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Sportpolitik : Extremismusklausel bei Sportförderung?

Das Bundesinnenministerium plant schärfere Richtlinien für die Sportförderung. Demnach sollen öffentliche Mittel an Spitzensportler künftig nur dann fließen, wenn diese sich zu den demokratischen Grundwerten bekennen und politischen Extremismus ausdrücklich ablehnen. Ein Ministeriumssprecher bestätigte das Vorhaben wies aber ausdrücklich darauf hin, dass das mit der Debatte über die politische Gesinnung des Partners der Olympia-Teilnehmerin Nadja Drygalla nichts zu tun habe. Die Idee, Spitzensportlern durch ihre Verbände ein Demokratiebekenntnis abzuverlangen, liege bereits seit Ende 2011 auf dem Tisch. Die "Leipziger Volkszeitung" hatte die Klausel angekündigt und als Folge der Drygalla-Diskussion dargestellt.

Die 23-jährige Drygalla aus dem Deutschland-Achter der Frauen hatte mit ihrer Beziehung zu einem früheren NPD-Mitglied für Schlagzeilen gesorgt. Bislang werden bei der Sportförderung lediglich sportpolitische Grundsätze abgefragt, zu denen auch eine Absage an Fremdenfeindlichkeit gehört.

Wenig Sympathie für den Vorschlag aus Schwerin

Mecklenburg-Vorpommerns Innen- und Sportminister Lorenz Caffier reagierte zurückhaltend auf den Vorschlag einer Extremismusklausel. Er würde momentan keiner Regelung zustimmen, mit der "wir wieder in das System der Gesinnungsschnüffelei zurückfallen", sagte Caffier vor einer Kabinettssitzung am Dienstag in Schwerin. Die Regierung von Mecklenburg-Vorpommern hatte sich zuvor mit dem Fall der Sportlerin Drygalla befasst. Nach der Sitzung gaben Ministerpräsident Erwin Sellering und Caffier die Parole "Ball flachhalten" aus. Die Politiker betonten, Drygalla sei selbst nicht aktiv in der rechtsextremen Szene gewesen. Sellering warnte vor Vorverurteilungen und überzogener Berichterstattung. Die Entscheidung des Ruderverbandes, die Athletin zu den Olympischen Spielen zu schicken, halte er für gut vertretbar.

Sportausschuss prüft Fehler im Vorfeld

Ruderin Nadja Drygalla
Will weiter für Deutschland rudern: Nadja Drygalla

Seit Tagen wird diskutiert, ob Drygalla eine geeignete Vertreterin Deutschlands bei den Olympischen Spielen war. Andererseits gibt es auch mahnende Stimmen, sie quasi in "Sippenhaft" zu nehmen für ihre Beziehung zu einem Rechtsaußen. Der Deutsche Olympische Sportbund und der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Sellering, waren eigenen Aussagen zufolge nicht über Drygallas Nähe zu einem Neonazi informiert. Die Ruderin selbst hat sich inzwischen öffentlich von rechtsextremem Gedankengut distanziert. Ihr Freund Michael Fischer verließ die NPD und beteuerte, er sei kein Neonazi. Dennoch geht die Debatte weiter. Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages will prüfen, ob in der Sache Sportfunktionäre versagt haben und das Thema vor Olympia hätte geklärt werden müssen.

Kenner der Neonazi-Szene glauben nicht an Fischers Kehrtwende

Außerdem gibt es Zweifel, ob der vormalige NPD-Landtagskandidat Fischer tatsächlich dem Rechtsextremismus abgeschworen hat. Beobachter der rechten Szene und Antifa-Initiativen glauben nicht an einen Bruch mit den Neonazis. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert Jan Mattes vom Internetportal "links-lang". Demnach hat Fischer auch noch im Juni Texte für den NPD-Politiker David Petereit geschrieben. Außerdem soll es noch Mitte Juni einen Blog-Eintrag unter dem Namen Michael Fischer gegeben haben, in dem öffentliche Zuschüsse für den Bau von Moscheen angeprangert werden. Auch die Rechtsextremismus-Expertin Annette Kahane glaubt nicht an eine Läuterung Fischers. Die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung sagte, ein Austritt aus der NPD sei keine klare Distanzierung.

