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3. Oktober : Deutschland feiert Tag der Einheit

Am Tag der Deutschen Einheit hat Bundestagspräsident Lammert zu mehr Europa aufgerufen. Als Festredner in der Münchner Staatsoper forderte er vor den 1.500 Gästen eine weitsichtige Politik zur Einigung Europas. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde die Einheit gefeiert.

Junge Frauen gehen am 02.10.2012 in München auf der «Ländermeile», die zur Feierlichkeit zum Tag der Deutschen Einheit aufgebaut wurde, durch eine rund fünf Meter hohe Nachbildung des Brandenburger Tors.
Für die Einheitsfeier in München wurde auch das Brandenburger Tor aufgebaut.

Mit einem zentralen Festakt in der Münchner Staatsoper hat die Politik am Mittwoch den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Vor 1.500 Ehrengästen, darunter Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel, rief Bundestagspräsident Norbert Lammert zu verstärkter Zusammenarbeit in Europa auf: "In Europa müssen wir heute keine Mauern mehr zum Einsturz bringen",doch um Europa zu vereinigen, brauche es eine besonnene und weitsichtige Politik sowie Bürger, die sich für Europa engagieren.

"Deutschland ist jetzt ein freies und glückliches Land."

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer

Die Wiedervereinigung bezeichnete Lammert als Erfolgsgeschichte: "Die vergangenen zwei Jahrzehnte haben gezeigt, zu welch beispielloser gelebter Solidarität wir Deutsche fähig sind, wenn es darauf ankommt." Dies sei auch eine Botschaft für Europa, sagte Lammert und warnte vor einer neuen Rivalität der Staaten in der Euro-Schuldenkrise. Die Weiterentwicklung Europas liege in deutschem Interesse. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte den Mut und den Freiheitsdrang der früheren DDR-Bürger. Respekt verdiene auch, wie die Menschen in den neuen Bundesländern nach dem Fall der Mauer die Chance ergriffen und dabei große Brüche gemeistert hätten.

Gottesdienst und Bürgerfest

Am Vormittag fand in der Kirche St. Michael ein ökumenischer Gottesdienst statt, bei dem Kardinal Reinhard Marx und der evangelische bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die besondere Verpflichtung Deutschlands für die Zukunft Europas hervorhoben. Beide Bischöfe warnten vor deutschen Alleingängen oder deutscher Überheblichkeit.

Außerdem hatte München seit Dienstag zum traditionellen Bürgerfest eingeladen. Bis zum Nachmittag wurden rund 200.000 Besucher gezählt. Auf einer "Ländermeile" präsentierten sich traditionell die einzelnen Bundesländer.

München ist Gastgeber der zentralen Feier, weil Bayern in diesem Jahr den Vorsitz des Bundesrats hat. Aber auch in Mitteldeutschland sind zahlreiche Veranstaltungen zum 23. Tag der deutschen Wiedervereinigung geplant.

Uwe Tellkamp
Schriftsteller Uwe Tellkamp

Die Festrede im sächsischen Landtag hielt in diesem Jahr Uwe Tellkamp. Der Autor des Romans "Der Turm" kritisierte darin vor 350 Gästen den Verlust von Maßstäben und Werten bei der Globalisierung. Diese sei "wahrscheinlich richtig", es müsse aber die richtige Balance zwischen Globalisierung und Heimat gefunden werden. Nur daraus komme die Kraft für Veränderungen.

Der 43 Jahre alte Autor aus Dresden hatte in seinem preisgekrönten Roman das Dresdner Bildungsbürgertum in der DDR-Zeit beschrieben. Das Erste strahlt die zweiteilige Verfilmung des Stoffs am 3. und 4. Oktober aus.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich war am Tag der Einheit in Polen, unter anderem bei einem Empfang in der deutschen Botschaft in Warschau. In vielen sächsischen Städten gab es Sonderveranstaltungen. So hatten in Annaberg-Buchholz Ost-West-Paare in den Museen der Stadt freien Eintritt.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff nahm nahm mit einer Delegation am offiziellen Festakt in München teil. Zu der Delegation gehörten 15 Frauen und Männer, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich engagieren. Später reiste er weiter nach Prag, wo er in der deutschen Botschaft an einer Feierstunde teilnahm, dort wo am 30. September 1989 Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher rund 4.000 DDR-Flüchtlingen mitgeteilt hatte, dass sie in die Bundesrepublik ausreisen dürfen. Die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann mahnte zum Tag der Deutschen Einheit mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft an. Die wachsenden Unterschiede zwischen Reich und Arm sowie zwischen Ost und West gefährdeten den Frieden in der Gesellschaft.

