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Kinder-Online-Preis : Klangexperimente und Zeitreisen

Am Montag ist der Kinder-Online-Preis des MDR-Rundfunkrates übergeben worden. Zwei Preisträger teilen sich die mit 4.000 Euro dotierte Auszeichnung, mit der herausragende Webseiten und Internetbeiträge für Kinder und Jugendliche gewürdigt werden.

Preisträger und Jury-Mitglieder von links nach rechts: Nina Pagalies (Wortwusel), Prof. Gabriele Schade (MDR-Rundfunkrat), Manuel Drescher (kwerx), Brigitte Krämer (Wortwusel), Wolfgang Marr (Jury-Vorsitzender), Dr. Anja Hartung (Jury-Mitglied), Carsten Saupe (kwerx), Guido Kosmehl (Rundfunkrat).

Die Preisträger sind die Seiten kwerx.de und wortwusel.net. Auf kwerx.de können Kinder in die Welt der Kunst eintauchen. In sechs interaktiven Hörspielen machen sie mit sechs verschiedenen Kunstwerken Bekanntschaft, reisen durch die Zeit und erkunden ferne Länder. "Die Seite ist liebevoll und spannend gestaltet", heißt es in der Begründung der Jury. Kunst für Kinder sei kein triviales Thema, sagte Carsten Saupe, der das Portal mit entwickelt hatte. Ihm und seinem Mitstreiter Manuel Drescher sei es vor allem darum gegangen, Kinder in einem frühen Stadium an Kunst heranzuführen - durch spannende Geschichten und ohne Lehrerattitüde.

Gastgeber der Seite wortwusel.net ist ein kleines, koboldhaftes Wesen, das sich zwischen vielen Gedichten und Spielen tummelt. Es lädt Kinder und Erwachsene ein, mit Klängen, Buchstaben und Wortspielen zu experimentieren und so die Vielfalt der Poesie zu entdecken. Zeitgenössische Dichterinnen und Dichter liefern dafür immer wieder neue Inhalte. Das Portal überzeugte die Jury durch seine liebevolle Grafik und "einen hohen pädagogischen Anspruch". Der Spaß an der Sache stehe im Vordergrund, sagte Nina Pagalies, die es zusammen mit Brigitte Krämer entwickelt hatte. "Wir wollen, dass die Kinder sich auf der Seite tummeln können, dass sie selber aktiv werden und selber etwas herstellen - mit Sprache, Klängen und auch mit Bildern."

"Wir sind äußerst erfreut über die hohe Zahl von qualitativ sehr ansprechenden Einsendungen in diesem Jahr. Dadurch wurde uns die Entscheidung nicht leicht gemacht."

Wolfgang Marr, Jury-Vorsitzender

Neben den Preisen gab es im diesjährigen Wettstreit um den Kinder-Online-Preis des MDR-Rundfunkrates auch eine lobende Erwähnung. Mit ihr wurde die Webseite www.kindertrauerland.org. gewürdigt. Kindern wird hier die Möglichkeit geboten, sich auf eine sehr eindrucksvolle und sensible Weise mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. Die Webseite wird von Psychologen und Pädagogen betreut und bietet einen geschützten Kommunikationsraum, sowohl für Kinder als auch deren Eltern.

Der Kinder-Online-Preis des MDR-Rundfunkrates wird seit 2009 im Zweijahresrhytmus vergeben. Ausgezeichnet werden Seiten, die der Förderung des humanistischen Gedankenguts sowie der Würde des Menschen verpflichtet und dabei in besonderer Weise für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Neben dem Online-Preis vergibt der Rundfunkrat zwei weitere Auszeichnungen für Kindermedien - den jährlichen Kinderfilm- und Fernsehpreis und den zweijährlich Kinderhörspielpreis. Die Preisgelder werden von Rundfunkratsmitgliedern gestiftet.

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2012, 18:11 Uhr

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