brandstiftungen in und an solchen Unterkünften,Deutschlandweit. oder würden Einige lieber lesen in Ost und Westdeutschland?