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CDU-Parteitag in Hannover : Merkel mit Rekordergebnis wiedergewählt

Die CDU wird für weitere zwei Jahre von Kanzlerin Angela Merkel angeführt. Merkel wurde auf dem Bundesparteitag in Hannover mit einem Rekordergebnis im Amt bestätigt. Die CDU-Spitze hofft mit Blick auf das Wahljahr 2013 auf ein Signal der Geschlossenheit. Die Christdemokraten begannen damit, innerparteiliche Streitpunkte auszuräumen - so wurde der Antrage zur steuerlichen Gleichstellung von homosexuellen Paaren mit Eheleuten abgelehnt, die Rente für ältere Mütter soll angehoben werden. Diskussionen werden auch zu den Themen Frauenquote und Mindestlohn erwartet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der CDU-Generalsekretär Hermann Groehe stehen in Hannover während des Hallenrundgangs zum CDU-Bundesparteitag am Rednerpult auf der Bühne.

Der Zuspruch für Bundeskanzlerin Angela Merkel innerhalb der CDU ist so groß wie nie zuvor. Auf dem Bundesparteitag der Christdemokraten in Hannover wurde Merkel zum siebten Mal in Folge zur Parteivorsitzenden gewählt. 97,94 Prozent der Delegierten sprachen sich für die Kanzlerin aus, so viele wie nie zuvor und deutlich mehr als bei ihrer letzten Wahl vor zwei Jahren. Da waren es 90,4 Prozent.

Parteivorstand umgebaut

Merkel wird damit die Partei zwei weitere Jahre anführen. Nach der Wahl zeigte sie sich gerührt: "Ich bin platt und bewegt. Jetzt geht es zusammen mit denen, die noch gewählt werden, ran an den Speck. Wir haben viel vor." Angesprochen waren die fünf Vize-Vorsitzenden die amim Anschluss gewählt worden. Dabei wurden Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen im Amt bestätigt. Neu im Amt als Bundesvize der Partei sind die Landesvorsitzenden aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen - Julia Klöckner, Thomas Strobl und Armin Laschet. Um Kampfkandidaturen und einen Streit der Landeschefs zu vermeiden, war im Vorfeld die Zahl der Vizechefs von vier auf fünf erhöht worden. Bildungsministerin Annette Schavan und Ex-Umweltminister Norbert-Röttgen traten nicht mehr als Vize-Parteichefs an.

Vor ihrer Wiederwahl hatte Merkel die CDU auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr eingeschworen. In ihrer einstündigen Rede äußerte sie die Hoffnung, dass es bei der Koalition mit der FDP bleibt. Merkel sagte, keine andere Koalition sei für Deutschland so gut wie Schwarz-Gelb. Union und FDP hätten im Vergleich zu allen anderen Konstellationen immer noch die größten Gemeinsamkeiten. Mit Blick auf die Wahl im Herbst 2013 rief die Kanzlerin die Liberalen auf, noch zuzulegen, damit "wir es auch schaffen". Zugleich stichelte sie aber auch:

"Gott hat die FDP vielleicht nur erschaffen, um uns zu prüfen. Aber vielleicht haben die das über uns auch schon mal gedacht."

Angela Merkel zum Dauerstreit mit der FDP um Themen wie Vorratsdatenspeicherung oder Mindestlohn

Merkel bekräftigte frühere Aussagen, wonach ihre Regierung die erfolgreichste seit der Wiedervereinigung sei - mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit und höchsten Beschäftigungsquote. Nur Schwarz-Gelb biete allen in Deutschland Chancen. Und das trotz der Herausforderungen durch Finanzkrise, Energiewende und demografischer Veränderung. Nach Auffassung von Merkel steuert die CDU das Land mit klarem Kompass durch schwere See. Dabei stehe das Thema Euro-Rettung sicher noch lange auf der Agenda, die Krise sei nicht vorbei. Merkel mahnte eine Finanztransaktionssteuer und mehr Finanzmarktregulierung an.

Frauen-Quote: Unternehmen müssen endlich liefern

In der CDU-internen Auseinandersetzung um eine Frauenquote forderte Merkel die Wirtschaft auf, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Merkel sagte wörtlich: "Meine Geduld bei dem Thema geht zu Ende. Ich will jetzt endlich Resultate sehen." Damit stärkte sie indirekt Kritiker der von Familienministerin Kristina Schröder propagierten "Flexi-Quote", bei der Unternehmen freiwillig über Zielvorgaben entscheiden sollen. In der Auseinandersetzung um die rentenrechtliche Besserstellung von Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, sprach sich Merkel für Korrekturen aus. Doch werde das Geld kosten und daher "nicht von heute auf morgen" gehen. Der zweitägige Parteitag steht unter dem Motto "Starkes Deutschland. Chancen für Alle". Die CDU hofft auf ein Signal der Geschlossenheit für das Bundestagswahljahr 2013. Außerdem soll dem niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten David McAllister der Rücken gestärkt werden. In Niedersachsen wird im Januar ein neuer Landtag gewählt.

