Saalekreis : Geiseltalsee teilweise freigegeben
Der Geiseltalsee ist nun doch teilweise freigegeben. Wie der Saalekreis am Freitag mitteilte, ist die Genehmigung des zuständigen Landesamtes für Geologie und Bergwesen eingetroffen. Der Landkreis veröffentlichte am Freitagnachmittag auf seiner Homepage die sogenannte Allgemeinverfügung im Amtsblatt. Darin ist die konkrete Nutzung des freigegebenen Teilbereiches geregelt. Das heißt, dass im Umfeld des Hafens Mücheln gebadet und Boot gefahren werden darf. Einen Tag nach der Veröffentlichung, also am Sonnabend, ist die Freigabe in Kraft getreten.
Landrat will zünftig feiern
Landrat Frank Bannert äußerte sich erleichtert. Dies sei ein lang erwarteter und wichtiger Meilenstein für die zukünftige Entwicklung der Region. Der Geiseltalsee sei nicht nur für den Saalekreis wichtig, sondern auch für das Land Sachsen-Anhalt ein bedeutsamer Baustein in der touristischen Infrastruktur. Bannert kündigte an, Ende August an der Marina Mücheln mit allen Beteiligten, Einwohnern und Interessierten die Freigabe "zünftig" zu feiern.
Eigentlich sollte die Zulassung für einige Abschnitte des Sees bereits bis Ende Juli erteilt werden. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums müssen Experten aber noch ein Gutachten unter anderem zur Standsicherheit der Böschungen, des Ufers und des Seebodens prüfen. Die Gefahr, dass plötzlich Böschungen wie in Nachterstedt abrutschen, wird aber inzwischen für unwahrscheinlich gehalten.
Mehr als 300 Millionen Euro in das Projekt geflossen
Der Geiseltalsee ist ein gefluteter ehemaliger Braunkohletagebau und gehört zu den größten künstlichen Seen Deutschlands. Nach dem verheerenden Erdrutsch am Concordiasee bei Nachterstedt war die Freigabe auf Eis gelegt worden. Die Anlieger-Gemeinden hatten jedoch bereits in die touristische Infrastruktur investiert. Seit Jahren hoffen sie daher auf die Freigabe des Sees. Nach Schätzungen des Müchelner Bürgermeisters Andreas Marggraf sind bislang mehr als 300 Millionen Euro in das Projekt Geiseltalsee gesteckt worden.
Das Unglück von Nachterstedt
Bei dem Unglück in Nachterstedt waren im Juli 2009 drei Menschen ums Leben gekommen. 2,8 Millionen Kubikmeter Böschungsmasse waren in den Concordiasee gerutscht und hatten ein Doppelhaus und eine Haushälfte in die Tiefe gerissen.



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