Thüringer Politiker verwiesen zum Jahrestag der Einheit auf Unterschiede zwischen West und Ost. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht rief dazu auf, Ungleichheiten zu überwinden, vor allem im Rentenrecht. Dessen Angleichung sei ein Versprechen und bleibe Arbeitsauftrag an die Politik. Wirtschaftsminister Matthias Machnig forderte einen "Aufbruch Ost" und eine Strategie für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Osten. Am Festakt in München nahm Landtagspräsidentin Birgit Diezel teil. In Erfurt lud die Landesregierung zu einer Feier im Opernahus, an der unter anderem der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, Lieberknecht und Vize-Regierungschef Christoph Matschie teilnahmen.

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2012, 22:51 Uhr

24. Annett:
Ich bin sooo froh und glücklich, dass wir nicht mehr in der DDR-Diktatur leben müssen: endlich 1989 Reise- und Meinungsfreiheit, ein selbstbestimmtes Leben führen, ...!!! So lange hatte ich es erhofft! DANKE für die Wiedervereinigung; heute geht es mir so gut, danke an alle Bürgerrechtler und den Menschen, die diese Diktatur überwinden halfen!
05.10.2012
16:15 Uhr
23. Didispricht:
So und zum Schluss meldet sich, quasi als "Happyendler", noch ein Ossi, der es so richtig toll findet, dass es die Wiedervereinigung gegeben hat! Mensch Leute, hört doch endlich mal auf zu nörgeln und zu meckern; ich kann's nicht mehr hören. Tatsächlich gibt es nur wenige Länder auf der Erde, in denen es den Menschen so gut geht und in dem man so freizügig leben kann wie in Deutschland. Ich als ehemaliger DDR'ler führe mir dies immer wieder vor Augen. Und wenn ich erst an gewisse islamische Staaten denke, wo man am liebsten wieder die Scharia als Rechtsystem einführen will, dann frage ich mich ernsthaft, wo bei manchen Leuten das Problem ist?!
04.10.2012
00:11 Uhr
22. Ränftl:
Der Inahlt der hier verfassten Kommentare ist schon traurig. Sicher ist der Kapitalismus nicht das ideale System. Doch einem System wie dem der DDR hinterherzutrauern, welches nur durch Macht und Gewalt gegen die eigenen Bürger (Volksaufstand 1953, Bau der Mauer 1961), totale Kontrolle und Überwachung (Stasi) etc aufrechterhalten wurde ist schon armselig. Die Planwirtschaft verfehlte ihre Ziele, so dass Nahrungsmittel, insbesondere in der 1970ern importiert werden mussten. Auch wenn es viele fähige Leute gab hinkte die DDR dem Westen technologisch weit hinterher - es fehlten schlicht das Geld und die Ressourcen. Da half auch der Zuschuss westlicher Devisen nichts mehr. Ohne es hier unterstellen zu wollen, so kann ich doch stark annehmen, dass der Großteil der Diskussionsteilnehmer hier die Wende eben nicht gepackt und im Kapitalismus hinten runter gefallen ist. Das ist für mich kein Grund, sich eine Diktatur zurückzuwünschen!
03.10.2012
23:19 Uhr
21. jochen:
@Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht rief dazu auf, Ungleichheiten zu überwinden, vor allem im Rentenrecht. Dessen Angleichung sei ein Versprechen und bleibe Arbeitsauftrag an die Politik. Juhu, ab jetzt geht´s aufwärts. Als Bergbaurentner mit eh´ niedriger Lebenserwartung kann ich nun wohl erwarten, dass die ungerechten Renten "Ost" an die eines Bergmannes "West" angeglichen werden, sollte dies noch zu meinen Lebzeiten geschehen, werde ich zukünftig Kirchensteuer zahlen. Aber ich denke, dazu wird es nicht kommen, ich werde wohl nicht so alt wie ein gewisser Herr Johannes Heesters. Außerdem fehlen mir bis dahin noch 47 Jahre
03.10.2012
22:48 Uhr
20. Akim:
