Bundestag : FDP eröffnet Thüringer Kandidatenkür für Wahl 2013
Die FDP hat als erste Partei in Thüringen ihre Landesliste für den Bundestagswahlkampf 2013 aufgestellt. Listenplatz 1 und damit die aussichtsreichste Startposition für einen Wiedereinzug in den Bundestag ging an Landesgeneralsekretär Patrick Kurth. Kurth ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter. Auf Listenplatz 2 folgt der Gothaer FDP-Kreisvorsitzende Torsten Köhler-Hohlfeld. Der zweite aktuelle FDP-Bundestagsabgeordnete aus Thüringen, der ehemalige Jenaer Oberbürgermeister Peter Röhlinger, zieht sich dagegen mit 73 Jahren aus der Politik zurück und kandidiert nicht mehr.
Fast alle Abgeordneten wollen wieder kandidieren
Bei den anderen Parteien ist mit Blick auf die Bundestagswahl mit wenig Überraschungen zu rechnen: Fast alle Thüringer Bundestagsabgeordneten wollen nach einer Umfrage des MDR THÜRINGEN wieder kandidieren. Einzig Lukrezia Jochimsen von den Linken, mit 74 Jahren die älteste Thüringer Bundesparlamentarierin, hat sich nach Angaben ihres Landesvorstands noch nicht entschieden.
Der Weg ins Parlament führt in der Regel über eine Direktkandidatur in einem der neun Bundestagswahlkreise in Thüringen. Der Eichsfelder Manfred Grund, Chef der Thüringer CDU-Landesgruppe, muss sich dabei mit einem Wahlergebnis von zuletzt 43 Prozent im Rücken die wenigsten Sorgen machen. Weniger komfortabel ist dagegen die Ausgangslage für den Ilmenauer CDU-Abgeordneten Tankred Schipanski: Er zog 2009 mit knapp 29 Prozent nur mit einem hauchdünnen Vorsprung an der Konkurrenz vorbei und nahm Petra Hess das Direktmandat ab. Die Sozialdemokratin, mittlerweile Ausländerbeauftragte des Landes Thüringen, will den Spieß bei der nächsten Bundestagswahl wieder umdrehen.
Schneider will Direktmandat zurückerobern
Auch ihr Genosse Carsten Schneider möchte sein Direktmandat in Erfurt und Weimar zurückerobern. Der SPD-Finanzexperte hatte es 2009 an die Christdemokratin Antje Tillmann verloren. So erging es auch seiner Kollegin Iris Gleicke. Die Südthüringer Abgeordnete ist zwar mit knapp 22 Jahren die dienstälteste Thüringer Sozialdemokratin im Bundestag, musste ihr Direktmandat aber 2009 an den Linken-Abgeordneten Jens Petermann abgeben. Schneider und Gleicke schafften den Einzug in den Bundestag nur über die Landesliste der SPD.
Für Katrin Göring-Eckardt, Bundestagsvizepräsidentin und wohl bekannteste Grüne Thüringens, gibt es dagegen nur einen sicheren Weg ins Parlament: über Platz 1 der grünen Landesliste. Außerdem bewirbt sie sich um den weiblichen Platz im Spitzenduo der Bundespartei zur Bundestagswahl und tritt hier in einer Urwahl der Parteibasis gegen Renate Künast und Claudia Roth an. Die Thüringer Grünen wollen ihre Landesliste auf der Landesdelegiertenkonferenz am 5. und 6. Oktober beschließen. Neben Göring-Eckardt bewerben sich weitere 14 Mitglieder des Landesverbandes. Für den Listenplatz 1 gibt es zwar im Moment noch keinen Gegenkandidaten. Dies könne sich jedoch bis zum Delegiertentreffen noch ändern, sagte Grünen-Landessprecher Dieter Lauinger.
Die Thüringer Piraten, die sich nach ihren Wahlerfolgen in mehreren Bundesländern Hoffnungen auf den Einzug in den Bundestag machen, wollen ihre Landesliste auf ihrem Parteitag Anfang November beschließen.
Insgesamt 18 Thüringer Bundestagsabgeordnete
Thüringen ist mit insgesamt 18 Abgeordneten im Deutschen Bundestag vertreten. In der aktuellen Wahlperiode stellt die CDU sieben Abgeordnete, die Linke fünf, die Sozialdemokraten drei, die FDP zwei und die Grünen einen Abgeordneten. Von den neun Direktmandaten gingen 2009 sieben an die CDU und zwei an die Linke.



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