Homo-Ehen nicht gleichgestellt

Zwei Männer stoßen mit Sektgläsern an, nach der Heirat.
Viele Länder gewähren Homo-Paaren bereits das Ehegatten-Splitting

Die steuerliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften hat die CDU am Dienstagabend abgelehnt. Laut Versammlungsleiter Peter Hintze votierten die Delegierten mit "eindeutiger Mehrheit" für einen entsprechenden Antrag. Der hessische Landtagsabgeordnete Walter Arnold sagte zur Begründung, es gehe nicht um die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften, sondern um den grundgesetzlich festgelegten Schutz von Ehe und Familie. Kanzlerin Merkel hatte sich bereits vor dem Parteitag auf diese Position festgelegt. Dem entgegen hielt der Berliner Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak, dass keinem Ehepaar etwas weggenommen würden, wenn Schwule und Lesben ebenfalls vom Ehegattensplitting profitieren.

Am späten Dienstagabend beschlossen die Delegierten zudem eine Besserstellung von älteren Müttern bei der Rente. Nach jahrelangen Absichtserklärungen verpflichteten sich die Christdemokraten zur schrittweisen Aufstockung der Bezüge. Noch in dieser Wahlperiode soll damit begonnen werden, Mütter, die vor 1992 Kinder bekommen haben, besserzustellen. Konkrete zahlen nannte die Partei noch nicht. Bisher erhalten Mütter, die vor 1992 Kinder bekommen haben, für die Kindererziehung einen Rentenpunkt, Jahrgänge danach bekommen drei Rentenpunkte. Ein Punkt entspricht in den alten Bundesländern etwa 28 Euro im Monat, im Osten etwa 25 Euro im Monat.

Weiteren Zündstoff birgt das Thema gesetzlich vorgeschriebener Mindestlohn. Auch hier klaffen die Positionen innerhalb der CDU teils weit auseinander und es gibt Differenzen mit dem Koalitionspartner FDP. Darüber soll am Mittwoch abgestimmt werden.

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2012, 22:57 Uhr

6. rosemarie block:
Ich stimme Pos. 2 - gitte- durchaus zu. Auch ich bin eine Mutter mit drei Söhnen vor 1992 geboren. Vielleicht wartet man mal wieder, bis wir alle abgekratzt sind. Dann wird es nicht so teuer. Aber wir können ja nebenbei ganz Europa retten. Das ist ja viel wichtiger, als die Rentner hier aus Deutschland. Aber die Bezüge der Gewählten im Bundestag stehen ja in keinem Verhältnis zu den heutigen Rentnerinnen. Da muss man sich ja nicht beeilen, mal endlich zu einem Ergebnis dieser Mütter zu kommen. Einfach nur lächerlich und traurig.
06.12.2012
10:43 Uhr
5. Frank Poschau:
Frau Merkel wurde wiedergewählt, mit einem Ergebnis was sie aus der Honecker Ära gewohnt ist. So war es auch zu der Zeit, wo sie als FDJ-Funktionärin der SED als Propagandistin zugearbeitet hat und mit zugeschaut wie freiheitssuchende Bürger [...]. Diese sinnfreie Wahl der CDU passt in die Machtgier dieser Frau und bringt unser Land und Europa näher an den Abgrund. Werdet Wach ! [pauschale Unterstellung gelöscht - MDR.DE_Redaktion]
05.12.2012
17:41 Uhr
4. Thomas Sieber:
Rener202: Ich hör wohl nicht recht! Sitzen Sie etwa in einer Bundesbehörde...? Das Beste für DEU wäre eine Auflösung der Einheitsfront gegen das Volk im VERFASSUNGSWIDRIGEN Bundestag!!!! Das Abstimmungsverhalten erinnert nur noch an die Volkskammer bis 1989 oder an China, Nordkorea-das Gleich auf dem "C"-"D"-U-Parteitag. ausgewählte willfärige Teilnehmer! Kritische Redebeiträge werden im CDU-Internet nicht erwähnt oder wie heute beim GEZ- PHÖNIX einfach abgeschaltet! Schlaf weiter, Michel-Reiner!
04.12.2012
19:30 Uhr
3. Chaluppa:
Es ist zwar bald Weihnachten, aber Frau Merkel müßte schnellstens den großen Sack der Geschenke schließen .Denn es geht den Bürgern in Deutschland immer schlechter. Ehöhung der Preise bei( Energie, Sprit und Lebensmittel.)Rentner und Kinder leben in Armut Deutschland braucht das Geld was verschenkt werden soll selbst.
04.12.2012
15:10 Uhr
2. gitte:
Das Rentenrecht der DDR hatte uns pro Kind drei Anrechnungsjahre zugesichert, was mit dem Einigungsvertrag aber ungültig wurde. Nun sollen wir betroffenenen Frauen wieder warten. Die biologische Uhr tickt aber, was wahrscheinlich ganz gelegen kommt. Soviel Geld - 13 Mill. Euro - sind die meist alten Frauen vielleicht nicht wert? Frohe Vorweihnachtszeit, liebe soziale Regierung!
04.12.2012
14:45 Uhr
1. Reiner202:
Angela Merkel hat es immer noch nicht begriffen,das die FDP nur ein Bremsklotz ist.Ich hoffe,das die FDP nicht mehr in den Bundestag einzieht. Das beste für Deutschland wäre eine große Koalition.
04.12.2012
12:49 Uhr

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