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Hoyerswerda : Neonazis bedrohen Paar - Polizei empfiehlt Wegzug

Aus Angst vor Rechtsextremisten ist ein Paar aus Hoyerswerda geflohen. Die Polizei sah sich nicht in der Lage, die beiden zu schützen. Im Hoyerswerdaer Rathaus sieht man kein Versagen der Polizei. Der Leipziger Polizeipräsident Merbitz kritisiert dagegen das Verhalten scharf.

Der Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz hat einen Polizeieinsatz in Hoyerswerda scharf kritisiert. Dort war nach Angaben des MDR-Magazins "exakt" ein Paar von Rechtsradikalen bedroht worden, die gewaltsam in die Wohnung der beiden eindringen wollten. Statt die Bedrohten vor Ort zu schützen, hatte die Polizei ihnen empfohlen, die Stadt zu verlassen. Merbitz sagte dem MDR: "Es kann nicht sein, dass man Leuten, die in Gefahr sind, die bedroht werden, als ultima ratio anbietet, die Stadt zu verlassen." Die Begründung der Polizei, man könne die Sicherheit der Bedrohten nicht gewährleisten, sei nicht akzeptabel. Der frühere Landespolizeipräsident fügte hinzu, er frage sich aber, ob die Einsatzkräfte in Ostsachsen momentan ausreichten, diese Aufgabe auszuführen.

Bürgermeister sieht keine Versäumnisse

Der Bürgermeister der Stadt, Thomas Delling, sieht dagegen bei der Bekämpfung von Neonazi-Umtrieben keine grundsätzlichen Versäumnisse bei der Polizei in Hoyerswerda. Delling sagte am Mittwoch MDR INFO: "Wir haben eigentlich eine gute Zusammenarbeit. Unsere Erfahrung ist, dass die Polizei eigentlich gemeinsam mit der Stadt diese Dinge zügig und auch konsequent bekämpft und wir ja gemeinsam im kommunalpräventiven Rat dieses Thema immer wieder diskutieren." Delling räumte ein, dass es in Hoyerswerda nach wie vor Fälle gebe, in denen Neonazis Bürger bedrängten. Er versprach, Kontakt zu den Betroffenen zu suchen.

Polizei: Wegbringen von zwei Personen einfachere Lösung

Die Polizei räumte ein, dass sie aus Sicherheitsgründen dem Paar den Wegzug vorgeschlagen habe. Der Sprecher der Polizeidirektion Oberlausitz/Niederschlesien, Thomas Knaup, sagte dazu wörtlich: "Es ist einfacher, zwei Personen von einem Ort zu einem anderen sicheren Ort zu verbringen, als 30 Personen zu bewachen oder permanent fünf Funkstreifen vor ein Haus zu stellen."

Nach den Recherchen von "exakt" hatten die 33-jährige Frau und ihr Lebensgefährte die Polizei zu Hilfe gerufen, nachdem sie am Abend des 17. Oktober von 15 Neonazis bedroht worden waren. Zunächst waren zwei, schließlich sieben Beamte vor Ort. Angaben zu den Personalien der Neonazis sollen nicht aufgenommen worden sein. Das Paar musste sich schließlich selbst eine geheime Unterkunft außerhalb der Stadt suchen. Die beiden waren den Neonazis aufgefallen, weil sie Aufkleber der Rechtsextremen entfernt hatten.

Merbitz sagte, er sehe in dem gesamten Vorgang auch eine unheilvolle Parallele zu den Geschehnissen vor 21 Jahren in Hoyerswerda, als Asylbewerber aus der Stadt gebracht wurden, weil Rechtsextreme das Asylbewerberheim angegriffen hatten. Merbitz wird künftig Koordinator gegen Rechtsextremismus und die Arbeit der Polizei abstimmen.