Zuletzt aktualisiert: 07. August 2012, 20:25 Uhr

7. ich kann es nicht mehr hören, tut mir leid:
Es nervt einfach nur, täglich dieses Gesülze zu hören. Es muss sich niemand wundern, wenn es immer mehr rechtsextreme gibt. Was ist mit den Extremen Ausländern, nicht nur Salafisten sind gemeint? Die dürfen in Deutschland schalten und walten wie sie wollen. Was ist mit den Autonomen? Wer unternmmt gegen diese Art Gesinnung etwas? Oder ist es politisch so gewollt, nur gegen "angeblich rechts" zu wettern. Das Auslönderkriminalität totgeschwiegen wird ist langhin bekannt. Eine große Aktie hat auch der "Linke MDR", dies nicht nur wegen seiner Zensur. .. nun schnell den Rotstift gezückt MDR!!!!!....
07.08.2012
23:23 Uhr
6. Charli:
Ich kenne den Vorfall nur aus den Medien. Aber bei diesen Vorwürfen müssen "natürlich" gerichtsverwertbare Beweise für Gesetzesverstöße vorliegen; denn ich glaube noch an den Rechtsstaat und bin froh in einem solchen seit 22 Jahren leben zu können. Aber diese Diskussion erinnert mich an die DDR-Zeit - es war wirklich nicht alles schlecht - aber an genau diese politischen Eingriffe in Lebenslinien, kann ich mich nur zu gut erinnert. Mit Sicherheit wird die jetzige Diskussion auch durch das ständige "Erinnern" in den Medien an die Zustände in der DDR scheinbar salonfähig gemacht. Schade, ich dachte die Gesellschaft steht über den Dingen und sei offener.
07.08.2012
23:10 Uhr
5. Thomas:
Was ist nur aus unserem Volk der Dichter und Denker geworden - ein Haufen von Menschen, die sich auf Menschen stürtzen, nur weil sie von der aktuellen Meinung abweichen - was sie ja nichtmal tut --- HERR hilf diesen verblendeten, die meine selbst tolerant zu sein - aber nur ihre linke Ideologie propagieren. Einfach nur traurig, was hier abgeht in Dtl.
07.08.2012
21:29 Uhr
4. mattotaupa:
gesinnungsüberwachung in einer "freiheitlich demokratischen grundordnung"? der zwang zu demokratischen grundwerten (meinungsfreiheit) widerspricht sich doch selbst. solange jemand nicht nach den hier und heute geltenden gesetzen straffällig geworden ist, ist er/sie/es unschuldig und entsprechend zu behandeln! volksverhetzung etc. sind doch eh schon strafbar, warum jetzt dieser aktionismus? lippenbekenntnisse und erzwungene unterschriften sind nichts wert.
07.08.2012
18:05 Uhr
3. F. Peters:
Es ist doch nichts, aber auch nichts bekannt, dass Frau Drygalla selbst inpunkto Rechts aktiv geworden ist. Nun kann man sagen, es ist naiv, mit einem solchen Mann liiert zu sein, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Aber es ist doch auch vorstellbar, dass sie mit ihrem Wirken die Abwendung des Mannes von der rechten Szene mitbefördern konnte. Ist doch eine gute Sache, oder nicht? Zumal sie sich nicht schuldig fühlen muss, weil die Signale aus ihrem zuständigen Sportverband in MV positiv waren. Die Medien sollten nicht so sensationslüsternd sein - aber eigentlich ist sie schon als rechte Braut abgestempelt. Der Preis der Bekanntheit eben. Ich verstehe die Situation, bin Offizier und habe einen sehr rechtsgesinnten Bruder. Dennoch war ich meinem Arbeitgeber immer loyal und habe das offengelegt, im Gegenzug bekomme ich bis heute eine faire Behandlung. Vielleicht "schützt" mich auch irgendwie, dass ich mit einer Ausländerin liiert bin; meine Frau ist Israelin.
07.08.2012
12:27 Uhr
2. Heinz:
Es erschüttert mich, daß offen radikale und gewaltbefürwortende Seiten wie Indymedia oder deren lokale Ableger wie "links-lang.de", die sich öfter auf Indymedia berufen, als reputable Quelle oder Interviewpartner gelten.
07.08.2012
09:56 Uhr
1. Rudolf Stoschek:
Wie hungrige Geier stürzen sich viele auf die Sportlerin,weil nur ein "Verdacht auf Rechtsextremistische Verbindungen" ausreichen, das Leben und die Zukunft eines Menschen zu zerstören! Hat der Sportbund oder die Politik nichts wichtigeres zutun, als der Geier Fressen zu geben? Ich halte die ganze Sache für Rechtlich und Juristisch für Grenzwertig und würde an Ihrer Stelle einen Anwalt beauftragen, alle möglichen Juristischen Schritte auszuloten und auch zu beschreiten. Ich dachte, die "DDR" ist Geschichte, aber Sie scheint immer noch unsichtbar ihr Unwesen zu treiben. Es ist einfach Unglaublich!
07.08.2012
09:22 Uhr

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