Insolvenzverfahren eröffnet Kraftwerk für die Hosentasche: Firma pleite
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Das Dresdner Start-up – Unternehmen eZelleron muss in die Insolvenz. Das Amtsgericht Dresden hat am Montag ein entsprechendes Verfahren eröffnet, wie Insolvenzverwalter Thomas Beck am Donnerstag mitteilte.
Die Firma hatte im Januar 2015 ein gasbetriebenes Mini-Kraftwerk in der Größe einer Zigarettenschachtel vorgestellt und damit für Furore gesorgt. Dabei soll eine Brennstoffzelle mit handelsüblichem Feuerzeuggas betrieben werden und Strom liefern. Mit einer typischen Gaskartusche sollte auf diese Weise ein Smartphone bis zu elfmal geladen werden können. Das Geld für die Serien-Produktion sollte per Crowdfunding gesammelt werden. Bisher waren es laut der Plattform Kickstarter mehr als 1,5 Millionen Euro. Das war offenbar nicht genug, denn bereits am 5. November 2015 stellte das Unternehmen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.
Gespräche mit Gäubigern und Investoren
In der 2008 gegründeten Firma haben bis zu 25 Mitarbeiter an Entwicklung emissionsarmer Energiequellen zur mobilen Stromversorgung gearbeitet.
Ob eine Sanierung des Unternehmens möglich ist, sei bisher nicht absehbar, teilte Insolvenzverwalter Beck mit. Derzeit würden Gespräche mit Großgläubigern und potentiellen Investoren geführt. "Deren Ausgang wird für den weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens entscheidend sein", so Beck.
Umzug in die USA?
Nun will Unternehmensgründer Sascha Kühn sein Glück in den USA probieren. Laut einem Bericht der Sächsischen Zeitung hat er zusammen mit Mitinitiator Martin Pentenrieder dort die Holding "kraftwerk Inc." gegründet. In den USA gestalte sich die Suche nach Kapitalgebern wesentlich einfacher. Dennoch soll der Standort in Dresden vorerst erhalten bleiben, sagte Kühn der SZ.
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