Halle : Merkel eröffnet neues Domizil der Bundeskulturstiftung
Nach zweijähriger Bauzeit ist in Halle das neue Domizil der Bundeskulturstiftung eröffnet worden. Am Festakt nahmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff teil.
Lob für Arbeit der Bundeskulturstiftung
Die Kanzlerin unterstrich in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung der Kultur für eine hoch entwickelte Industrienation. Deutschland sei ein Land mit einer Vielfalt an Kultur. Dabei würdigte sie die Arbeit der Bundeskulturstiftung als einen Katalysator für Neues und Innovatives. Zudem sei der Standort Halle ein klares Bekenntnis des Bundes zum Föderalismus gewesen. Merkel lobte die Stadt als Stiftungssitz mit einer großen kulturellen Tradition von Händel über Feininger und die Franckeschen Stiftungen, die zehn Jahre lang ein guter Gastgeber waren.
Auch der Vorsitzende des Stiftungsrates der Bundeskulturstiftung, Kulturstaatssekretär Bernd Neumann, lobte den Neubau. Das Domizil in Halle sei ein Bekenntnis des Bundes zu Ostdeutschland und zur Kulturhauptstadt von Sachsen-Anhalt. Er bezeichnete die Einrichtung als die finanzstärkste Förderstiftung in Europa. Sie sei ein "kulturpolitischer Motor und Impulsgeber".
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) würdigte die Kulturstiftung als wichtige Institution für eine "vitale Kulturlandschaft". Durch den Sitz der Kulturstiftung werde die Stellung Halles als Kulturmetropole unterstrichen und auf den besonderen Rang der Kultur in den ostdeutschen Ländern aufmerksam gemacht.
Erstmals alle Mitarbeiter unter einem Dach
Der energieeffiziente Neubau befindet sich, wie der bisherige Sitz der Stiftung, auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen. Dieser Komplex der historischen Schulstadt steht seit Jahren auf der Vorschlagsliste für das UNESCO-Weltkulturerbe. Nach Angaben der Stiftung können in dem Neubau erstmals alle 40 Mitarbeiter der Kulturstiftung des Bundes unter einem Dach arbeiten. Ihre Büros lagen bislang verteilt in verschiedenen Gebäuden. Ursprünglich sollte das Gebäude bereits Anfang 2012 bezugsfertig sein. Beim Fassadenbau sei es jedoch zu Verzögerungen gekommen, hieß es. Die Kosten des Neubaus betrugen viereinhalb Millionen Euro. Dabei kamen 3,5 Millionen vom Bund, weitere 300.000 Euro trug das Land Sachsen-Anhalt. Die Stadt Halle steuerte 150.000 Euro bei.
Die Kulturstiftung des Bundes zählt zu den größten öffentlichen Kulturstiftungen Europas. Trotz anfänglicher Skepsis sei die Einrichtung bei den Ländern mittlerweile akzeptiert, sagte Merkel am Dienstag. In Deutschland war Jahrzehnte über die Notwendigkeit der Gründung einer großen deutschen Kulturstiftung diskutiert worden. Die Bundeskulturstiftung fördert Kulturprojekte aller Art in Deutschland und international. Ihr Jahresetat liegt nach eigenen Angaben bei derzeit 35 Millionen Euro, die aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers stammen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 habe die Stiftung bereits etwa 2.000 Projekte gefördert. Dabei seien Mittel in Höhe von insgesamt 260 Millionen Euro vergeben worden. Der Stiftung zufolge erreichen die Einrichtung pro Jahr rund 1.000 Förder-Bewerbungen. Unterm Strich erhielten etwa 30 Prozent aller Projekte eine Förderung.
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