Euro-Krisengipfel in Brüssel : Griechenland bekommt neues Hilfspaket
Aufatmen in Brüssel - Die Regierungschefs der Euro-Zone haben sich auf ein neues Rettungspaket für Griechenland geeinigt. Weitere 109 Milliarden Euro sollen den Staat vor der Pleite bewahren. Sowohl Kanzlerin Merkel als auch die Finanzmärkte zeigten sich erleichtert.
Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone haben sich auf ein neues Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland geeinigt. Das teilte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstagabend mit.
Erstmals beteiligen sich auch Banken
Das Hilfspaket soll einen Umfang von 109 Milliarden Euro haben. Sarkozy zufolge wird damit die Finanzlücke Griechenlands vollständig geschlossen. Im Gegensatz zum ersten Hilfspaket beteiligen sich nun erstmals auch Banken und Versicherungen. Der Beitrag des Privatsektors in den kommenden drei Jahren beträgt rund 37 Milliarden Euro, im Laufe der kommenden 30 Jahre steigt die Beteiligung gar auf 135 Milliarden Euro. Weiter wurde in der Abschlusserklärung festgehalten, dass die Eurozone die Zinsen für Griechenland senkt, wodurch Athen in den kommenden zehn Jahren rund 30 Milliarden Euro einspart.
Neue Aufgaben für Rettungsschirm
Hinzu kommen für Griechenland weitere 12,6 Milliarden Euro des provisorischen Euro-Rettungsschirms EFSF, mit denen Altschulden am Kapitalmarkt zurückgekauft würden. Jenseits der Griechenlandrettung wurden auch die Aufgaben des Rettungsschirms verändert. Um zu verhindern, dass sich die Krise zu einem nicht mehr zu kontrollierendem Flächenbrand entwickelt, soll der Fonds für finanzschwache Eurostaaten schon vorbeugend Geld bereitstellen. Eine Aufstockung des EFSF ist jedoch nicht vorgesehen.
Merkel und Märkte erleichtert
Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich nach dem Treffen zufrieden. Die Stützungsmaßnahmen bedeuten ein Mehr an Sicherheit für den Euro und damit auch für die Menschen in Deutschland. Auch die Finanzmärkte reagierten zunächst erleichtert. Der Eurokurs stieg auf bis zu 1,44 US-Dollar, die Risikoaufschläge für die Staatsanleihen angeschlagener Euro-Länder gaben deutlich nach.
Schon 2010 ein Hilfspaket
Griechenland war bereits vergangenes Jahr mit einem Hilfspaket vor der Pleite bewahrt worden. Von den damals zugesagten 110 Milliarden Euro stehen zwar noch 45 Milliarden Euro aus, das Paket reicht aber dennoch nicht mehr aus.


