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MDR INFO | Exklusiv : Umweltexperten wollen Handy-Pfand bis zu 100 Euro

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Martin Faulstich, hat ein Handy-Pfand von bis zu 100 Euro befürwortet. Faulstich sagte am Freitag bei MDR INFO, man gehe davon aus, dass durch ein Pfand zwischen 30 und 100 Euro die Rücklaufquoten für Mobiltelefone deutlich erhöht werden könnten.

Klagen über geringes Recycling reicht nicht

Faulstich verwies auf die etablierten Pfandsysteme für Getränkeflaschen oder Starterbatterien von Autos. Das funktioniere gut, "und wir denken, das könnte bei Mobiltelefonen, Laptops, Computern genauso funktionieren". Der Umwelt-Experte zeigte Verständnis dafür, dass die Handy-Hersteller bislang zurückhaltend reagieren und den Aufwand für ein Pfand-System scheuen. "Andererseits kann man sich nicht nur darüber beklagen, dass wir so geringe Recyclingraten haben und wertvolle Rohstoffe ins Ausland abwandern", mahnte Faulstich. Denkbar seien auch Leasing-Systeme für Handys, um die Rücklaufquoten zu erhöhen.

Telefonanbieter reagieren skeptisch

Sprecher von Deutscher Telekom und Vodafone äußerten sich gegenüber MDR INFO skeptisch zu einem möglichen Handy-Pfand. Das brächte eine große Mehrbelastung für Unternehmen und Kunden. Gleichzeitig räumten sie ein, dass ihre aufwändigen Aktionen für eine freiwillige Handyrücknahme nicht den erhofften Erfolg gebracht hätten. Der zuständige Branchenverband BITKOM erklärte auf Anfrage, man begrüße alle Vorschläge, die zu einer erhöhten Rückgabequote bei Mobiltelefonen führen. Wünschenswert sei dabei eine Lösung, die in die bestehenden Sammelsysteme für Elektroschrott integriert werden könnte. Ein eigenes Pfandsystem für Handys sei mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden.

Experten schätzen, dass sich zwischen 70 und 100 Millionen Althandys ungenutzt in deutschen Haushalten befinden. Sie enthalten wertvolle Metalle wie Gold, Silber und Kupfer sowie sogenannte Technologierohstoffe wie Palladium und Tantal.

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2012, 05:00 Uhr

2. Hartmut:
Diese Textzusammenfassung ist deutlich kürzer als das heute früh zu hörende Gespräch. In diesem ging es eben nicht um auf der Straße oder im Wald weggeworfene Altgeräte sondern auch um die Tatsache, daß "die Deutschen sich ungern von iheren Altgeräten trennen" - und somit wertvolle strategische Rohstoffe in so mancher Schublade daheim schlummern. Die Lösung ist ganz einfach: der Ankauf von Altgeräten zu attraktiven Preisen (die MDR-Info-Zielgruppe erinnere sich an das DDR-SeRoh-System) stellt diese wichtigen Rohstoffe wieder der Industrie zur Verfügung. Geht also hier wieder ein mal mehr um rein wirtschaftliche Interessen, die ein "Umweltexperte" vertreten soll?
15.06.2012
13:50 Uhr
1. Hans:
Sieht komisch aus. Ich habe Handy für 30 € gekauft (benutze mit Aldi). Muß ich nun statt 30 schon 130 € für so ein Spielzeug bezahlen??? Ich brauche keine erweiterte Funktionen wie bei neumodischen Dings, ich brauche Telefon, nur um zu sprechen. Vielleicht wollen die Befürworter einfach mehr teueren Handys verkaufen - dann relativiert sich Pfand stark?
15.06.2012
10:41 Uhr

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