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Hochwasser in Mitteldeutschland : Schiffeversenken hat funktioniert

Das Schlimmste beim Hochwasser im Elbe-Havel-Gebiet ist überstanden. Die vor dem Deichbruch an der Elbe versenkten Frachtkähne lassen kaum noch Wasser durch. Auch im Elbe-Saale-Dreieck normalisiert sich die Lage langsam.

Der provisorisch geschlossene Dammbruch in Fischbeck (Sachsen-Anhalt

Durch die am gebrochenen Elbdeich bei Fischbeck versenkten Frachtkähne hat sich die Lage im Hochwassergebiet im Elbe-Havel-Winkel deutlich entspannt. Das Schlimmste scheint überstanden. Die Barriere hat nach Worten von Innenminister Holger Stahlknecht den Wasserdurchfluss um 90 Prozent gesenkt. Der Katastrophenstab zog Bundeswehr und Technisches Hilfswerk vom Fischbecker Damm ab. Bereits gestern war die Überflutungsfläche deutlich kleiner geworden.

Weitere Evakuierungen im Elbe-Saale-Winkel aufgehoben

Auch im Elbe-Saale-Winkel hat sich die Lage entspannt. Nach Sprengungen ist der Deich bei Breitenhagen auf 200 Metern offen, sodass Wasser aus den Überflutungsgebieten in die Saale abfließen kann. Nach Aussage des Krisenstabs der Landesregierung sollen die Evakuierungen in der Region schrittweise aufgehoben werden.

Inzwischen können bereits die Einwohner aus Groß Rosenburg, Klein Rosenburg und Lödderitz wieder in ihre Häuser zurück. Der Krisenstab hat die Evakuierungen für diese Orte aufgehoben. Der Wasserstand ging dort um etwa 60 Zentimeter zurück. Strom und Abwasser funktionieren aber noch nicht. In Aken fahren ab heute wieder Busse und das Schöpfwerk nimmt seinen Dauerbetrieb auf. Es transportiert Wasser aus dem Fluss Taube in die Elbe. Dagegen bleiben die Orte Rajoch und Breitenhagen vorerst gesperrt.

Entwarnung in Sachsen

Nach mehr als zwei Wochen sind für die Elbe in Sachsen alle Hochwasserwarnungen aufgehoben worden. Auch an den Pegeln Schöna und Riesa fiel der Wasserstand unter den Richtwert der niedrigsten Alarmstufe 1, nach Torgau und Dresden am Wochenende. Von Normalität kann allerdings noch keine Rede sein. In den betroffenen Regionen wird nun aufgeräumt. Die Straßen säumt Sperrmüll, Schlamm wird beseitigt und es müssen Gemäuer getrocknet werden.

