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Leipziger Kriminalgeschichte : Mord und Totschlag im Stadtgeschichtlichen Museum

Im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig werden in den kommenden Monaten die dunklen Seiten der Stadt beleuchtet. Unter dem Titel "Gangster, Gauner und Ganoven" ist seit Mittwoch eine Sonderausstellung über teils spektakuläre Kriminalfälle zu sehen. Nach Angaben von Museumsdirektor Volker Rodekamp werden 24 Taten von Mord, Totschlag, Betrug und Diebstahl illustriert, die sich in den vergangenen 200 Jahren in Leipzig ereignet haben.

Taten und Strafen im Wandel der Zeit

Die Schau basiert auf Gerichtsakten und anderen Dokumenten. Außerdem werden in einer nur für Erwachsene zugänglichen Studioausstellung Tatortfotos gezeigt. "Wir zeigen nicht nur den eigentlichen Fall, sondern auch, wie die Gesellschaft in der jeweiligen Zeit mit Verbrechern umging, erklärt Rodekamp. Leipzig gilt schon seit dem Mittelalter als ein Zentrum der Rechtsprechung. Die Richter unterlagen jedoch dem Museumsdirektor zufolge den Gerechtigkeitsvorstellungen ihrer Zeit. Der Umgang mit Straftaten habe deshalb je nach Fall und Zeitgeist zwischen Vergeltungsdrang, Verständnis bis hin zur Vertuschung geschwankt.

Neubau Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Diebstahl, Mord, Totschlag - hinter der hellen Fassade gibt das Museum Einblicke in menschliche Abgründe.

So wurde die Abtreibung bis in die Neuzeit noch mit der Todesstrafe geahndet. Unter den Gesängen des Thomanerchors wurde die schuldige Mutter lebendig begraben, gepfählt oder ertränkt. Im 18. Jahrhundert wurde die Strafe durch Enthauptung vollzogen. Auch diese Entwicklung des Strafrechts wird in der Ausstellung mit Exponaten illustriert, von der Daumenschraube über Henkersschwert und Guillotine bis zur Pistole vom Typ Walther P38. Sie wurde bis zur Abschaffung der Todesstrafe in der zentralen Hinrichtungsstätte der DDR in Leipzig eingesetzt. Zu sehen sind aber auch Hilfsmittel der Kriminaltechnik.

Berühmte und verschwiegene Fälle

Einige Leipziger Kriminalfälle dienten auch als Inspiration für literarische Werke. Ein Beispiel ist das Drama "Woyzeck" von Georg Büchner. Reales Vorbild war der Perückenmacher Woyzeck, der 1821 aus krankhafter Eifersucht seine fünf Jahre ältere Geliebte Johanna Christiana Woost in der Leipziger Sandgasse erstach. Die Sonderausstellung berichtet aber auch über eine Mordserie, die in der DDR verschwiegen wurde: Eine Krankenschwester hatte Anfang der 1980er-Jahre Säuglinge mit einem Herzmittel zu Tode gespritzt. Die Verhandlung fand damals hinter verschlossenen Türen statt, die Eltern wurden nie über die Todesursache ihrer Kinder informiert.

Zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2012, 10:29 Uhr

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Informationen zur Ausstellung

Was?
"Gangster, Gauner und Ganoven - Große Leipziger Kriminalfälle"

Wo?
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Böttchergässchen 3

Wann?
17. Oktober 2012 bis 27. Januar 2013
dienstags bis sonntags und feiertags 10-18 Uhr
(24. und 31. Dezember geschlossen)

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