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Chemnitz : Diskussionen nach Stopp für Stadionumbau

Das Veto der Landesdirektion Sachsen zum Umbau des Stadions von Fußball-Drittligist Chemnitzer FC hat unterschiedliche politische Reaktionen ausgelöst. Während SPD und Linke die Aufsichtsbehörde des Freistaats kritisierten, gaben einige FDP- und CDU-Vertreter der Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig die Schuld an dem Dilemma.

Stadtrat fühlt sich brüskiert

Stadion
Das Bauschild fürs neue CFC-Stadion steht schon, dahinter tut sicht vorerst nichts.

Die Jungen Liberalen warfen der SPD-Politikerin vor, sie sei nicht in der Lage, ihr Prestigeprojekt Stadionumbau auf legale und finanziell solide Beine zu stellen. Die Landesdirektion habe nur ihre Arbeit gewissenhaft und auf den Gesetzen basierend erledigt. Linken-Stadtrat Hubert Gintschel fühlte sich dagegen von der Behörde brüskiert. Er sagte dem SACHSENSPIEGEL, es habe mehrere Abstimmungsrunden gegeben. Dass die Landesdirektion nach einem Dreivierteljahr aus formalen Gründen Nein sage, sei für den Stadtrat nicht hinnehmbar, sagte Gintschel. Der Zeitplan für den Stadionumbau mit der anvisierten Fertigstellung 2014 lässt sich aus seiner Sicht nun nicht mehr halten.

Ludwig: Leistungen sollen ausgeschrieben werden

Die Oberbürgermeister von Chemnitz, Barbara Ludwig
OB Ludwig hält am Stadionumbau fest.

Für den CDU-Landtagsabgeordneten Peter Patt war diese Entwicklung absehbar. Er hält nach eigener Aussage die kommunale Wohnungsgesellschaft GGG ohnehin nicht prädestiniert für ein Stadionprojekt. Zudem gab es nach seiner Ansicht Versäumnisse in der Chemnitzer Stadtverwaltung. Diese habe offenbar ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Dabei hätte klar sein müssen, dass bei einem Bau in Eigenregie eine Ausschreibung notwendig ist, sagte Patt dem SACHSENSPIEGEL. Das streitet die Oberbürgermeisterin auch gar nicht ab. Über die GGG als Generalauftragnehmer sollten selbstverständlich alle Leistungen ausgeschrieben werden. Durch die Übertragung des Projekts auf die Tochtergesellschaft der Stadt habe man nur eine Finanzierung des Projekts über Dritte vermieden wollen, um Kosten zu sparen.

Innenstaatssekretär soll vermitteln

Ludwig strebt nun schnellstmögliche Gespräche mit der Landesdirektion an, um den Stadionumbau voranzubringen. Dabei setzt sie trotz der Differenzen auf eine gute Zusammenarbeit. Zugleich betonte Ludwig, dass rechtskräftige Verträge erst dann geschlossen werden könnten, wenn die Landesdirektion das Vorhaben und dessen Finanzierung als genehmigungsfähig einstufe. Obwohl sie noch auf eine Zustimmung hoffe, werde in Chemnitz auch an Alternativen gearbeitet. Die Oberbürgermeisterin verwies darauf, dass der Chemnitzer FC dringend ein neues Stadion brauche. Das sieht offenbar auch Innenminister Markus Ulbig so. Er kündigte am Montag Unterstützung für die Stadt beim weiteren Verfahren an. Deshalb soll sich sein Staatssekretär Michael Wilhelm an den Gesprächen zwischen Landesdirektionspräsident Dietrich Gökelmann und der Chemnitzer Oberbürgermeisterin beteiligen.

Zuletzt aktualisiert: 03. September 2012, 21:14 Uhr

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