Sollten die kleingeistigen DDR-Kommentare authentisch sein, beweist das nur, dass von Einheit keine Rede sein kann. Tatsächlich sind wir in Mitteldeutschland vom Regen in die Traufe gekommen - von der Diktatur des Proletariats hin zur europäischen Finanzdiktatur. Wir brauchen nicht mehr Europa, sondern mehr Deutschland und endlich echte Demokratie.
03.10.2012
20:25 Uhr
19. Rudi Werner:
Der Euro wird gehen und der Globo ohne Rückbindung kommt.
03.10.2012
20:10 Uhr
18. Politischer Laie seit 1975:
Leider kann ich die Einheit noch nicht so richtig erkennen. Mag es daran liegen, dass wir so unterschiedlich im täglichen Leben nach Himmelsrichtungen entlohnt berentet und beurteilt werden, was natürlich eine gwisse schützenswerte Minderheit auf den Plan ruft... Ich kann auch nicht erkennen, dasss wir eine gemeinsame Deutsche Verfassung haben...wie es vorgeschrieben ist. Für mich steht fest, wir leben seit 22 Jahren ohne Mauer, aber mit größer werdendenden Gräben zwischen uns. Wir leben sozusagen seit 1990 in wilder Ehe!Wir irgendwann Hochzeit sein?
03.10.2012
18:39 Uhr
17. Hans-Günther aus Halle:
11. tobi: Das ist kein Märchen. Man hat in der DDR ganze Maschinenparks abgebaut, nicht nur in der Stadt des Schwermaschinenbaus Magdeburg, auch in Frankfurt O., Schwedt O., Merseburg, Leuna, u.s.w.. Weit im Westen wurden sie dann wieder aufgebaut, u.a. bei Sienens, Mannesman. Ich war z.B. selbst beim Auf und Abbau dabei. Die Patende der DDR hat man mit der Zwangsannektion gleich mit erworben. Der erste PC wurde z.B. in der DDR gebaut. In Jena wurde die elektronik für die Weltraumforschung hergestellt. Unliebsame Konkurrenz wurde 1990 dem Erdboden gleich gemacht. Du warst damals sicher noch garnicht auf der Welt, wie sonst kommst Du auf das Märchen mit den Bananen? Auch wenn Du es nicht glaubst, wir hatten elektrischen Strom und tanzten nicht um ein Lagerfeuer.
03.10.2012
18:02 Uhr
16. Grützmacher:
Tobis Kommentar "ich habe bisher immer gedacht, dass es die menschen der ehemaligen ddr waren, die die ddr nicht mehr wollten, die für ein paar bananen und ein paar DM alles verscherbelt haben." Dieser von Dir geschriebene Satz ist eine absolute Freschheit, so wie Dein ganzer Beitrag. Die DDR wurde von den Politbonzen für ein Appel und ein Ei verhökert. Die BRD war 1990 bereits Pleite, die Staatsverschuldung betrug das ca. 120000 fache der Verschuldung der DDR.
03.10.2012
17:57 Uhr
15. Paulchen:
Tja, die Deutschen... und ihre Kommentare. Typisch deutsch eben. Dabei wäre heute eigentlich ein guter Tag, einmal darüber nachzudenken, wer wir Deutschen sind, warum wir so sind und was uns verbindet. Das Komische dabei ist, dass ich heute noch keinen einzigen "Deutschen" auf der Straße getroffen habe, sondern nur Hessen, Bayern, Sachsen, Schwaben... vermutlich ist das aber so, weil es historisch schon immer so war. Willkommen in diesem komischen Konstrukt des vereinten "Deutsch"-Lands: Rückwärtsgewandt, engstirnig, egoistisch, bürokratisch, (geistig) arm und doch mit so viel Geld! (glücklicherweise sind nicht alle "Deutschen" so!)
03.10.2012
17:10 Uhr

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Tag der Deutschen Einheit

Am 3.10. 1990 traten Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen dem Bundesgebiet bei. Das Datum war im deutschen Einigungsvertrag festgelegt worden. Seither ist der 3. Oktober nationaler Gedenktag und gesetzlicher Feiertag. Die zentrale Feier wird immer von dem Land ausgerichtet, das den Vorsitz im Bundesrat hat. Von 1954 bis 1990 war in der Bundesrepublik der 17. Juni in Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR 1953 als "Tag der Deutschen Einheit" begangen worden.

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