Nachrichten

Schwankende Rohstoffpreise : Kupferabbau in der Lausitz verzögert sich

Der Bau des Kupferbergwerks in der Lausitz verzögert sich. Die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass frühestens 2017 mit dem Bau begonnen werden kann. Anfang der 2020er-Jahre könnte dann mit der Förderung von Kupferschiefer begonnen werden. Das Planfeststellungsverfahren werde fortgesetzt, weitere Erkundungs- und Planungsmaßnahmen seien auf Eis gelegt. Ursprünglich sollte bereits 2017 Erz gefördert werden.

Schwankende Rohstoffpreise könnten Abbau unrentabel machen

Mitarbeiter der Firma Angers Söhne Bohr- und Brunnenbau GmbH arbeiten im südbrandenburgischen Spremberg zum Start der Kupfererkundungsbohrung auf einem Bohrturm
2009 fanden die ersten Probebohrungen in der Lausitz statt.

Die KSL begründet die Verschiebung des Baustarts mit den schwankenden Rohstoffpreisen. Derzeit sei nicht absehbar, wohin sich der Preis entwickelt. Nur wenn dieser eine entsprechende Höhe erreicht, wäre der Kupferabbau in der Lausitz rentabel. Bisher wurden 30 Millionen Euro investiert. Insgesamt will der Mutterkonzern Minera S.A., eine internationale Bergbaugesellschaft, eine Milliarde Euro investieren.

Geschäftsführer Thomas Lautsch geht weiter davon aus, dass die Lagerstätte in Spremberg abgebaut werden wird. Bis zu 200 Millionen Tonnen Kupfererz werden dort vermutet.

Sechs von zehn Mitarbeiter gekündigt

Die KSL GmbH steht unterdessen vor einer Umstrukturierung. Geschäftsführer Thomas Lautsch teilte am Donnerstag mit, dass er und sechs der bisher zehn Mitarbeiter entlassen werden. Die zweite Geschäftsführerin Elke Groterhorst übernimmt die Aufgaben von Lautsch. Auf der Internetseite des Unternehmens heißt es hierzu: "Um das Projekt erfolgreich auf die nächste Stufe zu bringen, sei die Verkleinerung des Teams zum Jahresende 2012 leider unumgänglich."

KSL seit 2007 im "Kupfer-Geschäft"

Die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH wurde 2007 gegründet. Das Bergbauunternehmen ist auf den Abbau von Kupfererz in der Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife im brandenburgischen Spree-Neiße-Kreis sowie einem angrenzenden Gebiet in Sachsen ausgerichtet. Seit September 2009 wurden drei Erkundungsbohrungen durchgeführt. Im Mai 2010 wurde der KSL GmbH der Abbau der Lagerstätte durch das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus bewilligt. Anfang 2011 erteilte das Sächsische Oberbergamt in Freiberg die Bewilligung für den sächsischen Teil der Lagerstätte. Seit Juni 2012 läuft das Raumordnungsverfahren für das Kupferbergwerk Spremberg.

Die Kupfererzvorkommen in der Lausitz wurden bereits zu DDR-Zeiten von 1954 bis 1980 erkundet. Ein Bergwerk war ebenfalls schon in den 1980er-Jahren geplant. Die Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife erstreckt sich über eine Fläche von 15 Kilometern in der Länge und drei Kilometern in der Breite. Die Lagerstätte hat eine Erz-Mächtigkeit von durchschnittlich 2,5 Meter.

Hintergrund: Das neue "Berggeschrey": Bodenschätze in Sachsen

Zinn, Zink, Kupfer, Wolfram, Fluss- und Schwerspat - im sächsischen Boden schlummern Kostbarkeiten. Mit dem Anstieg der Weltmarktpreise für Rohstoffe wird ihr Abbau nach 20 Jahren Ruhe im Berg wieder interessant. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 30. November 2012, 20:55 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK