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Neue Stellen weitgehend vergeben : Personalplan für Lehrer in Sachsen eng gestrickt

Vor einer mit lateinischen Sprichwörtern beschriebenen Tafel erteilt die Lehrerin der 8. Klasse Gymnsium Lateinunterricht.

Die neuen Lehrerstellen in Sachsen sind weitgehend vergeben. Das erklärte Kultusministerin Brunhild Kurth in Dresden. Von den 655 neuen Stellen für das kommende Schuljahr seien bisher 572, meist junge Lehrer, eingestellt worden. Insgesamt gab es rund 1.600 Bewerber. Gesucht würden noch mehr als 80 Pädagogen, vor allem an Grund- und Förderschulen. Um die Stellen zu besetzen, denke sie auch über Programme für Seiteneinsteiger nach, erklärte Kurth.

Kurth: Die fetten Jahre sind vorbei

Die Ministerin schloss zudem zusätzliche Anreize für Lehrer nicht aus. Im Unterschied zu anderen Bundesländern verbeamtet Sachsen seine Lehrer nicht. Außerdem verdienen sie weniger als ihre Kollegen anderswo. Einzelheiten zu möglichen Anreizen nannte Kurth noch nicht. Hier müsse man "ganz dicke Bretter bohren", sagte sie. Ganztagsangebote und Unterrichtsausfall sollten mithilfe flexibler Honorarkräfte bewältigt werden. Dafür werde für das laufende Jahr zusätzlich eine Million Euro bereitgestellt, kündigte Kurth an.

8.000 Lehrer scheiden bis 2020 aus

Kurth sagte, sie blicke optimistisch auf das neue Schuljahr. Zugleich dämpfte sie aber allzu große Erwartungen: "Die fetten Jahre sind vorbei. Die Unterrichtsversorgung ist gesichert, aber auf Kante genäht. Wir steuern um. Da wird es hier und dort knirschen, aber das ist normal." Die geschaffenen Stellen seien streng am Bedarf orientiert. Man könne nicht mehr zu jenen rosigen Zeiten zurückkehren, als es ein "pädagogisches Plus" von bis zu 1.000 Lehrern gab. Kurth spielte damit auf jene Phase an, in der Sachsen auf zurückgehende Schülerzahlen nicht im gleichen Maße mit dem Abbau von Lehrerstellen reagierte. Die jetzt 655 Neueinstellungen stehen den mehr als 8.000 Lehrern gegenüber, die bis 2020 aus dem Schuldienst ausscheiden.

Einstellungsstopp aufgehoben

Wie die Ministerin weiter mitteilte, arbeiten Kultus- und Finanzministerium jetzt auf einer einheitlichen Datenbasis. Das Kultusressort könne damit in Zukunft flexibel reagieren, der Einstellungsstopp sei aufgehoben. Alle aus dem Schuldienst ausscheidenden Lehrer könnten somit ersetzt werden. In den kommenden Jahren sind zahlreiche Neueinstellungen notwendig, weil viele Lehrer in den Ruhestand gehen. Gravierend wird das Problem ab dem Schuljahr 2018/19, wenn rund 1.600 Lehrer den Schuldienst verlassen.

Etat aufgestockt

Brunhild Kurth hatte Ende März die Amtsgeschäfte übernommen. Ihr Vorgänger Roland Wöller war aus Frust über den Lehrermangel in Sachsen zurückgetreten. Danach steuerte die Regierung um und stattete das Kultusressort besser aus.

Im Entwurf für den Doppelhaushalt 2013/2014 steigen die Ausgaben in diesem Bereich auf rund 2,76 beziehungsweise 2,88 Milliarden Euro. 2011 gab Sachsen 2,69 Milliarden Euro für Bildung aus, 2012 sind es 2,65 Milliarden Euro. Die Zahl der Lehrerstellen steigt gegenüber der ursprünglichen Planung ab dem Schuljahr 2013/14 von 27.217 auf 27.433 an. Im Schuljahr darauf sind es 27.686. Zugleich können 1.700 statt bisher 1.100 Lehramtsstudenten in Sachsen eine Ausbildung beginnen.

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2012, 16:46 Uhr

2. Markus:
Sachsen lernt es einfach nicht. Gerade aus diesem Grund habe ich mich eben nicht in Sachsen beworben, weil Sachsen dass einzige Bunesland ist, dass viel zu wenig für seine Lehrer macht und den Ernst der Lage nichr begriffen hat. Nicht nur dass sie weniger (z.T. sogar bedeutend weniger) verdienen, sondern vor allem die Ausstattung an Unterrichtsmaterialien hinkt anderen Bundesländern hinterher. Auf ein Teil des Geldes würde ich ja noch verzichten, weil Sachsen eigentlich meine Heimat ist, aber den dauernden Stress wegen zu wenig Lehrerkapazitäten und unzureichenden Unterrichtsmaterialien mache ich nicht mit.
17.07.2012
22:19 Uhr
1. Hans:
Sie wll zusätzliche Anreize schaffen? Dann kann ich ihr helfen: beste Anreize ist GELD. Bezahle mehr - und du bekommst die besten Lehrer Deutschlands. Kostenlos singen nur die Vögel.
17.07.2012
21:59 Uhr

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Mehr Geld für Sachsens Bildung

Die Ausgaben für das sogenannte Bildungspaket werden auf 570 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Zudem verzichtet die Regierung auf den Eigenanteil des Kultusressorts in Höhe von 106 Millionen Euro. Andernfalls hätte das Ministerium Stellen in diesem Umfang abbauen müssen. Von September bis Dezember dieses Jahres kann das
Ministerium eine Million Euro zur kurzfristigen Sicherstellung des
Unterrichts ausgeben - dann, wenn Stunden auszufallen drohen.

Eckpunkte des Bildungspakets Sachsen 2020

* insgesamt sollen 200 Millionen Euro investiert werden
* Zahl der Plätze für Studienanfänger soll von 1.000 auf 1.700 pro Jahr erhöht werden
* Zahl der Referendarstellen erhöht sich ab 2012 bis 2015 auf 2.050 (derzeit rund 1.000)
* Neueinstellungen bei Lehrern steigt bis 2016 in vier Stufen auf 2.200
* Lehramtsstudenten sollen intensiver betreut und frühzeitig an Schulen gebunden werden
* es sollen weniger Pädagogen in die Verwaltung abgeordnet werden
* ein Seiteneinsteigerprogramm ist geplant
* unter Führung der Universität Leipzig soll ein Bildungs-Campus entstehen; Grundschullehrer werden künftig in Chemnitz, Dresden und Leipzig ausgebildet
* ab dem Schuljahr 2013/14 soll die Oberschule die Mittelschule ersetzen

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