MDR INFO | Exklusiv : Fricke: EFSF-Schirm ist Voraussetzung für möglichen Schuldenschnitt
Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag, Otto Fricke (FDP), rechnet bei einem Nein der Slowaken zum erweiterten EFSF-Rettungsschirm mit einer Zuspitzung der Euro-Krise. Bei MDR INFO sagte Fricke am Dienstag: "Dann haben wir keinen Werkzeugkasten für den Fall, dass in Griechenland das passiert, was inzwischen alle vermuten, nämlich dass es einer Umschuldung bedarf."
Müssen Übergreifen der Krise auf andere Länder verhindern
Nach Auffassung des FDP-Politikers soll der geplante Rettungsschirm nicht in erster Linie Griechenland helfen, sondern vor allem ein Übertreten der Krise auf andere Länder verhindern. Bisher gleiche die Euro-Rettung einem Feuerwehreinsatz. Fricke: "Das Haus brennt. Wir holen einen Feuerwehrwagen und spritzen Wasser drauf, wir gucken aber nicht, ob in dem Haus noch Brandbeschleuniger sind und wie wir das Nachbarhaus schützen können." Der geplante Schutzschirm sei das notwendige Mittel für solche Notfälle. Fricke stellt klar: "Der EFSF verhindert gerade nicht einen Schuldenschnitt, sondern er ist gerade das notwendige Mittel für den Fall, dass er kommt."
Ob es in Griechenland tatsächlich zu einem Schuldenschnitt kommt, dürfen nach Frickes Ansicht nicht Politiker entscheiden, sondern nur die Fachleute von EU, EZB und IWF. "Wenn die Troika sagt, sie kriegen kein neues Geld mehr, dann muss es nach meiner Meinung zu einer Insolvenz bei Griechenland kommen."


