Berlin : Schlemmen, informieren, staunen: Grüne Woche gestartet
Käsehäppchen, frische Austern, Kalbfleisch und zum Nachtisch noch einen Keks: Es ist wieder angerichtet auf der Grünen Woche in Berlin. Ein Termin, den sich diesmal auch Bundeskanzlerin Merkel nicht nehmen lässt, und der ihr sichtlich Freude macht. Sie kann sich Häppchen und Schlückchen aus 60 Ländern auf der Zunge zergehen lassen, und da sind die 16 Bundesländer noch nicht einmal mitgezählt. Sachsen-Anhalt und Sachsen glänzen mit edlen Weinen, und auch Thüringen hat Spirituosen mitgebracht – natürlich neben der obligatorischen Rostbratwurst.
In Berlin hat die Grüne Woche begonnen. Zum Auftakt schlenderte Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Messe. Die Grüne Woche sei eine traditionsreiche Veranstaltung, die Stadt und Land zusammenbringe, sagte die Kanzlerin. Hier könnten gerade Kinder sehen, wie Lebensmittel entstehen. Mit Merkel besuchte erstmals seit 30 Jahren wieder ein Kanzler die Messe. Zuletzt hatte 1983 Helmut Kohl vorbeigeschaut.
1.600 Aussteller aus 60 Ländern
Auf der weltgrößten Verbraucherschau für Landwirtschaft und Ernährung präsentieren sich mehr als 1.600 Aussteller aus 60 Ländern in den 26 Messehallen am Berliner Funkturm.
Experten und Politiker diskutieren Fragen der modernen Landwirtschaft und der Ernährungsbranche. Doch vor allem für Gourmets ist die Grüne Woche ein Leckerbissen. Präsentiert werden rund 100.000 Nahrungs- und Genussmittel. Das diesjährige Partnerland Niederlande will mit Gebäck, Käse, frischen Austern, Kalbfleisch und Bier die Besucher verwöhnen.
Zum Programm der Schau gehören auch Tausende Nutz- und Haustiere. So gibt es täglich Vorführungen mit Rassehunden und Rassekatzen.
Sachsen-Anhalt stellt sich mit 80 Ausstellern vor
Sachsen-Anhalt stellt mit 80 Unternehmen und Verbänden verschiedene Produkte und Angebote in Berlin vor. Die Aussteller präsentieren 50 neue Produkte. Drei der vier größten Weinbauproduzenten des Landes bieten etwa 40 verschiedene Weine aus dem nördlichsten Qualitätsweinanbaugebiet der Welt zum Verkosten an.
Naschkatzen können von den Pralinen der Halloren Schokoladenfabrik naschen oder die neue Nougatpuffreistafel der Argenta Schokoladenmanufaktur aus Weißenfels probieren. Aber auch als Urlaubs- und Reiseland will sich Sachsen-Anhalt zeigen. Schwerpunkt im Reiseangebot ist die etwa 1.000 Kilometer lange Straße der Romanik. Die Tourismusroute verbindet zwischen Arendsee im Norden und Zeitz im Süden 65 Orte mit 80 romanischen Domen, Kirchen, Burgen und Pfalzen.
36 Aussteller vertreten Sachsen
Sachsen bringt in diesem Jahr mit 36 Firmen und Verbänden Kulinarisches aus dem Freistaat auf die Grüne Woche. Das Angebot reicht von Wein und Schnaps über Wurst, Käse, Nudeln, Joghurt und Obst bis zu Neuigkeiten bei Softeis, Biersorten und Backmischungen. Allein sechs Brauereien präsentieren alles rund ums Bier. Besucher sollen aber nicht nur kulinarisch, sondern auch touristisch auf den Geschmack kommen. Unter dem Motto "Sachsen genießen" stellen sich verschiedene Tourismusverbände als Urlaubsregionen vor.
Thüringen wirbt mit Rosen, Bier und Landschaft
Thüringen nutzt die Messe, um Touristen in den Freistaat zu locken - unter anderem nach Bad Langensalza, der "blühendsten Stadt Europas" 2011. Außerdem rührt der Freistaat die Werbetrommel für gesundes Schulessen, einer Initiative aus dem Saale-Orla-Kreis, die Schulessen mit heimischen Zutaten kocht. Insgesamt stellen sich mehr als 30 Unternehmen vor. Neben Bier und härteren Spirituosen oder der ersten Eiszigarre stellen sich Thüringer Molkereien am Stand des Landwirtschaftsministeriums vor, den auch Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Agrarminister Jürgen Reinholz zum Thüringentag diesen Sonnabend besuchen wollen.
Der absolute Star dürfte wieder einmal die Thüringer Rostbratwurst sein. Kein anderes Lebensmittel wurde auf der Messe in den vergangenen Jahren häufiger verkauft. Die Firma EWU Thüringer Wurst und Spezialitäten aus Serba rechnet damit, in diesem Jahr die 700.000. Bratwurst in ihrer Messegeschichte zu verkaufen.
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