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Unterrichtsausfall in Thüringen : GEW spricht von Verstößen gegen das Schulgesetz

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Thüringen hat den Unterrichtsausfall im Land kritisiert und gefordert, mehr Lehrer einzustellen. Im vergangenen Schuljahr seien fast vier Prozent der Stunden ausgefallen, sagte GEW-Landeschef Torsten Wolf. Er berief sich unter anderem auf Zahlen des Kultusministeriums. Es hatte in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Susanne Hennig (Die Linke) mitgeteilt, dass der durchschnittliche Unterrichtsausfall an den staatlichen allgemein bildenden Schulen zuletzt zwischen drei und vier Prozent gelegen habe.

GEW will Zahl der Lehrer halten

Es geht ums Lernen, nicht ums Prüfen
GEW beklagt Schulausfall sowie den Ersatzunterricht fachfremder Lehrer.

Die GEW erklärte jetzt, dass der tatsächliche Ausfall zum Teil deutlich darüber liege, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. Wolf warnte jedoch, wenn nicht jede frei werdende Lehrerstelle neu besetzt werde, könne der Ausfall in den kommenden Jahren auf acht bis zehn Prozent steigen. Befragungen der Gewerkschaft im Frühsommer hätten gezeigt, dass Schulstunden oft auch durch fachfremde Lehrer vertreten würden, wodurch die Lehrpläne im Grunde nicht erfüllt werden könnten.

Die GEW wertet dies ebenfalls als Ausfall, sodass schon jetzt fast sieben Prozent aller Stunden betroffen seien. Wolf warf der Landesregierung deshalb Verstöße gegen das Schulgesetz vor. In diesem werde jedem jungen Menschen im Land ein Recht auf Bildung und Förderung garantiert: "Eine Landesregierung, die hierfür nicht die personellen Voraussetzungen schafft, verstößt gegen ein wesentliches Landesgesetz."

Die GEW fordert, für jeden Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen, der in den Ruhestand geht, eine neue Fachkraft einzustellen. Zudem müsse eine Reserve von 200 Stellen pro Jahr aufgebaut werden. Danach müssten 2013 mindestens 700 und 2014 mindestens 850 Stellen besetzt werden. Durch die bei den neuen Einstellungen niedrigere Gehaltsstufe würde das Land trotzdem sparen, sagte Wolf, nach seinen Berechnungen mehr als 27 Millionen Euro.

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2012, 11:15 Uhr

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