Arbeitsplatzabbau angekündigt : Warenhauskette Karstadt streicht 2.000 Stellen
Der Warenhauskonzern Karstadt hat am Montag einen kräftigen Personalabbau bis Ende 2014 angekündigt. Nach Unternehmensangaben sollen 2.000 der insgesamt knapp 25.000 Arbeitsplätze wegfallen. Der Stellenabbau solle möglichst sozialverträglich erfolgen, vor allem durch Frühpensionierungen, die Nichtverlängerung befristeter Verträgen und das freiwillige Ausscheiden von Beschäftigten.
Strukturen straffen, Geschäft neu ausrichten
Karstadt-Chef Andrew Jennings erklärte, die Einschnitte seien zwar schmerzhaft für die betroffenen Mitarbeiter, aber notwendig. Karstadt weise zwei Jahre nach der Insolvenz und der Übernahme durch den Investor Nicolas Berggruen noch "komplexe Altstrukturen" auf. Das Unternehmen müsse seine Organisation straffen und den Verwaltungsaufwand verringern, um wettbewerbsfähig zu bleiben und langfristig erfolgreich zu sein. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte Jennings, Filialschließungen oder der Verkauf von Unternehmensteilen seien derzeit nicht geplant. Stattdessen will das Unternehmen seine Häuser weiter modernisieren und zum Teil neu ausrichten sowie neue Filialen für junge Mode und Sport eröffnen. Seit 2010 flossen dem Unternehmen zufolge schon 160 Millionen Euro in Häuser, Technik und Infrastruktur.
Ver.di spricht von falschem Signal
Zumindest für die verbleibenden Mitarbeiter gab es auch eine erfreuliche Nachricht. Nachdem im kommenden Monat der Sanierungstarifvertrag bei Karstadt ausläuft, gilt ab September wieder der Flächentarif. Seit 2009 hatten die Beschäftigten mit dem Verzicht auf Gehaltsbestandteile wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Unternehmens geleistet. Die Rückkehr zum Flächentarifvertrag kostet den Konzern jährlich zusätzlich 50 Millionen Euro.
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierte den angekündigten Stellenabbau heftig. Sprecher Christoph Schmitz sprach am Montagabend von einem völlig falschen Signal an Belegschaft und Kunden. Die Beschäftigten hätten durch den Sanierungstarifvertrag bereits erheblich zum Umbau des Warenhauskonzerns beigetragen. Karstadt brauche motivierte und engagierte Mitarbeiter, auch für die nötige fachliche Beratung, betonte Schmitz. Die Gewerkschaft wolle erreichen, dass möglichst viele Stellen erhalten bleiben.
Karstadt-Filialen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen:
Dresden (Warenhaus und Sporthaus)
Leipzig
Magdeburg
Dessau
Erfurt (Warenhaus und Sporthaus)



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