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Staatsbesuch in Israel : Gauck legt Kranz in Yad Vashem nieder

Bundespräsident Joachim Gauck hat bei seinem Staatsbesuch in Israel die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besucht. Gauck legte an der Gedenkstätte in Jerusalem einen Kranz nieder und gedachte der sechs Millionen Opfer des NS-Vernichtungsfeldzugs gegen die Juden. Dabei bekräftigte er die deutsche Solidarität und hob das Existenzrecht Israels hervor. Israel zähle zu den wichtigsten Partnern und Freunden der Bundesrepublik. Man sei enger verbunden als jemals zuvor, durch gemeinsame Werte und gemeinsame Interessen.

Bundespräsident Joachim Gauck legt in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, Israel, einen Kranz nieder
Gauck gedenkt der Holocaust-Opfer

Im Meinungsaustausch mit seinem israelischen Amtskollegen Schimon Peres pochte Gauck auf eine Zwei-Staaten-Lösung. Neben dem Existenzrecht Israels müssten auch die Belange des palästinensischen Volkes geachtet werden. Nötig sei "eine Lösung, die Wirklichkeit werden kann, wenn beide Seiten aufeinander zugehen und die Rechte des jeweils anderen anerkennen". Gauck bezeichnete den Umbruch in vielen arabischen Staaten als "historische Chance für mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit". Er verstehe aber Israels Bedenken, weil noch nicht klar sei, wohin die Entwicklung gehe. Das iranische Atomprogramm bezeichnete Gauck als konkrete Gefahr für Israel und die Region und als eine potenzielle Bedrohung für Europa.

Gauck wirbt für Zwei-Staaten-Lösung

Am Nachmittag gab es außerdem ein Treffen mit Überlebenden des Holocausts und Angehörigen der Menschen, die beim Attentat auf die israelische Olympiamannschaft 1972 ums Leben kamen. Am Abend gab Peres zu Ehren Gaucks ein Staatsbankett. Dort rief Gauck zu einer Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina auf. Gauck versprach Peres, Deutschland werde Israel im Bemühen um einen dauerhaften Frieden helfen. Ein solcher Friede setze jedoch voraus, dass Israel und ein unabhängiger palästinensischer Staat Seite an Seite in Sicherheit und anerkannten Grenzen leben könnten. Dafür sei erforderlich, dass man in mutigen Schritten aufeinander zugehe.

Aus Antrittsreise wurde Staatsbesuch

Zum Abschluss der Nahostreise fährt der Bundespräsident am Donnerstag in die Palästinensischen Gebiete. Dort wird Gauck eine mit deutschen Mitteln errichtete Mädchenschule eröffnen und in Ramallah mit Präsident Mahmud Abbas und Ministerpräsident Salam Fayyad politische Gespräche führen.

Zunächst war die Reise des Bundespräsidenten als Antrittsbesuch geplant, wurde dann aber von israelischer Seite zum Staatsbesuch hochgestuft. Begleitet wird Gauck von seiner Lebensgefährtin  Daniela Schadt und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann.

Hohe Erwartungen an Gauck

Der neue israelische Botschafter in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman, lobte die Entscheidung des Bundespräsidenten, zum ersten Staatsbesuch nach Israel zu reisen. "Es ist sein erster Staatsbesuch, und er hat entschieden, dass es Israel sein wird." Allein das sei schon ein "guter Beweis" für die Bedeutung der Beziehungen beider Länder. Zugleich warnte der Botschafter vor zunehmendem Antisemitismus in Deutschland und Europa. Dabei spielt auch die Debatte um das als antisemitisch kritisierte Gedicht von Literaturnobelpreisträger Günter Grass ein Rolle. Grass hatte in einem Zeitungsbeitrag Israels Haltung im Atomkonflikt mit dem Iran scharf attackiert und Israel als Aggressor dargestellt. Gauck hatte sich bislang zum Streit um den Grass-Text, der in Deutschland wie auch in Israel kontrovers diskutiert wurde, nicht öffentlich geäußert.  

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2012, 22:25 Uhr

1. HansMeiser:
Verschenkt Herr Gauck auch noch einige atomwaffenfähige U-Boote an den Friedensstaat Israel?
28.05.2012
20:40 Uhr

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