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2013, 15:34 Uhr

8. Der Wolf:
@ Jochen Schulz Bitte informieren Sie sich genauer. Zu dem Thema sollten Sie bei Google unter den Stichwörtern "Umschichtung der Mittel Hochwasserschutz Landtag Sachsen-Anhalt" recherchieren. Und dann lesen Sie auch noch mal die die Aussage des Innenministers Stahlknecht zum Deichbruchrisiko in Fischbeck, vielleicht verstehen Sie dann unseren Frust. Solange "Bürgerinitiativen" und Naturschützer Hochwasserschutzmaßnahmen verhindern können (z. B. Grimma), solange es möglich ist, gerichtlich eine Bauerlaubnis in Ufernähe zu erstreiten, solange mögliche Flutungsflächen überhaupt bebaut oder wegen landwirtschaftlicher Nutzung melioriert werden, solange liegt die Verantwortung bei den Politikern, die dafür die gesetzlichen Grundlagen geschaffen haben. Und nun sagen Sie mir, was die Politiker hierin seit 2002 Lobenswertes getan haben!
18.06.2013
18:15 Uhr
7. Jochen Schulz:
Ich will niemanden zu Nähe treten. Aber der Politik die Schuld in die Schuhe zu schieben, halte ich für abenteuerlich! Niemand hat das Hochwasser bestellt und im Nachgang erwarten alle Betroffenen zurecht Hilfe. Das schlimme Hochwasser hat nur wenige Todesopfer gefordert. Das zählt, trotz aller materieller Schäden. Die Hochwasserschutzmaßnahmen haben sich bewährt. Aus der Situation 2002 sind die richtigen Schlüsse gezogen worden. Das alles hat vor noch Schlimmeren bewahrt! Hochwasserschutz ist eine Generationenaufgabe, das ist nicht nach 10 Jahren erledigt. Ich wollte bei aller Sympathie für die vorbildlichen Hilfskräfte durchaus auch mal der Politik ein Lob aussprechen, auch wenn es einzelne Lokalpolitiker gibt, die evl. versagt haben. Die Hilfsmaßnahmen laufen an und wie 2002 wird auch diese Kathastrophe so bewältigt werden, das die Schäden von der Allgemeinheit im Sinne der Betroffenen minimiert werden. Also bitte nicht pauschal nur rummeckern!
18.06.2013
12:17 Uhr
6. Der Wolf:
Die Bundeswehr hat Großes geleistet. Mit Worten kann man da gar nicht danken. THW, Feuerwehren, Freiwillige - alle haben ihr Bestes gegeben. Nur - so schlimm hätte es gar nicht kommen müssen. Hoffentlich gibt es Politiker, die durch die aufgebrachte Bevölkerung dazu gedrängt werden, dass nachgeprüft wird, was in Sachsen-Anhalt mit den angeblich so zahlreich eingesetzten Mitteln für den Hochwasserschutz getan wurde und vor allem wo. Und wo nicht, dann warum. Und das jämmerliche Krisenmanagement im Landkreis Stendal muss auch hinterfragt werden. Ein Landrat, der mangels Übersicht nur noch Pegelstände verkündet und -wie man bei der Schiffsversenkungs-Geschichte erkennen konnte- von den Ereignissen überholt wird, ist auf dem Posten fehl am Platz, ab Warnstufe 4 sollte hier generell das Land eingreifen und der Rest sollte nicht einmal mehr Statements abgeben dürfen, die die Flutopfer (und wir zählen auch dazu) noch tiefer herabdrücken.
17.06.2013
14:22 Uhr
5. Christian Naujoks:
Richtig, Heimatkunde ist wichtig. Doch Weltkunde ist auch interessant. In der Weltrangliste (Dartmouth Flood Observatory) ist das Elbehochwasser mit unter zwölf großen Ereignissen im Mai 2013 aufgeführt. Wie ergeht es dort den notleidenen Menschen - schauen ist eine Sache, helfen eine andere. Wo beides zusammen kommt, wird es auch Gutes bewirken. Allen Betroffenen und den Berichtenden wünsche ich Zuversicht und guten Mut.
17.06.2013
07:35 Uhr
4. Dipl. Ing. H. Koch:
Sehr geehrter Oberst Körbi , zuerst erlebten wir Sie in Wettin , nun Fischbeck . Danke für Ihre Kompetenz und Umsicht , leider stehen Politiker oft vor den Denkern u. Macher und vor allem deren Wissen , helfen Sie weiter den Menschen , sie werden es Ihnen danken !
16.06.2013
19:34 Uhr
3. Jub:
Alle Augen schauen auf die spektakulären Gebiete, die direkt von den Flüssen bedroht werden. In der Stadt Barby [...] geht der Elbpegel zwar stetig zurück, , dafür versinkt die halbe Stadt zunehmend im Drängwasser. Die Kanalisation (auch Abwasser steht oberkannte) läuft über, seit Mitte der Woche ist vielerorts der Strom abgeschaltet. Leider fehlt hier jemand mit der Kreativität eines Minister Stahlknecht (der Mann ist in der Krise topp). Allerdings sind die Probleme schon im Vorfeld verschlafen wurden, denn die Grundwassersituation (und die unbefriedigende Grabensituation) sind seit längerem bekannt. Derzeit ist zwar ein Siel bei Glinde geöffnet, leider fließt da heute (16.06.13 gegen 15 Uhr) kaum was ab - dazu ist die Elbe eben immer noch zu hoch. Ein niedrigerer Flußpegel im Elbe-Saale-Winkel, dazu gehört auch die Stadt Barby selbst bedeutet nicht, das das HW vorbei ist, bei uns ("Spittelbreite") hat es gerade erst begonnen. .. [...] Externer Link musste leider gelöscht werden MDR.DE_Redaktion
16.06.2013
17:47 Uhr
2. MDR.DE_Redaktion:
Hallo Senger: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie haben natürlich Recht, der kleine Fehler ist behoben. Schönen Sonntag wünscht die MDR.DE_Redaktion
16.06.2013
11:25 Uhr
1. Senger:
Beim mdr liegen nun also die Elbdeiche im "Havelland"? Selbst ohne Ahnung in Sachen Heimatkunde hätte der Fehler auffallen müssen.
16.06.2013
00:36 Uhr

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Überflutung der Region Fischbeck

Fischbeck ist durch den Elb-Deichbruch am 10. Juni inzwischen zu rund 80 Prozent überflutet. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung stehen bis auf die Kirche und das Gelände der Agrargenossenschaft die Häuser etwa 1,50 Meter im Wasser.

In der Region sind inzwischen rund ein Dutzend Gemeinden vom Wasser eingeschlossen oder überschwemmt. So ist der Ort Schönhausen den Helfern zufolge teilweise überflutet, das Telefonnetz ausgefallen. Dort harren noch etwa 200 Menschen aus und versorgen sich und ihre Tiere selbst. Auch im Dorf Klietz steigt der Wasserstand, Scharlibbe ist vom Wasser eingeschlossen. Außerdem kämpfen Bauern und Helfer in einer Schweinemastanlage um das Leben von rund 8.000 Tieren, die zu ertrinken drohen. 

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