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Dresden : Festival samt Bettlaken-Kunst und Unterwasseroper

Das Kunstfestival ORNÖ in Dresden steht 10 Jahre nach der Flut unter dem Motto "Höchstwasser". Thematisiert wird das Verhältnis zwischen Mensch und Naturgewalt – auch mit Veranstaltungen im und unter Wasser.

gemalten Bilder aus ihrer Serie "Fukushima 50"

In Dresden hat am 3. August das Kunstfestival ORNÖ begonnen. Das Festivalprogramm umfasst Konzerte und Performances und einen großen Ausstellungsteil, der als Dresdner Biennale in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet. Zehn Jahre nach der Flut steht das Festival unter dem Motto "Höchstwasser". ORNÖ und Biennale gehen bis zum 19. August.

Zu den Exponaten der insgesamt 60 Ausstellungen der Biennale zählen unter anderem Holzskulpturen, Grafiken und Fotografien. Auch Malereien sind zu sehen. So zeigt beispielsweise die niederländische Künstlerin Sandra Collee auf Bettlaken gemalte Bilder aus ihrer Serie "Fukushima 50". Die Malereien sollen die Misere der "50 Helden" bei dem Atomkraftwerk-Unfall widerspiegeln, die in dem radioaktiv verseuchten Atomkraftwerk schliefen. Auf der sogenannten Höchstwasserstraße zeigen Betroffene des Hochwassers von 2002 ihre Aufnahmen der Öffentlichkeit. Alle eingesandten Fotos sollen am Ende ein "Mosaik von Tatsachenbildern aus einer sehr persönlichen Perspektive" zeigen und das Mosaik soll während der Biennale aus mitgebrachten Bildern weiterwachsen.

Die Suche nach dem Lebenselixier

Neben Ausstellungen, Konzerten und Performances wird am 10. August auch eine Unterwasseroper am historischen Wasserwerk Saloppe uraufgeführt. Laut Festivalchef Kay Pyta soll das Verhältnis zwischen Mensch und Naturgewalt thematisiert werden. Die Handlung der Oper über, im und unter Wasser rankt sich um die Suche nach dem Lebenselixier, dem Wasser des ewigen Lebens. Bevor die Künstler sich in die Elbe begeben, werden sie auf einer Bühne auf dem Festgelände des Wasserwerks zu sehen und zu hören sein. Später wird alles live per Video und Ton auf zwei Großleinwände auf dem Festgelände übertragen. Zeitweilig agieren die Akteure komplett unter Wasser. Via Kamera und Unterwassermikrofon wird der Gesang ans Ufer übertragen.

Mezzosopranistin Claudia Herr arbeitet dabei erstmals in einem Fließgewässer und wird dafür wie die anderen Akteure an Seilen gesichert. Schließlich ist die Strömung der Elbe an dieser Stelle etwa 10 Stundenkilometer schnell. Während der Aufführung ruht die Schifffahrt auf dem Fluss, nur ein historischer Dampfer ist Teil der Inszenierung.

Musizieren mit Wasserstichorgeln

Ein weiterer Höhepunkt ist die Wassermusik mit dem Berliner Ensemble Liquid Soul am 16. August. Gert Anklam und Beate Gatscha musizieren auf selbst entwickelten Wasserstichorgeln. Das sind Kunststoffröhren, die in wassergefüllte Behälter, Seen oder auch den Swimmingpool getaucht werden und flötenartige Töne von sich geben.

Aber nicht doch!

Das Kunstfestival ORNÖ fand 2002 zum ersten Mal statt. Die Namenssuche für das Festival gestaltete sich zunächst schwierig und brachte am Ende, den zunächst skurril scheinenden Namen hervor. ORNÖ kommt vom sächsischen Ausdruck "Or nö.", was soviel bedeutet wie "Aber nicht doch!". So hatten viele die Vorschläge der anderen kommentiert.

Das "Ö" im Festivalnamen ist unterdessen schon ein Markenzeichen. Auch frühere Slogans wurden je nach Ort mit einem "ö" im Titel versehen. 2011 zelebrierte man im früheren Standesamt die "Höchzeit", ein "Umspannwörk" und "Höchhaus" waren gleichfalls schon Locations.

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2012, 20:05 Uhr

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