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Beratungsstellen geöffnet : Hilfe für ehemalige DDR-Heimkinder startet

Ehemalige DDR-Heimkinder erhalten von heute an Hilfe für erlittenes Unrecht. Die Anlaufstellen nahmen offiziell ihre Arbeit auf. Betroffene können sich in Leipzig, Suhl, Magdeburg, aber auch Schwerin, Berlin und Potsdam über therapeutische Behandlungen und Rentenersatzleistungen informieren.

Allerdings arbeitet die Beratungsstelle in Thüringen vorerst eingeschränkt. Wie das Sozialministerium mitteilte, gibt es in Suhl nur einen Berater. Thüringens Sozialministerin Heike Taubert sagte MDR INFO, die Beratungsstelle werde später nach Erfurt verlagert und personell aufgestockt. Taubert zufolge geht es bei dem Angebot nicht nur um Geldleistungen. Geschädigten und Traumatisierten solle vielmehr ein Weg zurück ins Leben ermöglicht werden. In den Beratungsstellen werde zum Beispiel psychologische Hilfe vermittelt. Betroffene würden aber auch vor Ort, in ihrem privaten Umfeld, aufgesucht. Etwa 1.000 Thüringer haben bislang Interesse bekundet.

In Leipzig eröffnete die sächsische Sozialministerin Christine Clauß die Anlauf- und Beratungsstelle. Nach Angaben von Clauß haben sich bislang mehr als 200 Betroffene gemeldet. Dabei geht es vor allem um Fälle von Unrecht, die durch eine strafrechtliche Rehabilitierung nicht abgedeckt werden. In Sachsen-Anhalt hatten sich im Vorfeld laut Landessozialministerium mehr als 200 Betroffene gemeldet.

Anlaufstelle DDR-Heimkinder in Thüringen
Manfred May, Hölderlinstraße 1, 98527 Suhl
Tel.: 03681 - 73 46 91
Mail: may@tlstu.thueringen.de
Beratungsstelle DDR-Heimkinderfonds Sachsen-Anhalt
Liebknechtstraße 65, 39110 Magdeburg
Tel.: 0391 – 72 73 99 20 und 72 73 99 21
Mail: heimkinderfonds@ms.sachsen-anhalt.de
Beratungsstelle DDR-Heimkinderfonds Sachsen
Funkenburgstraße 2, 04105 Leipzig
Tel.: 0341- 1266 240
Mail: Heimerziehung@ksv-sachsen.de

Insgesamt stehen 40 Millionen Euro bereit

In den neuen Anlaufstellen sollen Betroffene einerseits bei der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte unterstützt werden. Zudem erhalten sie Hilfestellung bei der Beantragung von Geldern aus dem Fonds "DDR-Heimerziehung". Bund und Länder haben dafür insgesamt 40 Millionen Euro bereitgestellt. Das Geld soll in Hilfen und Rentenersatzleistungen fließen, die Menschen mit anhaltenden Belastungen und Schädigungen aus der Zeit ihres Heimaufenthaltes benötigen. Die ostdeutschen Länder beteiligen sich mit unterschiedlichen Summen am Fonds. Sachsen-Anhalt steuert 7 Millionen Euro bei, Sachsen insgesamt 5,9 Millionen Euro und Thüringen knapp 3,3 Millionen Euro.

Ansprüche können alle früheren Heimkinder geltend machen, die zwischen der Gründung der DDR und ihrer Auflösung 1990 in Heimen oder Jugendwerkhöfen gelebt haben. Das sollen bis zu 600.000 Kinder gewesen sein. Die Bedingungen dort waren zum Teil unmenschlich.

Spezialkinderheime (SK) und Jugendwerkhöfe (JW) zu DDR-Zeiten
Spezialkinderheime (SK) und Jugendwerkhöfe (JW) zu DDR-Zeiten

