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Energiewende : Länder fordern Energie-Gesamtkonzept

Thüringen und Sachsen-Anhalt haben unmittelbar vor dem Energiegipfel in Berlin ein energiepolitisches Gesamtkonzept für alle 16 Bundesländer gefordert. Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dafür müsse ein Energie-Koordinator im Kanzleramt angesiedelt werden. Die 16 unterschiedlichen Konzepte der einzelnen Bundesländer gehörten unter ein Dach. Der Markt werde die Energiewende nicht regeln.

Lieberknecht: Energiewende braucht einen Masterplan

Ähnlich äußerte sich Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht. Die 16 verschiedenen Konzepte der Länder müssten zusammengeführt werden, sagte sie bei MDR INFO.

Es brauche einen Masterplan, um ganz klar zu sagen: "Was wollen wir bis wann, wie und mit wem erreichen." Die Bundesregierung brauche ein federführendes Ressort und klare Ansprechpartner.

Die Länder müssten ihrerseits endlich den Abgleich ihrer Konzepte tatsächlich vornehmen, forderte Lieberknecht. Es werfe schon Fragen auf, wenn man im Norden mit Milliardenprogrammen Offshore-Anlagen errichte, die Strom für den Süden produzieren sollten, Baden-Württemberg und Bayern jetzt aber "Nein" sagten und erklärten, sie entwickelten energie-autarke Konzepte für ihr jeweiliges Bundesland.

Seehofer kündigt bayerischen Sonderweg an

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer stellte im Vorfeld alle bisherigen Vereinbarungen zum Atomausstieg in Bayern noch einmal infrage. In der "Süddeutschen Zeitung" zeigte er sich unzufrieden mit der Bilanz zum Atomausstieg und brachte einen eigenen staatlichen Energieversorger ins Gespräch: "Dann gründen wir ein Bayernwerk."

Ihm seien zwar marktwirtschaftliche Lösungen lieber, aber staatliche auch denkbar, sagte Seehofer. Besonders kritisch äußerte sich Seehofer über den Stillstand bei der Konstruktion neuer Gaskraftwerke.

Auf dem Energiegipfe heute in Berlin wird unter anderem über die Zukunft der Solarförderung gesprochen – dabei wollen die Länder mit Solarindustrie vor allem die geplanten Förderungskürzungen auf den Tisch bringen. Weitere Themen sind die Probleme beim Stromnetzausbau, fehlende Investitionen in neue Gaskraftwerke als Ersatz für die wegfallenden Atomkraftwerke, eine mögliche Kostenlawine für die Bürger, die energetische Gebäudesanierung und die Suche nach einem Atommüll-Endlager.

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2012, 14:16 Uhr

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