MDR-Ratgeber | Escher | Exklusiv | Die Sendung in der Mediathek nachsehen! : Sicherheitsleck beim Mobilfunkanbieter Fonic
Beim deutschlandweit aktiven Mobilfunkanbieter Fonic gibt es eine Sicherheitslücke. Wie die Ratgebersendung des MDR FERNSEHENS "Escher" berichtet, nutzen Betrüger aus, dass beim Fonic-Prepaidangebot die Identität der Kunden nicht gründlich geprüft wird. So können sich Kriminelle mit gestohlenen Adress- und Kontodaten bei Fonic anmelden und auf Kosten der Bestohlenen telefonieren. In den jetzt in Thüringen bekannt geworden Betrugsfällen ermittelt dem Bericht zufolge die Polizei. Zur Schadenshöhe liegen keine Informationen vor.
Fonic weiß Bescheid - tut aber nichts
Nach MDR-Recherchen nimmt Fonic den Betrug billigend in Kauf. Der 100-prozentigen Tochter des Telefonica-Konzerns mit Sitz in München sei das Problem bekannt, es gehe aber nicht dagegen vor. Ein Sprecher erklärte, "eine unmittelbare Identitätsprüfung ist vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben und hätte zudem zur Folge, dass … wir die dafür entstehenden Kosten auf unsere Kunden … umlegen müssten".
Im Betrugsfall haben laut "Escher"-Recherchen die Kontoinhaber den Ärger. Zwar kann man unberechtigte Lastschriften zurückgeben und sich so finanziell schadfrei halten, doch hatte in den Thüringer Betrugsfällen Fonic trotz Klärungsversuchen Mahnschreiben verschickt und Inkassounternehmen beauftragt.
Andere Anbieter sind sicher
Beim Fonic-Prepaidangebot bezahlt der Kunde im Voraus Gesprächsminuten, mit denen eine Telefonkarte (SIM-Karte) aufgeladen wird. Die kann man unter anderem in Supermärkten erwerben. Dann muss man sich im Internet mit Namen, Adresse und Bankverbindung anmelden. Ohne weitere Legitimation wird daraufhin sofort die SIM-Karte zum Telefonieren freigeschaltet. Betrüger können dann unerkannt zu Lasten des fremden Kontos Gesprächsguthaben kaufen.
Nach MDR-Recherchen gibt es dieses Sicherheitsleck bei den Prepaidanbietern T-Mobile, O2, Netto-Marken-Discount, Aldi und Schlecker nicht. So muss man etwa bei Schlecker eine Ausweiskopie einsenden und bei Netto wird der Freischaltungscode an die angegebene Postadresse verschickt. Mittlerweile hat auch Fonic in Aussicht gestellt, die Registrierung sicherer zu machen.


