Exzellenzinitiative 2012 : Dresdner Uni gehört zur Elite
Die Entscheidung ist gefallen: Die TU in Dresden gehört künftig zu den Elite-Hochschulen in Deutschland. Die Uni darf sich im Rahmen der zweiten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern bis 2017 mit dem Titel Elite-Universität schmücken. Am Freitag hat Bundesministerin Annette Schavan in Bonn die Namen der neuen Elite-Hochschulen bekannt gegeben.
Neben Dresden gehören zu den Aufsteigern die HU Berlin, Köln, Bremen und Tübingen. Ihren Elite-Status behalten außer der RWTH Aachen die beiden Münchener Universitäten, die FU Berlin, Konstanz und Heidelberg. Die Universitäten in Göttingen, Freiburg und Karlsruhe verloren den Sonderstatus. Bei der zweiten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern ging es um die Vergabe von 2,7 Milliarden Euro Forschungsgelder, die die Universitäten bis 2017 zusätzlich erhalten sollen.
Als die Entscheidung der Wissenschafts-Kommission per Livestream in die Alte Mensa der TU Dresden übertragen wurde, war auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich vor Ort. Bei den Anträgen aus Dresden ging es um fast 172 Millionen Euro. Unter anderem sollen die weltweit besten Nachwuchswissenschaftler auf den Gebieten Zellbiologie, Biomedizin und Biophysik promovieren. Außerdem hatte sich die TU um Gelder für die Grundlagenforschung gegen Leukämie, Diabetes sowie Herzkreislauf-Erkrankungen beworben. Um in den endgültigen Bewerberkreis zu kommen, musste die TU Dresden bereits zwei Vorrunden überstehen.
Olbertz: "Ost-Unis haben es verdient"
Sachsen-Anhalts ehemaliger Kultusminister Hendrik Olbertz hatte zuvor bei MDR INFO gesagt, es wäre erfreulich, wenn sowohl Dresden berücksichtigt werde als auch die Humboldt-Universität Berlin, deren Präsident er jetzt sei. Gerade die Unis im Osten hätten enorme Umstrukturierungsprozesse durchlaufen. Der Status einer Elite-Hochschule wäre eine Form der Anerkennung eines erfolgreichen Entwicklungsprozesses.
Titel muss nach fünf Jahren verteidigt werden
Bislang durften neun Universitäten das Elite-Siegel tragen. Sie hatten sich erneut um den Titel und die dazugehörige Förderung beworben. Hinzu kamen sieben neuen Bewerber, darunter auch Dresden. Der Status einer Elite-Hochschule wird für fünf Jahre verliehen und ist mit umfangreichen Fördergeldern für die Forschung und Ausbildung verbunden.
Ziel der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern ist es, Spitzenforschung in Deutschland stärker zu fördern. Gefördert werden drei Bereiche: Graduiertenschulen zur Betreuung von Doktoranden, ressortübergreifende Forschungsprojekte und eben der Ausbau von Hochschulen zu "Elite-Unis". In einer ersten Runde stellte der Staat dafür bis 2012 rund 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung. In der zweiten Phase bis 2017 geben Bund und Länder ausgewählten Hochschulen nun noch einmal die erwähnten 2,7 Milliarden Euro, von denen auch Dresden profitieren wird. Die Mittel werden nach Angaben des Stifterverbandes zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent von den Ländern bereitgestellt.
Fördergelder auch für Chemnitz und Jena
Auch die TU Chemnitz wird mit Geld aus dem Förderprogramm bedacht. Die Hochschule konnte sich mit einem sogenannten Exzellenzcluster durchsetzen. Dort geht es um ein Forschungsvorhaben bei der Entwicklung neuartiger Leichtbaustrukturen. Ebenfalls durchsetzen konnte sich die Graduiertenschule für Mikrobielle Kommunikation der Friedrich-Schiller-Uni in Jena. Dieses wird bis 2017 mit rund zehn Millionen Euro gefördert. Damit ist die Jenaer Uni die einzige Hochschule in Thüringen, die im Zuge der Exzellenzinitiative gefördert wird. Leer ging dagegen die Universität Halle-Wittenberg aus. Auch die Graduiertenschule "BuildMoNa" der Uni Leipzig erhält keine weitere Elite-Förderung. Der Antrag wurde abgelehnt. Rektorin Beate Schücking sprach von einer "bitteren Pille" für die Forscher und Nachwuchswissenschaftler der Hochschule.
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