Kinderbetreuung in Dresden : Die neuen Kindergärten schweben ein
Ein reichliches halbes Jahr bleibt der Stadt Dresden noch, die Situation in den Kindertagesstätten zu entschärfen. Ab dem 1. August haben alle Eltern einen Rechtsanspruch auf die Betreuung ihrer Kinder, sobald diese ein Jahr alt sind. In der sächsischen Landeshauptstadt reichen die Plätze jetzt schon nicht. Abhilfe sollen nun Container und Einrichtungen in Modulbauweise schaffen, die schnell aufgebaut sind. 1.700 neue Plätze sollen somit entstehen. Unterstützt wird die Stadt von Unternehmen, die sich mit ihrem finanziellen Engagement Belegrechte erkaufen.
Am Donnerstag schwebten in Dresden die ersten der 70 Container-Elemente für den Kindergarten auf der Heinrich-Mann-Straße ein. Baubürgermeister Martin Seidel gab damit den symbolischen Startschuss für den Ausbau der Betreuungsplätze in der gesamten Stadt. "Dresden soll eine familienfreundliche und geburtenreiche Stadt bleiben", erklärte Seidel. "Bis der Rechtsanspruch am 1. August 2013 in Kraft tritt, wird die Landeshauptstadt noch 14 Kindertageseinrichtungen in Systembauweise mit rund 1.700 zusätzlichen Plätzen fertig stellen."
Belegrechte für Unternehmen
Laut Seidel werden am Standort Heinrich-Mann-Straße bis Februar rund 70 neue Krippen- und Kindergartenplätze entstehen. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Plätzen könnten dann 135 Kinder betreut werden.
Pro Standort investiert die Stadt Dresden rund 500.000 Euro, die Monatsmiete beträgt jeweils rund 16.000 Euro. "Sechs Objekte werden in Containerbauweise errichtet", sagte Seidel. "Alle anderen entstehen in Holzmodulbauweise." Im Januar hatte der Sozialbürgermeister das neue Kita-Konzept vorgestellt. Damals war von zwölf Containern und 1.300 neuen Plätzen die Rede. Nun wurde also nachgebessert. Wohl auch, weil Dresden zur Finanzierung der Betreuungsplätze Unternehmen ins Boot holt. Anfang des Jahres wurde das Programm zur Vergabe von Belegrechten gestartet. 38 Firmen haben bisher ihre Unterstützung zugesichert, wenn ihre Mitarbeiter im Gegenzug bei der Platzvergabe Vorrang haben. Mit mehr als 1,2 Millionen Euro beteiligen sie sich an den Investitionskosten. Zuletzt hatten die Deutsche Telekom und die Stadt Dresden einen solchen Vertrag unterzeichnet. 54 Plätze in zwei verschiedenen Einrichtungen sind nun der Telekom vorbehalten.
| Einrichtung | Krippenplätze | Kindergartenplätze | gepl. Inbetriebnahme |
|---|---|---|---|
| Heinrich-Mann-Str. 32/34 | 61 | 135 | 15. Februar/1. Juli 2013 |
| Prohliser Allee 19 | Belegung durch Kinderschutzbund | ||
| Vetschauer Straße 39 | 45 | 84 | 15. Februar 2013 |
| Weidentalstraße | 45 | 84 | 1. März 2013 |
| Rudolf-Bergander-Ring34 | 30 | 72 | 1. März 2013 |
| Leutewitzer Straße 19a | 45 | 84 | 1. März 2013 |
| Leutewitzer Ring 137a | 45 | 84 | 1. März 2013 |
| Geisingstraße | 45 | 84 | 1. März 2013 |
| Jessener Straße 40 | 45 | 84 | 1. März 2013 |
| Konkordienstraße | 45 | 72 | 1. November 2013 |
| Wintergartenstraße | 45 | 84 | 1. Juli 2013 |
| Braunsdorfer Straße | 45 | 84 | 1. Juli 2013 |
| Merseburger Straße | 45 | 84 | 1. Juli 2013 |
| Fabricestraße | 45 | 84 | 2. April 2013 |
Dresden wächst
Einer Bevölkerungsprognose zufolge wächst Dresden schneller als erwartet. Bis 2025 wird demnach die Einwohnerzahl von derzeit etwa 523.000 auf 550.000 steigen. Großenteils handelt es sich dabei um Familien. Die Stadt verzeichnet steigende Geburtenzahlen und immer mehr zuziehende junge Familien. Bis 2015 werden nach Angaben der Stadtverwaltung mehr als 2.100 zusätzliche Plätze in den Kindertageseinrichtungen gebraucht.