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2012, 17:25 Uhr

34. Klapse:
Der Beitrag Nr. 21 sagt alles, was es dazu zu sagen gibt. Top!
17.11.2012
00:05 Uhr
33. Peter Panther:
Was nützen alle fadenscheinigen Aufklärungsversuche von BND und Polizeizum NSU-Terror, wenn so ein Sklandal, wie in Hoyerswerda passiert? Wann wird eigentlich wirklich gegen diese Gruppierung vorgegangen. Wahrscheinlich verläuft wieder alles im Sande: Fazit:Hoyerswerda meiden!!!
16.11.2012
12:35 Uhr
32. Renes Schatzi:
@sanktmax Rene Despang ist es völlig egal, was Gangs in Westdeutschland mit diesem Artikel hier zu tun haben. Er will nur seine haltlose und niveaufreie NPD-Propanda irgendwo unterbringen, wahrscheinlich hat er nach 'Neonazi' bei den Google-News gesucht und ist hier gelandet. Habt kein Verständnis mit dem armen Kerl und irgnoriert ihn.
15.11.2012
20:36 Uhr
31. schock:
Das ist sowas von Krank!...ich wohne in Zwickau und muss sagen wir haben es auch nicht so leicht, aber wesentlich leichter als in manch anderer Stadt..siehe das oder selbst chemnitz!... ostdeutschland ist einfach braun und es wird einfach nicht besser...behörden etc schauen weg und finden keine lösungen. gibt es in solchen städten keine gegenkulturen? wenn ja! dann ist die stadt wirklich verloren! weil selbst mit 30 leuten kann man einiges in schacht halten! siehe die 15 nazis vor der tür!...ich hoffe auf eine bessere Zeit und den starken kampf gegen Nazis mit einer ordentlichen protion selbstbeteiligung!...sorry für den ausdruck! aber anders kriegt man die nicht los!....die kennen nur haSS und WUT! anarschistisch und antifaschiste grüße aus Zwickau!
15.11.2012
20:26 Uhr
30. Peter:
Liebe Skater, Pub-Besucher, Fußballfans & -ultras, Künstler, Lehrer, Großraumdiscotänzer, Renter, Fuß-, Hand-, Volleyballspieler, Schwimmer, Seenlandfans, Jugendclubs, Skatspieler, Indierocker, Schüler, Nuramwochenendenachhausekommer, HipHoper, Sprayer, Biker, Kinobesucher, Oi-Punks, Angler, Tuningfans, Nerds, Segelflieger, Azubis und alle nicht erwähnten HoyWoyMädels und - Jungs: Reißt weiter rassistische Aufkleber und Nazibanner von unseren Straßen! Schreibt es groß an euren Verein und Club: "Wir sind HoyWoy - und haben kein Platz für Nazis!"
15.11.2012
20:22 Uhr
29. Marco:
#6 ist auch für mich der einzig sinnvolle beitrag hier ... ich meine ... niemand braucht neonazis, sondern anständige bürger mit respekt und anstand die unser land und vorallem die gesellschaft als volk nach vorne bringen! davon abgesehen sind die probleme die von ausländern verursacht werden bei weitem größer als die einer hand voll möchtegerndeutscher jungs ... und selbst das sind nicht die einzigen probleme in unserer kapitalistendiktatur ... aber hey, wenn nichts geht machen wir politik gegen "rechts" - ist ja mittlerweile schon ein echter volkssport geworden ...
15.11.2012
20:04 Uhr
28. Dresdner:
Wann hört man zu diesem Vorfall eigentlich mal eine Wortmeldung des Dienstherrn der Hoyerswerdaer Polizisten,Herr Innenminister Ulbig.Leider wird hier wie in jüngster Vergangenheit durch schweigen auch eine Haltung dargelegt. Und zu Eintrag 21 sanktmax: Der Rene Despang ist als Mitglied der NPD bekannt ,was seinen Beitrag im" rechten" Licht erscheinen lässt.
15.11.2012
17:15 Uhr
27. Fritzschke:
Nr. 6. Ist der einzige vernünftige Beitrag hier.
15.11.2012
16:02 Uhr
26. Claus:
17. Klaus Schäfer, Polizeihauptkommissar a.D. Sie haben bis zu Ihrer Pensionierung ganz sicher in einem Büro gesessen, denn sie wissen nicht, wie es im Polizeialltag auf der Straße zu geht.
15.11.2012
16:00 Uhr
25. mohammed:
Ich wollte ergänzen dass Beitrag 6. von RENE DESPANG ein NPD-Funktionär ist.Weiter müssen sich die Ostdeutschen stärker Bemühen sich in die BRD zu integrieren damit solche Sachen nicht mehr passieren.
15.11.2012
15:57 Uhr

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