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2012, 14:10 Uhr

19. Peter Stock:
Ich war von 1974-1977 im SK Groß-Leuthen. Monatelang mußte unsere Gruppe Kabelgräben ( ca. 1m tief ) durch den halben Ort nach Unterrichtsschluß für die Gemeinde mit dem Spaten ausheben. Die Arbeitsleistung bekam das Heim bezahlt. Als Dank durfte ich mir zu Weihnachten eine Armbanduhr für 20,-- Mark aussuchen. Wer war noch dort ??
04.07.2012
22:06 Uhr
18. Bernd Rose:
Ich möchte gerne den Stefan P. kennenlernen. 16. Kommentar Den Jugendwekhof haben wir mit 15 Jugendlichen 1961 erst aufgebaut
04.07.2012
13:53 Uhr
17. Kerstin:
Ich brauche nach sovielen Jahren keine Therapie, Kur oder der Gleichen mehr. Mein Leben war im August 1982 beendet. Weg genommen von dem was ich liebte, meine Familie. Meine strafrechtliche Rehabilitierung wurde abgelehnt. Ich vertrete meine Meinung und diese lautet: Für jeden Monat in einem SK Heim,DH, JW und der Gleichen, pro Monat der dort verbracht werden musste 300,-€ und eine monatliche Opfernrente von 300,-€ sowie für die (Zwangs)- arbeit eine Zahlung in die RV. Ich bin EU- Rentnerin, wie viele andere auch. Fragt sich dort oben mal einer WIESO das so ist? Wenn dann müssen wir alle auf eine vernünftige Lösung pochen. Wir die eigentlich die Opfer sind und in diese Heime eingewiesen wurden, aus Willkür der DDR Behörden. Übrigens ich war im SK Adolf Reichwein. Man sollte die Betroffenen anschreiben, was jeder für sich persönlich richtig hält und nicht wieder bestimmen was andere für richtig halten.
03.07.2012
21:42 Uhr
16. Stefan P.:
Selbst war ich im Jugentwerkhof Höngeda in Tühringen und das 336 Tage.Musste in der Ziegelei unter Menschenunwürdigen Bedingungen wie im Mittelalter arbeiten, 6 Tage die Woche 8 Stunden.Das Essen bestand aus gewürtzten Abfällen. Und das nur weil ich nichts mit der FDJ und dem ganzen Scheiß zu tun haben wollte.Früh 6 Uhr haben die mich abgeholt. Aus dem Bett geholt. Keiner wusste was. Meine Mutter hatt geweint. Aber nun kann ich mir eine kostenlose Zahnbehandlung leisten...! na dann vielen Dank Ihr Ehemaligen Genossen.
03.07.2012
19:43 Uhr
15. Holger Rosenthal:
ich muss der Ivonne Schmidt (Kommentar 2 vom 02.07.12) recht geben, die Karte ist sehr unvollständig geführt worden, so dass man sich hinterfragen müsste, wie kann man soetwas veröffentlichen. Der Jugendwerkhof in Moritzburg war eine Einrichtung für Frauen. Diese mussten Arbeitsleistungen in der Gärtnerei und der Küche erbringen.Gleichzeitig war auf dem Gelände in Moritzburg ein Spezialkinderheim mit Namens"Käthe Kollwitz" eingerichtet. Ein weiteres Spezialkinderheim war in Dönschten (bei Dipps) mit dem Namen "Frohe Zukunft".Ich würde die Initiative Geschlossener Jugendwerkhof Torgau e.V. bitten, die Karte zu vervollständigen.
03.07.2012
09:38 Uhr
14. Heinz Faßbender:
@N.: Jugendliche wegzusperren ist immer Unrecht. Und auch jugendliche Straftäter dürfen nicht misshandelt oder missbraucht werden. Deshalb Entschädigung für alle Heimkinder und Jugendliche die diesem Unrechtsregime ausgesetzt waren. - Basta –
03.07.2012
09:35 Uhr
13. Horst Teichert:
Hallo, einer der furchtbarsten --Jugendwerkhöfe für schwer erziehbare Jugendliche-- fehlt bis jetzt noch in der Übersichtskarte. Die ehemalige Erziehungsanstalt "Struveshof" bei Ludwigsfelde.
03.07.2012
07:23 Uhr
12. Ralf Hedwig:
irgendwie vermisse ich auch die Angaben dieser netten Durchgangsheime wie Berlin Alt Stralau , Dresden die aus heutiger Sicht extrem menschenunwürdig waren....Im Übrigen arbeitet mein damaliger ,,Erzieher`` immernoch im ehemalgen JWH Crimmitschau (was nun ein normales Heim ist ) Wie geht das ? Er ist wohl jetzt Beamter ! Bravo !!! Armes Deutschland .....
03.07.2012
06:42 Uhr
11. Wendler,Ralph:
Hallo!Leider kann ich auf der Karte auch das Kinderheim Kurt Bertel In Karl Marx Stadt Nicht erkennen.Heute Chemnitz,Bernsdorf.Ehemals Julian-Marchlewski Strasse 120.Weil ich 3Jahre Da war ,mein Vater War Staatsfeind,er war in Bautzen.Jch hab Schule geschwänzt.Weil es alle Lehrer Wussten War ich der Arsch,nachdem er1982 Freigekauft wurde.Meine Mutter und ich haben es in der DDRausgebadet,er War ja im Westen,ich 3jahre ins Heim,das ging Mit Schikanen Bis 1989 so durch mein Leben.WER WILL DAS ,JE UND WIE "WIEDERGUTMACHEN.
02.07.2012
22:24 Uhr
10. kerstin:
Ich selbst bin auch im Heim groß geworden.es war schrecklich. Musste die Schule nach der 7 Klasse verlassen obwohl nur Zweier u Dreier drauf waren. Ganz zu schweigen von den durch terminierten Tages- Wochenplan.von morgens bis abends ... Trotzdem habe ich mein Leben auf die Reihe bekommen.
02.07.2012
22:05 Uhr

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