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LIFE-Child : Langzeitstudie zu Zivilisationskrankheiten gestartet

Leipziger Forscher haben eine Langzeit-Studie zur Entstehung von Zivilisationskrankheiten gestartet. Projektleiter Wieland Kiess sagte am Donnerstag MDR INFO, über zehn Jahre würden 15.000 Kinder und Jugendliche erfasst und mehrfach untersucht. Herausgefunden werden soll, "wie Umwelt, Umweltverschmutzung Kinder empfindlicher machen können für Krankheiten".

Kiess zufolge werden ganze Schulklassen für die Langzeit-Untersuchung eingeladen, um zu sehen, wie die Umgebung, das Elternhaus, die Situation der Kinder bei der Krankheitsentstehung zusammenwirken. Bei Erwachsenen wisse man, dass beispielsweise die Schlafdauer auf Bluthochdruck und Diabetes II großen Einfluss habe. "Ist das im Kindesalter auch so? Hängt das mit mehr Gebrauch elektronischer Medien zusammen; dass man länger fernsieht, aber auch kommunikativ mehr SMS verschickt? Das sind Zusammenhänge, die im Moment nur als Hypothese formuliert sind."

Sollte die Häufung von Krankheiten belegt werden, so Kiess, müssten Mechanismen zur Vorbeugung entwickelt werden, man müsste gezielt Gegengewichte schaffen wie Sport oder gesunde Ernährung.

Studie deutschlandweit einmalig

Der Leiter der LIFE-Child Studienambulanz der Universität Leipzig, Andreas Hiemisch, nannte die Studie deutschlandweit einmalig. Es gebe zwar viele Untersuchungen über die Zunahme von Zivilisationskrankheiten, aber nur wenige über deren Entstehung und keine, die sich über einen so langen Zeitraum erstrecke. Hiemisch zufolge nehmen Zivilisationskrankheiten bei Kindern und Jugendlichen immer mehr zu. Mittlerweile seien rund 20 bis 30 Prozent der Jungen und Mädchen übergewichtig. Etwa ebenso viele zeigten psychische Auffälligkeiten, wie zum Beispiel Depressionen. Der Anteil der Allergiker liege bei etwa zehn Prozent.

Zuletzt aktualisiert: 26. August 2011, 13:10 Uhr

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