Buchmesse Fotos Making Of
Die Sonne senkt sich über der Glashalle - für die Buchmesse aber geht es weiter aufwärts. Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Messe-Bilanz Buchmesse endet erneut mit Besucherrekord

Buchmesse Fotos Making Of
Die Sonne senkt sich über der Glashalle - für die Buchmesse aber geht es weiter aufwärts. Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Zur Leipziger Buchmesse sind in diesem Jahr so viele Besucher gekommen wie noch nie. Auf dem Messegelände zählten die Organisatoren 195.000 Gäste, die Veranstaltungen des Lesefestivals "Leipzig liest" in der gesamten Stadt mitgerechnet, waren es insgesamt 260.000. Im Jahr 2015 waren 251.000 Menschen nach Leipzig gekommen. Von Donnerstag bis Sonntag hatten 2.250 Aussteller aus 42 Ländern ihre Neuerscheinungen präsentiert, 13 weniger als im Vorjahr. Die 25. Ausgabe von "Leipzig liest" fand parallel zur Messe an mehr als 400 Orten in ganz Leipzig statt.

Buchmesse-Direktor Oliver Zille sagte, er habe im Vorfeld keine Sekunde daran gezweifelt, dass die Besucherzahlen gut sein würden. Die eigentliche Herausforderung sei es, die Messe inhaltlich weiterzuentwickeln. Zille sprach von einem sehr stimmungsvollen Bücherfest "mit begeisterten Besuchern und zufriedenen Ausstellern". Auch das Projekt "Neuland 2.0" sei auf gute Resonanz gestoßen. Dabei wurden digitale Innovationen vorgestellt. Das Projekt werde künftig weiterentwickelt.

Ein politischer Schwerpunkt

In diesem Jahr stand auf der Messe kein Gastland im Mittelpunkt. Stattdessen lag ein Schwerpunkt auf den Themen Zuwanderung und Zukunft Europas. Die Literaturkritikerin Insa Wilke hatte dazu ein Sonderprogramm unter dem Titel "Europa21. Denk-Raum für die Gesellschaft von morgen" kuratiert. Zille zeigte sich zufrieden mit dem Schwerpunkt. Die Diskussionsrunden seien auf großes Interesse gestoßen. Im kommenden Jahr (23. bis 26. März 2017) wird Litauen das Gastland sein.

Höhepunkt der Messe war die Verleihung des Buchmesse-Preises am Donnerstag. In der Hauptkategorie "Belletristik" gewann Guntram Vesper mit seinem Roman "Frohburg". In der Sparte Sachbuch ging der Preis an Jürgen Goldstein, der eine Biografie über den Entdecker Georg Forster vorgelegt hatte. Die beste Übersetzung leistete nach Meinung der Jury Brigitte Döbert, die das Buch "Die Tutoren" von Bora Ćosić aus dem Serbischen übertragen hatte. Der Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der deutschsprachigen Literaturszene.

Preis der Leipziger Buchmesse 2016 Die Preisträger

Der große Gewinner ist einer, dem erst Computer und E-Mail zum großen Wurf verholfen haben: Guntram Vesper. Hier die Bilder aller Preisträger.

Der Schriftsteller Guntram Vesper auf der Leipziger Buchmesse
Der Gewinner in der Kategorie Belletristik: Guntram Vesper. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Schriftsteller Guntram Vesper auf der Leipziger Buchmesse
Der Gewinner in der Kategorie Belletristik: Guntram Vesper. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Der Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik, Guntram Vesper, im Gespräch mit Carsten Tesch.
Vespers Roman "Frohburg" ist eine Auseinandersetzung mit seiner Heimat. Hier ist der Autor im Gespräch mit MDR FIGARO-Moderator Carsten Tesch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Jürgen Goldstein zusammen mit Moderator Carsten Tesch
Der Gewinner in der Kategorie Sachbuch: Jürgen Goldstein. Auch er war anschließend im Gespräch bei MDR FIGARO-Moderator Carsten Tesch. Goldsteins Buch ist dem Leben und Schaffen des Entdeckers Georg Forster gewidmet. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Jürgen Goldstein zusammen mit Moderator Carsten Tesch
Sein Sachbuch "Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt" überzeugte die Jury, " ... weil der Autor entschlossen hinter seinen Gegenstand zurücktrete, der dadurch umso besser zur Geltung komme". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Preisträgerin Brigitte Döbert bei MDR Figaro
Brigitte Döbert wurde für ihre Übersetzung von "Die Tutoren" von Bora Ćosić aus dem Serbischen geehrt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Der Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik, Guntram Vesper, im Gespräch mit Carsten Tesch.
Vespers Roman "Frohburg" ist eine Auseinandersetzung mit seiner Heimat. Hier ist der Autor im Gespräch mit MDR FIGARO-Moderator Carsten Tesch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Leipziger Buchmesse kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bereits im 17. Jahrhundert begonnen hat. Sie gilt als Publikumsmesse und dient als erstes Treffen des Jahres nicht nur dem Austausch der Medien- und Buchbranche, sondern will Autoren und Leser zusammenführen.

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2016, 08:18 Uhr