Eingangsbereich der IHK Halle Dessau
Bildrechte: Manuela Lonitz

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Wirtschaft fordert Anreize für Investitionen

Knapp zwei Wochen ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt her. Während CDU, SPD und Grüne Gespräche über eine mögliche Koalition führen, werden in der Wirtschaftspolitik Forderungen an die künftige Landesregierung laut. Wirtschaftsverbände erwarten Anreize für Investitionen - und warnen vor einem möglichen Imageschaden Sachsen-Anhalts durch politischen Streit im Landtag.

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Das Ergebnis der Landtagswahl hat auch Auswirkungen auf die künftige Wirtschaftspolitik in Sachsen-Anhalt. Knapp zwei Wochen nach der Wahl haben Wirtschaftsverbände erste Forderungen an die künftige Landesregierung gestellt.

Keine Mindestlohn-Erhöhung in Sachsen-Anhalt

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Sachsen-Anhalt fordert eine arbeitnehmerfreundliche Wirtschaftspolitik. Eine Sprecherin sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es müsse Schluss sein mit Lohndumping. Notwendig seien auch verbindliche Tarifverträge im Pflegebereich. Darüber hinaus sollen mehr Langzeitarbeitslose den Sprung in den regulären Arbeitsmarkt schaffen.

Der Allgemeine Arbeitgeberverband der Wirtschaft fordert, dass Sachsen-Anhalt von einer möglichen Mindestlohn-Erhöhung ausgenommen werden soll. Geschäftsführerin Sigrun Trognitz sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass betroffene Unternehmen wegen der wirtschaftlichen Schwäche keine weiteren Lohnerhöhungen verkraften würden. Das müsse die künftige Landesregierung der Mindestlohn-Kommission klar machen. Stattdessen sollten Ausnahmeregelungen in den Fokus rücken. Von der künftigen Landesregierung fordert der Verband außerdem eine bessere Breitband-Infrastruktur - und dass Asylsuchende mit hoher Bleibeperspektive schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Sachsen-Anhalt soll für Weltoffenheit und Vielfalt stehen

Wirtschaftspolitische Stabilität und Wachstum wünscht sich die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. Die Wirtschaftsleistung habe sich im vergangenen Jahr stabilisiert. Dennoch seien Investitionen nötig - und damit verbunden ein gutes Ansehen im In- und Ausland. Sachsen-Anhalt müsse auch weiterhin für Weltoffenheit und Vielfalt stehen.

Die Handwerkskammer Magdeburg fordert, dass eine Meistergründungsprämie eingeführt wird - und dass das Handwerk insgesamt gestärkt wird, da jeder sechste Erwerbstätige in Sachsen-Anhalt in diesem Bereich tätig sei. Die Kammer warnte außerdem vor einem möglichen politischen Streit im Landtag. Denn der könnte zu einem Imageschaden für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt führen.

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2016, 14:07 Uhr

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7 Kommentare

28.03.2016 13:05 Frank L. 7

Da werden noch mehr S.-A. zum Frühaufsteher um pünktlich zum Schichtbeginn jenseits der Landesgrenze zu sein .Warum jammern unsere Arbeitgeber wegen Fachkräftemangel ,sind doch selbst schuld.

26.03.2016 22:13 Rasselbock 6

IHK=Quatschköpfe. Die Rirmen sollen Produkte machen und entwickeln, die kein anderer hat. Dann kann man auch gute Preise machen. Mit verlängerter Ossiwerkbank wird es nichts.

26.03.2016 17:53 frank 5

Warum soll man auch die eigenen Gewinne für Investionen nehmen, das war früher so gedacht. Aber heute, haben wir diese Gewinne in andere Branchen investiert, die uns eigentlich nichts angehen. Wir zahlen doch auch Sozialbeiträge, warum helfen uns die Sozialkassen nicht? Hahaha

26.03.2016 17:18 So weit kommt es noch. 4

"Der Allgemeine Arbeitgeberverband der Wirtschaft fordert, dass Sachsen-Anhalt von einer möglichen Mindestlohn-Erhöhung ausgenommen werden soll. Geschäftsführerin Sigrun Trognitz sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass betroffene Unternehmen wegen der wirtschaftlichen Schwäche keine weiteren Lohnerhöhungen verkraften würden." - In den "Focus" sollte rücken, daß "Unternehmen", die den Mindestlohn nicht "erwirtschaften" können, sehr wohl aber Gewinne machen (wollen), dann wohl einfach nicht rentabel sind. Und dann sollten wir uns auch nicht groß mit ihnen befassen - dafür gibt es das Insolvenzrecht. Entfremdete Arbeit ist bekanntlich kein Selbstzweck, sondern muß sich definitionsgemäß lohnen. Daß sie das in SAH in nicht geringem Umfang nicht tut, ist das Problem der Landesregierung, aber gewiss nicht das der Arbeit"nehmer". Was die SPD mit ihrer Agendapolitik mental und materiell angerichtet hat, darf als Jahrhundertschaden angesehen werden. Herzlichen Dank dafür und nie wieder.

26.03.2016 13:19 Ralf Richter 3

In welcher Bananenrepublik glaubt denn die Wirtschaft zu leben. Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren? In Artikel 14 Absatz 2 des Grundgesetzes steht wie folgt: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“

26.03.2016 13:01 John Silver 2

Verzeihung, diese Android - Rechtschreibprüfung macht was sie will :(

26.03.2016 12:57 John Silver 1

Für Investitionen ist die Wirtschaft selber da. Die oeffentlichen Investitionen Flüssen jetzt erstmal in die Willkommen Skulptur und die Stehen weiter erhöhen geht nicht, sonst steht niemand mehr früh auf in diesem Land.